Vöslauer: Großes Potential mit Aseptik-Anlage
Vöslauer hat am Standort Bad Vöslau eine neue Aseptik-Anlage in Betrieb genommen und investiert dafür insgesamt 19 Mio. Euro. Rund 15 Mio. Euro flossen in die neue Produktionslinie, weitere 4 Mio. Euro in die notwendige Infrastruktur. Die seit Mai 2026 laufende Anlage ermöglicht die keimfreie Abfüllung von Getränken ohne Konservierungsstoffe und gilt als größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte. Aktuell läuft die Aseptik-Anlage noch „unter Beobachtung“, ab August soll sie im Vollschicht-Betrieb zum Einsatz kommen. In Österreich ist die Vöslauer-Aseptik-Anlage nun wohl die modernste ihrer Art. Aber auch europaweit kann man sich sehen lassen.

Was ist die Innovation?
Die neue Anlage ist weit mehr als eine Produktionslinie. Sie erweitert die Innovationsmöglichkeiten von Vöslauer grundlegend und eröffnet den Einstieg in neue Getränkekategorien. Aseptische Abfüllung bedeutet, dass Produkt und Verpackung getrennt voneinander sterilisiert und anschließend unter streng kontrollierten hygienischen Bedingungen zusammengeführt werden. Besonders relevant ist diese Technologie für Produkte ohne Kohlensäure. Während Kohlensäure natürlicherweise konservierend wirkt, sind bei stillen Getränken andere Verfahren notwendig, um Produktsicherheit und Qualität langfristig zu gewährleisten.
Mit der Investition baut Vöslauer seine Rolle als Innovationsleader der österreichischen Getränkeindustrie weiter aus. Bereits in der Vergangenheit setzte das Unternehmen wichtige Impulse – von der ersten PET-Einwegflasche aus 100 % rePET (recyceltes PET) über die erste und einzige PET-Mehrwegflasche Österreichs bis hin zum Ausbau des Near-Water-Segments. Die neue Aseptik-Anlage markiert nun den nächsten Innovationsschritt.
„Stilles Wasser mit Geschmack, aber ohne Zucker, CO2 oder Konservierungsmittel wächst ungemein. Vor allem der deutsche Markt, auf den wir uns auch konzentrieren, ist ein „stiller“ Markt“, so Herbert Schlossnikl, Geschäftsführer der Vöslauer Mineralwasser und Yvonne Haider-Lenz, Leiterin Marketing, Unternehmenskommunikation und Innovation bei Vöslauer.
36.000 Flaschen in allen Gebinden (0,33-Liter PET, 0,5-Liter PET, 0,75-Liter PET und 1 Liter PET) können in der Stunde produziert werden. Die Anlage ist auf rein PET ausgerichtet. Am Ende der langen Produktionslinie, die von Krones entwickelt wurde, besteht neben der üblichen Schrumpffolien-Verpackung für den Handel auch eine Tray-Tasse für die Kühlungen in den Handels-Outlets herzustellen.
Auch das Thema Mindesthaltbarkeit bekommt mit der neuen Aseptik-Anlage eine neue Dimension. Denn diese kann - je nach Aroma und PET - auch ausgeweitet werden, was für den Export ein Vorteil ist.
Stilles Mineralwasser mit Geschmack ist in Europa und auch weltweit ein großes Thema. Österreich hinkt hier noch ganz leicht nach, aber auch die Tendenzen zeigen: die Konsumenten sind sehr offen für die neuen Produkte.
Welche Produkte sind nun möglich?
Mit der neuen Anlage ergibt sich eine enorme Möglichkeit Marktanteile zu gewinnen und neue Märkte zu entdecken. Die Investition eröffnet dem Unternehmen den Einstieg in neue Produktkategorien. Den Auftakt bildet die neue Range „Flavours OHNE“, die Getränke mit Geschmack, aber ohne Kohlensäure, Zucker, Kalorien, künstliche Aromen, Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder Süßungsmittel umfasst. Zum Marktstart werden die Sorten Limette-Yuzu sowie Himbeere-Ingwer in Österreich und Deutschland eingeführt (in 0,5-Liter und 1-Liter-PET Flaschen)
Auch im Kindersegment erweitert Vöslauer sein Angebot. Die bestehende Marke „Vöslauer Junior“ wird 2026 um die Sorten Apfel-Kirsche und Himbeere-Zitrone in 0,33-Liter-rePET-Flaschen ergänzt. Das Unternehmen hält nach eigenen Angaben rund 60 Prozent Marktanteil im österreichischen Kinder-Mineralwassermarkt.
Großes Potential
Im Near-Water-Segment ist Vöslauer seit 2023 Marktführer in Österreich und erreicht laut NielsenIQ rund 30 Prozent Marktanteil. Bei 0-kcal-Getränken liegt der Anteil bei etwa 50 Prozent. Die neue Anlage soll diese Position weiter stärken und zugleich zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten im wichtigsten Exportmarkt Deutschland schaffen, wo das Unternehmen bereits eine Distribution von rund 90 Prozent im Lebensmitteleinzelhandel erreicht und etwa die Hälfte seines Umsatzes mit Wasser mit Geschmack erzielt.
Neben der Erweiterung des Produktportfolios verfolgt die Investition auch Nachhaltigkeitsziele. Die neue Produktionslinie setzt unter anderem auf elektrische Dampferzeugung anstelle fossiler Energieträger und soll durch effizientere Prozesse den Energieverbrauch reduzieren.