Bier: Bündelung in Abfüllung
Die beiden österreichischen Privatbrauereien Ottakringer und Zwettler starten mit Oktober 2026 eine wechselseitige Kooperation in der Abfüllung: Zwettler übernimmt die Abfüllung von Ottakringer-Bier in Mehrweg-Flaschen. Im Gegenzug füllt künftig Ottakringer für die Zwettler Brauerei das Zwettler-Bier in Dosen und Einweg-Flaschen ab. Die Biere werden weiterhin in den jeweiligen Brauereien gebraut; die Kooperation betrifft ausschließlich die Abfüllung.
Beide Brauereien bringen damit ihre jeweiligen Stärken in die Zusammenarbeit ein: Ottakringer verfügt über hohe Kompetenz und Ressourcen in der Abfüllung von Dosen und Einwegflaschen, Zwettler über umfassendes Know-how und technische Struktur für die Abfüllung im Mehrwegbereich. Die Kooperation unterstützt eine effiziente Nutzung der vorhandenen Abfüll-Anlagen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit beider Unternehmen.
Handlungsbedarf gefordert
Der österreichische Biermarkt steht seit Jahren unter Druck. Sinkende Absatzmengen und veränderte Konsumgewohnheiten treffen auf hohe Kosten für den Betrieb und die Instandhaltung der Produktions-anlagen. Auch für traditionsreiche Familienunternehmen bedeutet das, gewachsene Strukturen zu überprüfen und wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu finden. Die Kooperation der beiden Privatbrauereien ist über die wirtschaftlichen Vorteile hinaus auch ein starkes Signal des Zusammenhalts österreichischer Familienunternehmen in herausfordernden Zeiten und der effizienten Nutzung vorhandener Abfüll-Kapazitäten.
So ersetzt die Kooperation bei Ottakringer den Betrieb einer Mehrweg-Abfüllanlage, die seit über 30 Jahren im Einsatz ist und umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen erfordert. Angesichts der bestehenden Überkapazitäten ist eine umfassende Investition in diese Anlage wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. „Unsere Branche steht vor vielfältigen Herausforderungen, denen wir aktiv und mit unternehmerischen Lösungen begegnen wollen. Dazu kann auch eine Kooperation zwischen zwei Brauereien gehören – dort, wo sie wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist, etwa bei der Lohnfüllung und der wechselseitigen Nutzung von Kapazitäten. Was auf den ersten Blick vielleicht ungewöhnlich erscheint, schafft für beide Seiten Vorteile und hilft uns, die Eigenständigkeit unserer Brauerei, unsere regionalen Bierspezialitäten und unsere Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern“, erklärt Tobias Frank, technischer Geschäftsführer und 1. Braumeister der Ottakringer Brauerei.
Die Zusammenarbeit baut auf einer langjährigen partnerschaftlichen Beziehung zwischen den beiden Privatbrauereien auf, welche Karl Schwarz, Eigentümer und Geschäftsführer der Zwettler Brauerei, unterstreicht: „Ottakringer und Zwettler verbindet seit vielen Jahren ein partnerschaftliches Miteinander. Jetzt gehen wir einen Schritt weiter und setzen auf eine Wien-Niederösterreichische Zusammenarbeit, die beide Brauereien stärkt.“