Winzer Krems: Biodiversität im Weinbau
Mit dem Projekt „Lebendige Weingärten“ setzt die Winzer Krems eG ein deutliches Signal für mehr Nachhaltigkeit im österreichischen Weinbau. Gemeinsam mit der Stiftung Blühendes Österreich werden auf rund 150 Hektar Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umgesetzt. Ziel ist es, ökologische Aufwertung und wirtschaftlich tragfähigen Weinbau miteinander zu verbinden.
Die Genossenschaft, die mit rund 1.200 Hektar Rebfläche und etwa 600 Winzerfamilien als größtes Weingut Österreichs gilt, investiert dabei gezielt in naturnahe Bewirtschaftungsformen. Geplant sind unter anderem vielfältige Begrünungen mit Kräuter- und Pflanzenmischungen, die den Boden vor Erosion schützen und gleichzeitig das Bodenleben stärken sollen. Ergänzend werden 500 Nistkästen installiert sowie rund 1.000 Bäume und Sträucher gepflanzt. Dadurch entstehen zusätzliche Lebensräume für Vogelarten wie Schwarzkehlchen oder Sperbergrasmücke sowie für seltene Tierarten wie Ziesel, Smaragdeidechse und Großer Feuerfalter. Auch Randstreifen, Böschungen und Steinhaufen werden gezielt als Rückzugsorte für bedrohte Arten gestaltet. Unterstützt wird das Projekt von Blühendes Österreich mit 41.500 Euro. Insgesamt stellt die Initiative im Rahmen des Fördercalls „#wein.landschaft“ österreichweit rund 250.000 Euro für fünf Biodiversitätsprojekte im Weinbau bereit.
Positiv für den Anbau
Für Ludwig Holzer, Geschäftsführer der Winzer Krems eG, stehen ökologische Maßnahmen und Weinqualität in engem Zusammenhang. Die Förderung der Artenvielfalt wirke sich langfristig positiv auf die Qualität der Trauben und damit auch auf die Weine aus. Gleichzeitig gehe es darum, die Kulturlandschaft entlang der Donau sowie in den Weinregionen Kremstal, Kamptal, Traisental und Wagram nachhaltig zu erhalten.
Dass nachhaltige Bewirtschaftung zunehmend Teil der betrieblichen Verantwortung wird, unterstreicht auch Winzer Florian Stöger. Er sieht im bewussten Umgang mit den eigenen Weingärten einen konkreten Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt und zur langfristigen Sicherung gesunder Produktionsflächen.
Bedeutung für den Handel
Auch auf Handelsseite gewinnt das Thema an Bedeutung. Robert Nagele, Vorstand der Billa AG und von Blühendes Österreich, verweist darauf, dass Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette verankert werden müsse — von der Landwirtschaft bis in den Handel. Nach Angaben der Stiftung konnten in den vergangenen zehn Jahren bereits mehr als 1.600 Hektar ökologisch wertvoller Lebensräume renaturiert oder verbessert werden. Zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten entstehen seit 2025 über Pfandspenden von Kundinnen und Kunden der Billa AG. Laut Nachhaltigkeitsbereichsleiter Andreas Streit wurden damit in Niederösterreich bereits mehrere Naturschutzprojekte unterstützt.