Regenerative Landwirtschaft als Zukunftsmodell
Fruchtbare Böden sind die Grundlage für Ernährung und funktionierende Ökosysteme – doch Trockenphasen, Starkregen und Biodiversitätsverlust setzen die Landwirtschaft zunehmend unter Druck. Regenerative Landwirtschaft bietet dafür Lösungsansätze, wie Beispiele aus Österreich und aus Nespresso-Kaffeeanbaugebieten zeigen.
Intensiv bewirtschaftete Ackerflächen trocknen schnell aus und können Wasser schlecht aufnehmen. Böden sind jedoch weit mehr als Anbaufläche: Sie binden CO2, speichern Wasser und beherbergen zahlreiche Mikroorganismen als Basis funktionierender Ökosysteme. Trocknen sie aus oder werden abgetragen, verlieren landwirtschaftliche Flächen an Fruchtbarkeit – mit Folgen für Betriebe und die weltweite Ernährungssicherheit.
Praxisbeispiele von Österreich bis Kolumbien
Regenerative Landwirtschaft umfasst Praktiken wie reduzierte Bodenbearbeitung, dauerhafte Bodenbedeckung und biodiverse Fruchtfolgen, um Bodenfruchtbarkeit, Ökosysteme und CO2-Bindung zu fördern. In Österreich setzt Hans Gnauer, Landwirt und Obmann-Stellvertreter des Vereins Boden.Leben, seit den 1990er-Jahren im Weinviertel auf entsprechende Methoden. Diese verbessern die Wasser- und Nährstoffspeicherkapazität seiner Böden, stabilisieren Erträge und sichern die Biodiversität.
Auch im Kaffeeanbau gewinnt regenerative Landwirtschaft an Bedeutung, da viele Anbauregionen stark vom Klimawandel betroffen sind. Nespresso unterstützt im Rahmen seines Sustainable Quality Plans seit über 20 Jahren Kaffeefarmer bei der Umsetzung entsprechender Methoden – etwa durch Schattenbäume, Mulchen und organische Düngemittel aus Kompost. Eine Untersuchung des Cornell Lab of Ornithology zeigt die Wirkung: Auf untersuchten Kaffeefarmen in Kolumbien, die Teil des Nespresso-Programms sind, hat sich die Baumdeckung seit 2014 nahezu verdoppelt, die Vogelvielfalt stieg im Vergleich zur Umgebung um 10 %.