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Roncadin Pizza Produktion

Roncadin rüstet Europa-Werk auf

Der italienische Pizzahersteller investiert mehr als 80 Millionen Euro, den Großteil davon in Italien. Mit neuen Linien in Meduno will die Gruppe die starke Nachfrage in Europa bedienen und ihren Umsatz in drei Jahren auf 500 Millionen Euro steigern.

Die Roncadin-Gruppe bereitet mit einem Dreijahresplan die nächste Wachstumsphase vor. Das von Edoardo Roncadin gegründete Familienunternehmen mit Sitz in Meduno in der Provinz Pordenone wird heute von seinem Sohn Dario geführt. Es stellt tiefgekühlte und gekühlte Pizzen sowie herzhafte Backwaren für den Lebensmitteleinzelhandel und den Außer-Haus-Markt her. Für 2026 erwartet die Gruppe mit mehr als 1.250 Beschäftigten einen konsolidierten Umsatz von rund 300 Mio Euro, so viel wie nie zuvor. Mehr als 85 Prozent davon erwirtschaftet sie im Ausland. Die Produkte sind in mehr als 50 Ländern erhältlich.

Meduno: 50 Millionen Euro für mehr Kapazität

Den Kern des Programms bildet der Ausbau des Hauptstandorts Meduno, an dem Tiefkühlpizzen für die Handelsmarken des Lebensmitteleinzelhandels entstehen. Die Nachfrage in Europa ist zuletzt sehr rasch gestiegen, die verfügbaren Kapazitäten sind nahezu vollständig ausgelastet. Roncadin hat deshalb die Grundlagen für Investitionen von rund 50 Mio Euro geschaffen.

Bis Ende 2026 soll eine neue Produktionslinie auf 4.500 m2 Fläche neben dem bestehenden Werk fertiggestellt sein. Sie hebt die Kapazität von derzeit 120 Millionen auf 140 Millionen Pizzen pro Jahr. Die Produktion soll im ersten Quartal 2027 starten, die volle Auslastung ist für April 2027 geplant. Anfang 2028 soll eine zweite Linie folgen, die Kapazität steigt dann auf 160 Millionen Pizzen jährlich. Nach Abschluss des Ausbaus dürften rund 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Parallel investiert Roncadin in die bestehende Infrastruktur, um die Lagerkapazität zu erhöhen und Effizienz, Produktivität und Qualität auf hohem Niveau zu halten.

RoncaLab: Pinsa und Snacks für den Premiumbereich

Die auf Premium- und Gourmetprodukte spezialisierte Tochter RoncaLab, die vor allem den Außer-Haus-Markt bedient, wächst ebenfalls. Am Standort Sommacampagna in der Provinz Verona sind weitere Investitionen geplant, um das Angebot auszubauen. Im Fokus steht das Segment der tiefgekühlten, belegten Pinsa, auf das die Gruppe für ihr Wachstum setzt.

In Caorle in der Provinz Venedig übernahm RoncaLab 2026 ein Werk, das zuvor Pizzaböden herstellte. Dort wurde eine Investition von 5 Mio Euro eingeleitet, um ein eigenständiges Snacksortiment zu entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Pizzette und Teigkugeln in neuen Größen und Formaten für Einzelhandel und Foodservice. Bereits installiert ist eine neue Linie für Minipizzen mit 7 bis 12 Zentimetern Durchmesser.

Verstärkung im Vertrieb

Seit dem 1. Oktober 2026 ist Thomas Schulz Senior Commercial Advisor der Gruppe. Der frühere Chief Sales Officer und Executive-Board-Mitglied der Freiberger-Gruppe soll Vertrieb und Management beim Erreichen des Umsatzziels unterstützen. Das Wachstum der vergangenen Jahre habe außergewöhnliche Ergebnisse, aber auch große Herausforderungen gebracht, sagte Firmenchef Dario Roncadin. Damit sei die Verantwortung gewachsen, Prozesse, Produktionskapazitäten, Vertrieb und Governance zu stärken. Schulz bringe Kenntnisse der internationalen Märkte und umfassende Erfahrung mit Handelsmarkenpizza mit.

Außerhalb Europas investiert die Gruppe 22 Mio Euro in eine zweite Linie im Ende 2024 eröffneten Werk bei Chicago. Dort soll die Kapazität ab 2028 auf 50 Millionen Pizzen jährlich steigen. Der nordamerikanische Markt steht inzwischen für 30 Prozent des Gruppenumsatzes.

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geschrieben am

30.10.2026