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Verpackung im Umbruch: Neue EU-Regeln erhöhen Druck – Recycling gewinnt an Bedeutung

Verpackung: EU-Regeln erhöhen den Druck

Mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) kommen ab 2026 strengere Vorgaben auf den Handel zu. Gleichzeitig zeigt die Praxis in Österreich, welches Potenzial in moderner Sammlung und Recycling steckt.

Die Anforderungen an Verpackungen in Europa steigen deutlich. Mit der neuen EU-Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung (PPWR), die ab Sommer 2026 schrittweise in Kraft tritt, verschärft die Europäische Union die Rahmenbedingungen für Hersteller, Händler und Onlineversender. Ziel ist es, Verpackungen zu reduzieren, ihre Recyclingfähigkeit zu erhöhen und Mehrwegsysteme auszubauen. Interzero ordnet die PPWR ein: Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: steigenden Handlungsdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

PPWR: Weniger Verpackung, mehr Verantwortung

Die neuen Vorgaben verpflichten Unternehmen, Verpackungen künftig deutlich effizienter zu gestalten. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Reduktion von Materialeinsatz, der Verzicht auf schwer recycelbare Verbundstoffe sowie die Minimierung von Leerraum – etwa im Versandhandel. Gleichzeitig bleiben klassische Anforderungen wie Produktschutz, Haltbarkeit und Logistikfähigkeit bestehen. Unternehmen stehen damit vor der Herausforderung, ökologische und ökonomische Anforderungen in Einklang zu bringen.

Branchenbeobachtungen zeigen jedoch: Obwohl die PPWR seit Längerem angekündigt ist, haben viele Unternehmen die notwendigen Anpassungen noch nicht vollständig umgesetzt. Die Umsetzung erfordert nicht nur technische Änderungen, sondern auch strategische Entscheidungen – etwa bei Verpackungsdesign, Lieferketten und Materialauswahl. Interzero unterstützt in diesen Fällen mit langjähriger Expertise.

Kreislaufwirtschaft wird zur strategischen Aufgabe

Die PPWR unterstreicht einen grundlegenden Wandel: Verpackung wird zunehmend Teil einer umfassenden Kreislaufstrategie. Unternehmen müssen sich stärker damit beschäftigen, wie Materialien nach ihrer Nutzung wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden können. Dass dies in der Praxis funktioniert, zeigt ein Blick auf Österreich.

Gelber Sack: Vereinfachte Sammlung, bessere Qualität

Seit 1. Jänner 2025 werden Kunststoff- und Metallverpackungen österreichweit gemeinsam im Gelben Sack beziehungsweise in der Gelben Tonne gesammelt. Ziel der Reform war es, die Sammlung für Haushalte zu vereinfachen und gleichzeitig die Qualität der getrennten Materialien zu verbessern. Erste Erfahrungen zeigen eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung. Moderne Sortieranlagen ermöglichen zudem eine präzisere Trennung der Materialströme – eine zentrale Voraussetzung für hochwertiges Recycling.

Parallel wurde das Einwegpfandsystem für Kunststoffgetränkeflaschen und Dosen eingeführt. Diese Verpackungen werden seither getrennt erfasst, was sich auch in den Sammelmengen widerspiegelt: Für 2025 war der Rückgang der über den Gelben Sack erfassten Mengen rund 7 %. Dieser Effekt ist jedoch systembedingt und kein Hinweis auf sinkende Sammelbereitschaft.

Handel im Spannungsfeld von Regulierung und Innovation

Für den Handel ergibt sich daraus ein Spannungsfeld: Einerseits steigen die regulatorischen Anforderungen durch die PPWR deutlich. Andererseits eröffnen Fortschritte in Sammlung und Recycling neue Möglichkeiten, nachhaltigere Verpackungslösungen umzusetzen. Entscheidend wird sein, wie schnell und konsequent Unternehmen diese Transformation angehen. Klar ist: Verpackung entwickelt sich vom reinen Kostenfaktor zu einem strategischen Element – mit direkten Auswirkungen auf Wettbewerbsfähigkeit, Markenwahrnehmung und regulatorische Konformität.

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geschrieben am

17.04.2026