Direkt zum Inhalt
Mag. Christoph Holzer, Geschäftsführer der Spar Zentrale Graz

Spar Graz: Region stark gewachsen

Die Spar Zentrale in Graz ist für 1,5 Mio. Menschen in der Steiermark und im südlichen Burgenland verantwortlich. Im Gespräch mit Geschäftsführer Christoph Holzer.

Jeder neue Besuch in der Spar Zentrale Graz bringt Staunen mit sich: denn die Betriebsfläche wächst und wächst. Muss sie auch – denn die Zentrale in Graz, die für die gesamte Steiermark und das südliche Burgenland zuständig ist, verantwortet die Versorgung von etwa 1,5 Mio. Einwohnern. Und dann kommt noch dazu: die Spar Steiermark ist der größte „Gewinner“ abgegebener Unimärkte in Österreich. „Wir sind in der gesamten Region kräftig am Wachsen“, freut sich der Geschäftsführer der Spar Zentrale in Graz, Mag. Christoph Holzer. Zugleich ist so ein Wachstum auch eine logistische Herausforderung für das Unternehmen. Und: auch die Sortimente, Angebote, sowie Um- und Ausbauten der Spar-Märkte dürfen nicht vernachlässigt werden. Es gibt also jede Menge zu tun.

Logistikdrehscheibe und Steuerungszentrum

Die Zentrale in Graz übernimmt eine entscheidende Funktion für die Versorgung der Filialen mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs. Insgesamt werden nahezu 300 Spar-, Eurospar und auch Interspar-Märkte organisiert und beliefert, wodurch eine flächendeckende Nahversorgung in der Region sichergestellt wird. Fast 8000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter inklusive Kaufleute arbeiten mit und für die Spar Zentrale im Stadtteil Puntigam. 900 Mitarbeiter arbeiten am Standort, rund 500 davon im Lager und Logistikbereich.
Ein wesentlicher Bestandteil der Zentrale ist das moderne Logistikzentrum. Dieses wurde 2024 um 40% erweitert. Durch den umfangreichen Ausbau kamen 12.000 Palettenplätze neu hinzu, davon die Hälfte in einem automatisierten Palettenhochregallager. Das neue Hochregallager wurde bewusst 10 m in die Tiefe und 17 m in die Höhe gebaut, wodurch mehr Lagerflächen auf bestehender Grundfläche ermöglicht wurden.
Auf dem Dach des neuen Logistikzentrums wurde eine PV-Anlage errichtet, die 6-mal mehr Strom liefert als die vorige Anlage: von knapp 114 kWp Leistung auf 700 kWp.

Über 570 Lieferanten liefern pro Tag knapp 3.700 Paletten an neuer Ware an das Spar-Lager. Über 5350 verschiedene Produkte aus den Bereichen haltbare Lebensmittel, Obst und Gemüse sowie Milch- und Molkereiprodukte werden von Graz-Puntigam ausgeliefert. Weitere 18.000 Produkte lagern im Zentrallager Wels und werden mittels Cross-Docking über das Lager in Graz an die Märkte ausgeliefert. Das ausgebaute Lager verfügt heute über 31 neue und insgesamt 94 Aus- bzw. Anliefertore.

TANN – Zentrum für Besonderheiten

Einen Teil des Logistikgebäudes bildet die TANN-Convenience-Produktion. Hier werden täglich mehr als 2000 Weckerl produziert, die frühmorgens an rund 60 Spar-Standorte ausgeliefert werden. TANN in Graz ist bekannt für steiermärkisches Rindfleisch, Steaks und Dry Aged-Produkte.

Regionale Sortimente zur Differenzierung

Seit jeher und in ganz Österreich setzt Spar auf eine intensive Zusammenarbeit mit regionalen und lokalen Produzentinnen und Produzenten. So auch in der Region Steiermark. Dort finden sich über 4000 verschiedene steirische Produkte von 333 steirischen Produzenten im Regal. „Regionale und lokale Produkte werden nach wie vor und auch in Zukunft bei uns in der Zentrale eingekauft. Dieses Grundsortiment von rund 4000 Produkten ist für alle – Spar-Kauflaute und Spar-Filialen – erhältlich“, beschreibt Christoph Holzer das regionale Sourcing. Zu dem Grundsortiment führen Spar-Kaufleute auch Mikro-Sortimente für ihre Kunden.
Auch die Absatzmengen ausgewählter Warengruppen verdeutlichen die Bedeutung der regionalen Versorgung: So werden jährlich unter anderem mehrere Millionen Liter Getränke, Millionen Stück Frischeprodukte wie Eier oder Kraut sowie große Mengen an Mehl, Obst und steirischen Spezialitäten wie Kernöl oder Steirerlaib umgesetzt. Diese Zahlen unterstreichen die Rolle von Spar als zentraler Versorger im Lebensmitteleinzelhandel der Region.

Die Region Steiermark ist gemeinsam mit Oberösterreich im Spar Universum für die hohe Akzeptanz der Spar-Eigenmarken bekannt. Das liegt einerseits an der im Vergleich zu Restösterreich niedrigeren Kaufkraft und auch an den guten Aktionen an sich.

Darüber hinaus treibt Spar Graz die Digitalisierung der Märkte voran. Ein Schwerpunkt liegt auf der Einführung elektronischer Regaletiketten (ESL). Bereits 64 Filialen wurden umgestellt, weitere folgen im Laufe des Jahres. Auch selbstständige Kaufleute setzen zunehmend auf diese Technologie, sodass bis Jahresende insgesamt rund 100 Standorte im Vertriebsgebiet mit ESL ausgestattet sein sollen. Dies ermöglicht den Kunden absolute Preissicherheit am Regal. Es schließt Fehlerquellen wie bspw. ein falsch gestecktes Papieretikett aus und Aktionspreise automatisch immer korrekt dargestellt.

Spar Zentrale Graz: strukturelle Weiterentwicklung im Gange

Die Spar Zentrale in Graz setzt ihren Expansions- und Modernisierungskurs im Jahr 2026 konsequent fort.
Ein zentraler Meilenstein ist dabei die Integration von insgesamt zwölf ehemaligen Unimarkt-Standorten in das Spar-Netz. Elf dieser Märkte befinden sich in der Steiermark, ein weiterer im Burgenland. Die übernommenen Standorte umfassen sowohl selbstständige Kaufleute (10) als auch Filialbetriebe (2) und wurden im Februar 2026 sukzessive in das Spar-System überführt. Die Verkaufsflächen bewegen sich dabei überwiegend im klassischen Nahversorgersegment zwischen rund 300 und 600 m2, ergänzt durch einen Eurospar-Standort in Feldbach mit über 1.100 m2 Verkaufsfläche.

Parallel dazu wird das Eurospar-Netz gezielt weiterentwickelt. Aktuell umfasst das Vertriebsgebiet 34 Eurospar-Standorte, bis Jahresende ist eine Erweiterung auf 35 Märkte geplant. Zu den Neueröffnungen 2026 zählen unter anderem Standorte in Güssing, Feldbach sowie ein geplanter Markt in Kalsdorf. Bemerkenswert ist dabei die zunehmende Rolle selbstständiger Kaufleute im großflächigen Segment: Bereits neun Eurospar-Standorte werden von selbstständigen Einzelhändlern betrieben, nachdem im Vorjahr zwei weitere Kaufleute in dieses Format eingestiegen sind.

Auch im Bereich der kleinflächigen, hochfrequentierten Vertriebsschienen zeigt sich eine dynamische Entwicklung. Das Netz der Spar express- und DeSpar express-Standorte umfasst aktuell 24 Einheiten in der Region, darunter mehrere urbane Standorte in Graz. Weitere Eröffnungen in Kooperation mit Tankstellenpartnern – etwa in Graz, Pöls oder Eisenerz – unterstreichen die strategische Bedeutung dieses Formats für die Nahversorgung und die Erschließung zusätzlicher Kundenkontakte im Convenience-Bereich.

Ein weiteres zukunftsweisendes Modell stellt die Sicherung der Nahversorgung in ländlichen Regionen dar. In mehreren Gemeinden werden Spar-Märkte in Kooperation mit Kommunen oder lokalen Vereinen betrieben. Beispiele aus der Steiermark zeigen, dass dieses Modell erfolgreich zur Aufrechterhaltung der Infrastruktur im ländlichen Raum beiträgt.

Spar-Mitarbeiter: ein wesentliches Segment

Ein wesentliches Fundament der Unternehmensstrategie bleibt die Förderung des Fachkräftenachwuchses. In der Region werden derzeit über 265 Lehrlinge ausgebildet, wobei Spar auch unterjährig Ausbildungsplätze anbietet. Initiativen wie das Projekt „Lehrlinge führen einen Supermarkt“, zuletzt durchgeführt im Eurospar-Standort in der Grazer Sackstraße, verdeutlichen den praxisorientierten Ausbildungsansatz und stärken zugleich die Eigenverantwortung der Nachwuchskräfte. Die Spar Zentrale in Graz ist und bliebt für die Regionen einer der dynamischsten Player im Lebensmittelhandel.

Kategorien

Tags

geschrieben am

20.04.2026