Rewe Group startet Logistikzentrum ALPHA
Mit dem offiziellen Spatenstich Mitte Mai 2026 hat die Rewe Group den Baustart für ihr neues Logistikzentrum ALPHA in Wiener Neudorf eingeläutet. Den Auftakt des Großprojekts bildet ein neues Wertstoffsortierzentrum, das künftig eine zentrale Funktion innerhalb der Rückhol- und Recyclinglogistik des Handelskonzerns übernehmen wird. An der Eröffnung der Bauarbeiten nahmen Marcel Haraszti, Vorstand der Rewe International AG, Bundesminister für Wirtschaft, Energie und Tourismus Wolfgang Hattmannsdorfer sowie die niederösterreichische Landtagsabgeordnete Marlene Zeidler-Beck in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner teil.
Hohes Investment am Standort Wiener Neudorf
Mit einem Investitionsvolumen von rund 600 Millionen Euro zählt ALPHA zu den größten Infrastrukturprojekten der Ostregion Österreichs und stellt zugleich die bislang größte Einzelinvestition eines privaten Unternehmens in Niederösterreich dar. Bis 2030 entwickelt die Rewe Group ihren bestehenden Standort in Wiener Neudorf zu einem nachhaltigen und hochautomatisierten Knotenpunkt der Handelslogistik weiter. Ziel ist die Bündelung sämtlicher Warenströme in einem zentralen Logistikgebäude sowie die langfristige Sicherung der Warenversorgung in Österreich für die kommenden 30 Jahre.
Künftig sollen von Wiener Neudorf aus rund 2500 Standorte der Handelsfirmen (Billa, Billa Plus, Bipa, Adeg) mit mehr als 20.000 Artikeln des Trockensortiments versorgt werden. Auf rund 150.000 m2 entstehen dafür automatisierte Lagerlösungen, robotergestützte Kommissioniersysteme und digital gesteuerte Logistikprozesse. Herzstück der Anlage werden automatisierte Hochregallager mit rund 87.000 Palettenplätzen sein. Die neue Infrastruktur soll eine schnelle, effiziente und ressourcenschonende Warenlogistik ermöglichen und gleichzeitig die Lieferketten robuster gestalten. Marcel Haraszti, Vorstand der Rewe International AG, bezeichnete das Projekt als gezielte Investition in die Zukunftsfähigkeit der Versorgung in Österreich. Mit ALPHA entstehe eine moderne Logistikdrehscheibe, die Effizienz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit vereine.
Zentrale Rolle: Wertstoffsortierzentrum
Eine zentrale Rolle innerhalb des Gesamtprojekts übernimmt das neue Wertstoffsortierzentrum. Vor allem seit Einführung des Einwegpfandsystems im Jahr 2025 hat die Bedeutung leistungsfähiger Rückhol- und Recyclingprozesse deutlich zugenommen. Nach Unternehmensangaben wurden allein 2025 in den Rewe-Handelsfirmen bereits mehr als 380 Millionen Pfandgebinde retourniert – mit weiterhin steigender Tendenz.
Das neue Zentrum soll künftig die Sortierung und Rückführung der Materialien in den Recyclingkreislauf deutlich effizienter gestalten und damit einen wesentlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leisten. Geplant ist eine tägliche Verarbeitungskapazität von bis zu 66.000 Kisten Mehrweggebinden sowie rund 1,5 Millionen Einweggebinden. Sämtliche Prozesse – von der Sortierung über die Müllpressung bis hin zur Intralogistik – werden künftig zentral gebündelt.
Christian Hörner, Geschäftsführer Lager & Transport, bezeichnete den Baustart als wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der Logistikstruktur der Rewe Group. Das Wertstoffsortierzentrum schaffe die Grundlage für effiziente und zukunftsfähige Rückholprozesse und stärke zugleich die gesamte Lieferkette. Isabella Handler, Projektleiterin Lager & Transport, betonte insbesondere die Bedeutung leistungsfähiger Infrastruktur im Zusammenhang mit dem Einwegpfandsystem. Ziel sei es, Sortier- und Recyclingprozesse so effizient und nachhaltig wie möglich zu gestalten. Das neue Wertstoffsortierzentrum werde dabei zu einem zentralen Bestandteil der Kreislaufwirtschaft innerhalb der Rewe-Logistik.
Noch im Sommer 2026 sollen die Einreichpläne für das gesamte Logistikzentrum folgen. Mit dem Baustart des Wertstoffsortierzentrums nimmt das Projekt ALPHA nun erstmals sichtbar Gestalt an.