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Blicken auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück: Thomas Panholzer (l.) und Manfred Hayböck, Geschäftsführer Transgourmet Österreich

Wachstum bei Transgourmet

Der Gastronomie-Großhändler erzielte 2025 einen Netto-Umsatz von 910,2 Millionen Euro - das entspricht einem Wachstum von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bzw. einem Plus von rund 14,5 Millionen Euro.

Transgourmet freut sich über ein positives Jahresergebnis 2025 mit einem deutlichen Plus von 1,6 Prozent Umsatz. Das sei „ein starkes Ergebnis“ angesichts der Tatsache, dass der heimische Gastronomie-Großhandel 2025 „ein durchwegs herausforderndes Jahr“ erlebt hat, so die beiden Österreich-Geschäftsführer Thomas Panholzer und Manfred Hayböck.

In einem von Preisdruck, Kostensteigerungen und zurückhaltender Nachfrage geprägten Marktumfeld gelang es Transgourmet, seine Marktposition zu festigen. „2025 war für viele Gastronomiebetriebe ein Jahr der Zurückhaltung und des Kalkulierens. Umso wichtiger sind Verlässlichkeit, Nähe und Lösungen, die im Alltag wirklich helfen“, so Panholzer zu den Erfolgsfaktoren. Gegen Jahresende 2025 zog das Geschäft deutlich an. 

Transgourmet betreibt in Österreich 17 Abhol- und Zustellstandorte, beschäftigt 2.195 Mitarbeiter – darunter 70 Lehrlinge – und ist Marktführer in der Gastronomie-Belieferung. „Sieben von zehn Euro erwirtschaften wir mittlerweile in der Zustellung. Das zeigt, wie stark sich die Branche in Richtung Serviceorientierung entwickelt“, so die Geschäftsführer. 

Branche unter Druck

Die Gastronomie steht weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Kosten treffen auf eine begrenzte Akzeptanz von Preiserhöhungen bei den Gästen, wodurch der Spardruck in den Betrieben weiter zunimmt. Das schlägt sich unmittelbar im Einkaufsverhalten nieder: Günstigere Produkte werden verstärkt nachgefragt, Bestellungen erfolgen kurzfristiger. Zusätzlich führen wetterbedingte Schwankungen bei den Gästefrequenzen zu höheren Anforderungen an Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und persönliche Betreuung.

„Der Markt befindet sich im Wandel, und wir gestalten diese Entwicklung aktiv mit. Unser Anspruch ist es, Gastronomen nicht nur Produkte anzubieten, sondern sie mit durchdachten Lösungen nachhaltig zu unterstützen“, erklärt Thomas Panholzer. Gerade in einem Umfeld steigender Kostensensibilität gewinnen leistungsfähige Zustell- und Betreuungsstrukturen an Bedeutung. Hier sieht sich Transgourmet gut positioniert.

Vor diesem Hintergrund bleibt Wachstum anspruchsvoll. Umso bemerkenswerter ist es, dass Transgourmet Österreich auch 2025 Neukunden in allen Bereichen der Gastronomie und Hotellerie gewinnen konnte. Aktuell zählt das Unternehmen mehr als 86.000 aktive Kunden im gesamten Bundesgebiet – vom Würstelstand bis zum Fine-Dining-Lokal.

Rückblick auf 2025

Markenartikel bleiben ein zentraler Bestandteil des Sortiments. Gleichzeitig zeigt sich auch hier eine Verschiebung innerhalb der Sortimente: Gastronomiebetriebe greifen verstärkt zu preislich attraktiv positionierten Einstiegsprodukten - diese Entwicklung verläuft analog zum wachsenden Eigenmarkensegment. Die Transgourmet-Eigenmarke Economy, die ein „optimales Preis-Leistungsverhältnis“ garantiert, verzeichnete ein deutliches Umsatzplus von 23 Prozent. „Gefragt waren im Vorjahr auch erneut einsatzfertige Lösungen, die Arbeitsprozesse vereinfachen und wertvolle Zeit sparen“, so Panholzer.

Zugleich blieb die Nachfrage nach Bio-, nachhaltigen und hochwertigen Produkten auf hohem Niveau. Die Bio-Umsätze wuchsen ausgehend von einem hohen Ausgangsniveau um mehr als 12 Prozent, auch das Segment Plant-based – allen voran pflanzliche Molkerei-Alternativen - verzeichnete mit einem Plus von über 12 Prozent weiteres Wachstum. 

Projekt-Aus kostet Region 250 Arbeitsplätze 

2025 war auch ein Jahr der Entscheidungen. Der geplante Standort Wien-West wurde mangels Planungssicherheit endgültig aufgegeben. „In Zeiten wirtschaftlicher Abschwächung brauchen Standorte Mut, Investitionen und Perspektiven – keine Blockaden“, betont Thomas Panholzer. „Dass ein CO-neutrales Projekt im hohen zweistelligen Millionenbereich am Widerstand einer kleinen Gruppe scheitert, ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Den Preis dafür zahlt die breite Mehrheit: mit entgangener Wertschöpfung und rund 250 Arbeitsplätzen.“ Geplant war die Errichtung eines klimaneutralen Gastronomie-Großmarkts auf einer seit Jahrzehnten brachliegenden Gewerbefläche, inklusive E-LKW-Belieferung und gebündelter Logistik am Stadtrand. 

Positiv: Im Westen Österreichs wurde der Grundstein für einen neuen Zustellstandort in Innsbruck-Kematen gelegt. Der seit 2022 zu Transgourmet gehörende Gastronomie-Großhändler Riedhart wurde zu Transgourmet Wörgl. In Kärnten übernahm Transgourmet den Kundenstock der Eurogast Legro und stellte damit die Versorgung der lokalen Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe lückenlos sicher. In Salzburg wurde das neu gebaute Logistikzentrum am Standort Salzburg-Wals, mit dem die Versorgungskapazität in der Region deutlich verbessert werden soll, eröffnet. 

Ausblick auf 2026

2026 sollen „Stärken gestärkt werden“: So wird im Herbst der erste reine Zustell-Standort in Innsbruck-Kematen eröffnet. Damit will Transgourmet auch im Westen Österreichs deutlich wachsen und schafft Kapazitäten, um eine der stärksten Tourismus- und Gastronomieregionen im Zentralraum sowie dem Tiroler Oberland in dem stark wachsenden Zustellgeschäft „optimal zu betreuen.“ 

Das Marktumfeld bleibt auch 2026 „fordernd“. Man sieht die „Verlängerung des Trends zu preisgünstigen und zeitsparenden Produkten“. Das Eigenmarkensegment wird weiter gezielt ausgebaut – insbesondere im Preiseinstiegsbereich sowie im Segment Fleisch. Daneben steht erneut „intelligente Convenience“ im Fokus, also Produkte, die einzelne Verarbeitungsschritte in der Zubereitung obsolet machen. Transgourmet bietet bereits entsprechende Lösungen, die auch als Antwort auf den Fachkräftemangel zu verstehen sind, unter der Marke „Smart Cuisine“ an. 

Trotz der aktuell stärkeren Nachfrage nach preisgünstigen Produkten hält das Unternehmen an einem umfassenden Bio- und Nachhaltigkeitssortiment fest. Ziel bleibt es, der Gastronomie die gesamte Bandbreite an Qualitäts- und Preisstufen aus einer Hand anzubieten – von kostenbewussten Lösungen bis hin zu hochwertigen Bio-Produkten aus heimischer Landwirtschaft. Eigenmarken bieten dabei auch 2026 den notwendigen Gestaltungsspielraum, um Preis-Leistungs-Stufen attraktiv zu skalieren und gleichzeitig regionale Wertschöpfung zu sichern.

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geschrieben am

18.02.2026