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Spar Stv. Vorstandsvorsitzender Markus Kaser im Gespräch mit Moderatorin Lisa Gadenstätter im Spar Foodsalon

Spar-Kaser: In Summe geht es uns gut

Der stv. Vorstandsvorsitzende der Spar Gruppe, Markus Kaser, nutzt das Format des Spar Foodsalons, um bei wichtigen Themen in die Tiefe zu gehen.

Die im März veröffentlichen Ergebnisse der Spar zeigen, dass es dem Primus in Österreichs Lebensmittelhandel gut geht. Das bestätigt auch der stv. Vorstandsvorsitzende Markus Kaser. Für 2025 weist NielsenIQ einen Marktanteil von 36,2% aus, das ist ein Plus zu 2024 von 0,4%. Die Umsatzsteigerungen lagen bei 4,2%. Der Umsatz in Österreich ist mit 10,82 Mrd. Euro zu verbuchen. 1514 Standorte aller Spar-Formate gibt es in Österreich.
Alleine die Kosten schnellen, wie bei allen Unternehmen, rasant in die Höhe. Daran könnte in erster Linie nur eine Energiekostensenkung etwas ändern – die müsste aber drastisch sein.

Man hat das Gefühl, dass die Einstellung zur geplanten Mehrwertsteuersenkung auf 4,9% auf Grundnahrungsmittel bei Markus Kaser ein mehr als ambivalentes Gefühl hervorruft. Deshalb, weil die IT-Umstellung richtig teuer ist – man spricht von rund zwei Mio. Euro – und der Output nicht das bringen wird, was sich die Regierung erwartet: eine drastische Senkung der Lebensmittelpreise. Denn man muss dazu wissen, dass sich die Ausgaben für Lebensmittel und Near Food in den letzten Jahren immer weiter verringert haben. Sie liegen aktuell laut Statistik Austria bei 11,6%, im Jahr 1954 waren das noch 44,8%; 2009/10 waren es 13,3%. Im Vergleich dazu liegen die Ausgaben für Energie bei satten 26,4% und Verkehr bei 13,6%. Eventuell haben sich das die Konsumenten auch anders vorgestellt.

Was treibt Spar an?

Beim Spar-Foodsalon in Wien hat Vorstand Markus Kaser die strategische Bedeutung der Eigenmarken als zentrales Steuerungsinstrument im Lebensmittelhandel klar herausgestellt. Fakt ist: die Bullet Points der Zukunft sind Sortimentsentwicklung und Digitalisierung. Leider belasten Bürokratisierungspakete die Spar und auch alle Kollegen aus dem Handel.

Mit rund 10.000 Eigenmarkenartikeln generiert Spar etwa 45 Prozent des Umsatzes im Food-Bereich in Österreich. Der Umsatz der Spar-Marken liegt in Österreich bei 4,3 Mrd. Euro mit einem Umsatzwachstum von 6,5% von 2024 auf 2025 im Lebensmittelbereich. International liegen diese Werte bei 6,8 Mrd. Euro (+6,6%) und einem Umsatzanteil von 39%. Damit fungiert das Eigenmarkensortiment nicht nur als wesentlicher Ertragstreiber, sondern auch als entscheidendes Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb.

Die Sortimentspolitik ist laut Kaser konsequent an aktuellen Konsumtrends und Kundenbedürfnissen ausgerichtet. Das Portfolio deckt dabei bewusst unterschiedliche Preis- und Qualitätssegmente ab – von Preiseinstiegslinien wie S-Budget über Bio-Angebote wie Spar Natur*pur bis hin zu höherwertigen Konzepten wie Spar Premium. Insbesondere die Segmente Preiseinstieg, Bio und Premium gelten als zentrale Wachstumstreiber. Konkrete Wachstumsraten unterstreichen diese Entwicklung:

  • S-Budget: 1 Mrd. Euro Umsatz in Österreich, +8% Umsatzwachstum mit rund 1100 Produkten.
  • Spar Natur*Pur: 8,7% Umsatzwachstum mit 1300 Produkten
  • Spar Premium: 6,2% Umsatzwachstum
  • Spar Vital: +15% Umsatzwachstum
  • Spar freefrom: +12,9% Umsatzsteigerung, 52 Produkte glutenfrei, 70 Produkte insgesamt.

Insgesamt gibt es rund 10.000 Spar Marken im gesamten Sortiment, ein großer Teil der Produkte wird in Österreich hergestellt.

Neuentwicklung und Trends

Im Fokus des Foodsalons stehen die Einführung neuer Marken und die gezielte Weiterentwicklung bestehender Eigenmarken. Genannt wurden unter anderem Spar Vital Pure als Weiterentwicklung im Bereich Reformhausartikel und Nahrungsergänzung, Spar Veggie als wachstumsstarke pflanzliche Linie sowie der fortgesetzte Ausbau von S-Budget, Spar Premium und Spar Natur*Pur.

Trends wie Protein, bewusste Ernährung und Longevity werden durch die Zusammensetzung des gesamten Sortiments abgedeckt. Ein Leuchtturm-Produkt ist Skyr, den es in jeder Qualität bei der grünen Tanne zu kaufen gibt. Denn: quantitatives und qualitatives Wachstum müssen gleichermaßen erreicht werden.

Deutlich positionierte sich Kaser auch gegenüber Markenartiklern. Produkte, die aus Sicht von Spar nicht mehr in die Preis- und Mengenlogik passen, sollen konsequent hinterfragt werden. Insbesondere kritisierte er intransparente Schrumpfungen („Shrinkflation“) und kündigte an, entsprechende Industrieprodukte aus dem Sortiment zu nehmen. Eigenmarken sollen hier als Garant für Transparenz und verlässliche Qualität ohne versteckte Volumenreduktionen dienen. „Bei uns gibt es Shrinkflation nicht“, so Kaser. Apropos Transparenz: auch für Österreichs Gastronomie würde sich Markus Kaser auch eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung wünschen.

Neben der Sortimentsstrategie spielen Nachhaltigkeit und Digitalisierung eine wachsende Rolle. Spar baut seine digitale „Produktwelt“ aus, die Echtzeitinformationen zu über 25.000 Artikeln – darunter Preise, Herkunft und Verfügbarkeit – bereitstellt. Die Investitionen unterstreichen diesen Kurs: Für 2025 waren rund 900 Mio. € vorgesehen, insbesondere für Modernisierung und Expansion. Aktuell wird in CMS investiert, die Industrie hat anschließend auch die Möglichkeit sich in unterschiedlichen Formen auf der Website zu präsentieren.

Auch zu wirtschaftspolitischen Themen bezog Kaser Stellung. Eine Zuckersteuer lehnt er klar ab und bezeichnet sie als „Bevormundung statt Information“. Statt regulatorischer Eingriffe plädiert er für Aufklärung und Eigenverantwortung der Konsumenten.

Trotz Kritik an überbordenden Regularien lobte der Vorstand den aktuellen Regierungsstil als ausgleichend und stabilisierend, insbesondere im Hinblick auf die Eindämmung einer Lohn-Preis-Spirale.

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geschrieben am

22.04.2026