Tchibo entwickelt Geschäftsmodell weiter
Anfang September hat Tchibo Österreich sein neues Headquarter in Wien Erdberg (mit 1.900 m2 Bürofläche) bezogen und lud Ende des Monats die heimische Fachpresse zu einem ersten Rundgang ein. Dabei bot Geschäftsführer Paul Unterluggauer im gemeinsamen Gespräch auch Einblicke in die aktuelle Entwicklung des Unternehmens sowie des Kaffee-Marktes und sprach über die konsequente Weiterentwicklung des Geschäftsmodells.
Tchibo Österreich erzielte 2025 einen Brutto-Umsatz von rund 367 Mio. Euro, 40 % davon im letzten Jahresdrittel. Damit lag der Umsatz über dem Vorjahr und es konnten auch Marktanteile dazu gewonnen werden. Das heurige Wirtschaftsjahr läuft für den Geschäftsführer bisher zufriedenstellend. Insgesamt sind in Österreich 800 Mitarbeitende beschäftigt, ca. 100 im Headquarter, die weiteren in den 120 Filialen.
Listungsausbau im LEH
Mit den eigenen Filialen, einem starkem Online-Vertrieb und flächendeckender Präsenz im LEH verfügt Tchibo über ein sehr breites Omnichannel-Vertriebssystem. Die Marke ist österreichweit in rund 5.000 Super- und Verbrauchermärkten vertreten und in allen Kaffee-Segmenten (Espresso/Caffè Crema, Filterkaffee und Einzelportionen) führend. Seit Anfang August ist auch die Premium-Einzelportionsmarke Qbo im Lebensmitteleinzelhandel verfügbar, in rund 140 Billa Plus-Märkten werden die Qbo One-Maschine sowie die Kapseln in verschiedenen Sorten angeboten. Ein weiterer Vertriebsausbau im LEH ist bereits geplant.
Markenerlebnis im Fokus
„Es geht darum, an möglichst vielen Touchpoints präsent zu sein und dabei ein konsistentes Markenerlebnis für unsere Zielgruppe zu schaffen“, erklärt Paul Unterluggauer. Demnach entwickelt Tchibo das Einkaufserlebnis konsequent in Richtung ganzheitliches Markenerlebnis weiter. Im Zuge der Modernisierungsoffensive findet derzeit eine große Umbau-Offensive der Regalflächen im LEH statt, um den Markenauftritt zu verstärken und besondere Shopping-Erlebnisse mit neuem „Look & Feel“ zu schaffen.
Aber auch bei den Filialen schreitet die Modernisierung voran. Eine zentrale Rolle spielen dabei die CoffeeBars, die Kaffeehausflair mit einem frischen Markenauftritt verbinden. Bereits 2025 wurden rund ein Dutzend Filialen adaptiert, 2026 folgen weitere 14 in Niederösterreich, Wien und Salzburg.
Kaffeekultur im Wandel
Österreich ist und bleibt eine Kaffee-Nation: Über 70 % trinken täglich Kaffee. Gleichzeitig verändert sich, wie Kaffee konsumiert wird. Die Tchibo Kaffee-Fakten zeigen: Während ältere Generationen ihren Ritualen treu bleiben, definiert die Gen Z (15-29 Jahre) Kaffee völlig neu. Iced Coffee, Matcha und Ube zeigen, wie schnell neue Geschmäcker und Rituale entstehen. Die junge Generation ist außerdem sehr mobil unterwegs: Beeindruckende 94 % kaufen Coffee to go – weit mehr als bei allen anderen Altersgruppen. Tchibo greift diese Trends auf, verbindet sie mit der eigenen Kaffeekompetenz und gestaltet damit den Markt aktiv mit. „Diese Herausforderungen muss man annehmen und sich auf den Markt einstellen“, so Paul Unterluggauer.