Self-Checkout: Jeder Zweite nutzt SB-Kassen
Selbstbedienungskassen sind im österreichischen Handel etabliert, ihre Akzeptanz hängt jedoch stark vom Alter ab. Das zeigt der "Consumer Check: So kauft Österreich" des Handelsverbands in Kooperation mit Thalia, für den Reppublika Research über 1.000 Personen befragt hat.
Deutliches Generationengefälle
Insgesamt nutzen 47 Prozent der Bevölkerung gerne Self-Checkout-Kassen. Bei der Generation Z liegt die Zustimmung bei 82 Prozent, bei Millennials bei 67 Prozent. In der Generation X sinkt der Anteil auf 39 Prozent, bei Babyboomern und Golden Agern auf 20 Prozent. „Self-Checkout ist ein Generationenthema. Je älter die Kunden, desto größer die Skepsis“, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.
Quer durch alle Altersgruppen zeigt sich jedoch ein klarer Wunsch nach Wahlfreiheit: 76 Prozent möchten zwischen Self-Checkout und bedienter Kasse wählen können, 53 Prozent wünschen sich SB-Kassen für einfache Einkäufe und persönliche Beratung bei Bedarf.
Lebensmittelhandel als Vorreiter
Am häufigsten wird im Lebensmittelhandel selbst gescannt: 31 Prozent der Konsumenten nutzen SB-Kassen dort häufig, weitere 20 Prozent gelegentlich. Es folgen Baumärkte (20 %), Drogerien (18 %), Einrichtungshandel (15 %), Sport- und Modehandel (je 14 %), Buchhandel (11 %) und Elektrohandel (10 %).
Im Buchhandel zeigt Thalia beispielhaft, wie sich die Nutzung entwickeln kann: Seit der Einführung im September 2023 stieg die Zahl der SB-Terminals von 34 auf 106, der Anteil am stationären Umsatz wuchs von rund 3 auf 16 Prozent. Zu Weihnachten 2025 lief in den großen Stadtfilialen in Wien und Linz mehr als jeder vierte Euro über die SB-Kassa. „Bei uns kann man die SB-Kassa nutzen, muss aber nicht. So bleiben unsere Buchhändler auf der Fläche, statt an der Kassa zu stehen“, erklärt Handelsverband-Vizepräsidentin und Thalia Österreich-Geschäftsführerin Andrea Heumann.
Stadt-Land-Gefälle und Bundesländer-Ranking
In Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern nutzen 42 Prozent Self-Checkout im Lebensmittelhandel häufig oder fast immer, in kleineren Gemeinden nur 21 Prozent. Im Bundesländervergleich liegen Oberösterreich und Salzburg mit 53 Prozent vorn, gefolgt von Tirol/Vorarlberg (50 %), Wien (49 %), Niederösterreich/Burgenland (44 %) sowie Steiermark/Kärnten (41 %).
Zeitersparnis als Hauptvorteil, Sorge um Arbeitsplätze als Kritikpunkt
Als größten Vorteil nennen 36 Prozent der Befragten die Zeitersparnis, gefolgt vom eigenen Einkaufstempo (25 %) und dem kontaktlosen Ablauf (21 %). Rund ein Drittel sieht hingegen keinen Vorteil: Häufigste Kritikpunkte sind die Sorge um Arbeitsplätze (36 %), Unpraktikabilität bei größeren Einkäufen (34 %) und fehlendes Personal bei Rückfragen (31 %).
Scan & Go noch ausbaufähig
Beim „Scan & Go“, bei dem Kunden Produkte per Smartphone erfassen und in einer App bezahlen, besteht laut Studie noch Wachstumspotenzial: 45 Prozent kennen das Angebot, genutzt haben es bislang 14 Prozent. Auch hier ist die Generation Z Vorreiter, mit einer Nutzungsquote von 31 Prozent gegenüber 18 Prozent bei Millennials und 10 Prozent in der Generation X.
Für den Consumer Check befragte Reppublika Research im Auftrag des Handelsverbands und Thalia von 6. bis 17. Juli 2026 insgesamt 1.009 Personen ab 18 Jahren in Österreich mittels Online-Interviews. Die Stichprobe ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung.