SalzburgMilch: Heumilch wichtiger Pfeiler
SalzburgMilch stellt sich mit der Zusammenführung der Pinzgau Milch strategisch neu auf. Die beiden traditionsreichen Molkereien werden künftig unter einer gemeinsamen Marke und Unternehmensstruktur geführt. Mit einem rechnerischen Jahresumsatz von rund 526 Mio. Euro für 2025 festigt das Unternehmen seine Position als Nummer drei unter Österreichs Molkereien. Ziel ist es, Synergien zu nutzen, Abläufe effizienter zu gestalten und die Wettbewerbsfähigkeit in einem von Preis- und Kostendruck geprägten Markt zu stärken.
Die Eigentümerstruktur unterstreicht die bäuerliche Verankerung: 90 Prozent des Unternehmens hält künftig die Salzburger Alpenmilch Genossenschaft eGen, die genossenschaftlich organisierte Bauernfamilien vertritt. Weitere zehn Prozent liegen bei der HMP Immobilien Holding GmbH. Die vier Standorte in Salzburg-Itzling, Lamprechtshausen, Maishofen und Kössen bleiben erhalten und sollen innerhalb eines gemeinsamen Gesamtkonzepts weiterentwickelt werden. Durch die engere Zusammenarbeit sollen Milchsammlung, Verarbeitung, Logistik und Produktionsplanung ebenso wie Einkauf und Vertrieb besser aufeinander abgestimmt werden. Rund 750 Mitarbeiter und etwa 3.200 überwiegend kleinstrukturierte Familienbauernhöfe bilden die Basis der regionalen Wertschöpfungskette.
Spezialmilch als strategischer Vorteil
Eine wesentliche Stärke des Unternehmens ist die Verarbeitung unterschiedlicher Milchsorten. An den vier Standorten werden jährlich rund 459 Millionen Kilogramm Milch verarbeitet. Davon entfallen etwa 266 Millionen Kilogramm auf Spezialmilchsorten wie Heumilch, Bio-Milch und Bio-Heumilch. Damit machen diese Rohstoffe mehr als die Hälfte der gesamten Verarbeitungsmenge aus. Auf die Heumilch entfallen 125 Mio. kg, somit ist die SalzburgMilch größter Heumilch-Verarbeiter. Die Menge macht 30% des Volumens bei SalzburgMilch aus. Über 70% davon ist Bio-Heumilch.
Die verschiedenen Milchsorten werden von der Abholung am Bauernhof über die Verarbeitung bis zur Abfüllung oder Käsereifung getrennt und rückverfolgbar gehalten. So kann SalzburgMilch unterschiedliche Produktionsbedingungen der bäuerlichen Lieferbetriebe abbilden und daraus ein differenziertes Sortiment entwickeln.
Die Standorte bringen dafür ihre jeweiligen Kompetenzen ein: In Salzburg-Itzling liegen die Schwerpunkte auf Milchprodukten, Jogurts und Frischkäse, Lamprechtshausen ist auf Hart- und Schnittkäse spezialisiert. Maishofen und Kössen ergänzen das Unternehmen mit Know-how in der Verarbeitung von Spezialmilchsorten, bei Molkereiprodukten und Käsespezialitäten. Die gemeinsame Produktionsplanung soll diese Stärken künftig besser verbinden.
Heumilch vom Trinkglas bis zum Bergkäse
SalzburgMilch bezeichnet sich als bedeutendsten Heumilchverarbeiter Mitteleuropas. Das Unternehmen verarbeitet Heumilch, Heumilch aus 365-Tage-Freilauf-Haltung, Naturland-zertifizierte Bio-Heumilch und Goldstandard-Milch. Daraus entsteht ein Sortiment von rund 150 Heumilch-Artikeln. Es reicht von Trinkmilch, Jogurt, Butter und Skyr über Frischkäse bis zu Schnitt- und Hartkäse. Zu den Spezialitäten zählen Heujuwel, Emmentaler und zwölf Monate gereifter Bergkäse.
Die Rohstoffbasis ist wie bei den anderen Produzenten und Bauern an klare Fütterungsvorgaben gebunden: Im Sommer erhalten die Kühe frisches Gras und Kräuter, im Winter Heu. Auf Silage und andere Gärfuttermittel wird verzichtet. Bei Bio-Heumilch gelten zusätzlich die Anforderungen der biologischen Landwirtschaft. Die getrennte Verarbeitung sichert die Rückverfolgbarkeit bis zum fertigen Produkt. Heumilch dient damit als Differenzierungsmerkmal im Markt. SalzburgMilch kann unterschiedliche Qualitäts- und Haltungsstandards in ein breites Sortiment übersetzen.
Breites Sortiment und internationale Märkte
Mit mehr als 1.000 Artikeln verfügt SalzburgMilch nach dem Zusammenschluss über ein breites Portfolio. Neben klassischen Milchprodukten, Jogurts, Topfen und Käse umfasst es Bio-Produkte, Gastronomieartikel sowie Produkte für nationale und internationale Handelspartner. Eine besondere Kompetenz liegt in der Entwicklung und Abfüllung von Produkten in Kunststoffflaschen. Dazu gehören Proteinshakes, Meal Replacer, Kindernährmittel und spezielle medizinische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (FSMP).
Der rechnerische Jahresumsatz von rund 526 Mio. Euro für 2025 verdeutlicht die Größenordnung des zusammengeführten Unternehmens. Die Exportquote liegt bei rund 39 Prozent. Das Auslandsgeschäft ist damit ein wichtiger Absatzkanal, während die Rohstoffbeschaffung und die genossenschaftliche Eigentümerstruktur eng mit der heimischen Landwirtschaft verbunden bleiben.
Tierwohl und Ressourceneffizienz
Neben Rohstoffqualität setzt SalzburgMilch auf Tierwohl und Nachhaltigkeit. Die 2017 gestartete Tiergesundheitsinitiative umfasst regelmäßige Kontrollen anhand tierbezogener Kriterien, Vorgaben für Haltung, Pflege und Fütterung sowie tierärztliche Beratung für die Bauernfamilien. Die Premium Frühstücks-Heumilch mit 3,6 Prozent Fett stammt von Kühen, die ganzjährig uneingeschränkte Bewegungsfreiheit haben und nicht angebunden werden. Die Haltungsbedingungen werden durch das AMA-Gütesiegel Tierhaltung + ausgewiesen.
Auch beim Klimaschutz hat sich das Unternehmen Ziele gesetzt: Die betrieblichen Emissionen der Bereiche Scope 1 und 2 sollen bis 2030 gegenüber 2020 um 42 Prozent sinken. Bis 2035 wird eine vollständige Reduktion in diesen Bereichen angestrebt. Maßnahmen umfassen eine effizientere Nutzung von Energie und Wasser, den Ausbau erneuerbarer Energieträger und die Photovoltaikanlage am Käsereistandort Lamprechtshausen.