Recheis: vertraute Marke mit Innovationskraft
Bei der brandneuen Produktlinie von Recheis rückt Österreichs Marktführer das besondere Herkunfts- und Qualitätsmerkmal gezielt in den Mittelpunkt und will damit die Marke für die junge Generation von Nudelfans erlebbar machen. Elisabeth Senfter im Interview.
retailreport.at: Wie geht es Recheis als Unternehmen?
Elisabeth Senfter: Wir sind stabil ins Jahr 2026 gestartet und können unsere Position als Marktführer im österreichischen Teigwarenmarkt behaupten. Gleichzeitig bewegen wir uns in einem herausfordernden Umfeld: Konsumverhalten und Bedürfnisse verändern sich. Darauf reagieren wir, indem wir unsere Marke und unser Sortiment konsequent weiterentwickeln.
Nach dem umfassenden Markenrelaunch im vergangenen Jahr ist mit den Original Tyroler Teigwaren jetzt ein weiterer wichtiger Schritt erfolgt.
Was muss ein neues Produkt heute können, damit es im Teigwarenregal eine Chance hat? Was erfüllen die vier Produkte unter dem Dach Original Tyroler Teigwaren?
Ein neues Produkt muss einen relevanten Bedarf treffen, zur Marke passen und am Regal einen klaren Grund geben, zuzugreifen.
Mit den Original Tyroler Teigwaren erweitern wir unser Angebot um Hartweizenteigwaren ohne Ei – ein wachsendes Segment, dessen Entwicklung wir bereits seit mehreren Jahren beobachten. Das bedeutet keine Abkehr von Eierteigwaren. Sie bleiben eine unserer Kernkompetenzen und Ei eine hochwertige Zutat. Hartweizenteigwaren ohne Ei sind vielmehr eine zusätzliche, auch preislich attraktive Ergänzung unseres Angebots. Mit Fleckerl und Hörnchen bringen wir außerdem zwei österreichische Klassiker ins Hartweizensegment.
Gleichzeitig wollen wir eine jüngere Generation von Nudelfans für Recheis begeistern. Dafür verbinden wir unsere Tiroler Wurzeln und Nostalgie mit einem jungen, zeitgemäßen Auftritt. Tradition allein ist noch kein Geschäftsmodell. Entscheidend ist, die Besonderheiten von einst für die Käufer*innen von heute relevant zu machen.
Ist der österreichische Konsument bei Teigwaren tatsächlich innovationsfreudig – oder greift er letztlich doch zu den bekannten Produkten?
Teigwaren sind ein vertrautes Lebensmittel, das für viele ganz selbstverständlich zum Alltag gehört. Das heißt aber nicht, dass Konsumentinnen und Konsumenten nicht offen für Neues sind. Innovation kann bei Teigwaren ganz unterschiedlich aussehen: neue Formen, Rezepturen, Verwendungsanlässe oder auch Produktkonzepte.
Ein gutes Beispiel sind unsere Recheis Herzerl Nudeln, die auch 2027 wieder als Limited Edition erhältlich sein werden. Sie funktionieren auch als kleines Geschenk oder Mitbringsel und schaffen damit einen zusätzlichen Verwendungsanlass. Bei den Original Tyroler Teigwaren wiederum liegt die Innovation im Gesamtkonzept: Wir verbinden Vertrautes mit einem neuen, jungen Auftritt.
Entscheidend ist für uns, dass Innovation einen relevanten Mehrwert bietet und zu Recheis passt.
Wie viel Innovation verträgt eine Kategorie, in der Preis und Markenbekanntheit eine große Rolle spielen?
Eine Kategorie wie Teigwaren braucht nicht ständig etwas völlig Neues. Innovation muss vor allem relevant und verständlich sein und einen zusätzlichen Kaufimpuls schaffen.
Natürlich spielt dabei auch der Preis eine Rolle. Bei den Original Tyroler Teigwaren peilen wir einen UVP von unter zwei Euro an und positionieren das Sortiment damit in einem attraktiven Preissegment. Entscheidend ist am Ende, dass ein neues Produkt nicht nur für die Marke funktioniert, sondern auch die gesamte Kategorie belebt.
Welche Bedeutung hat das neue Produkt für die Kategorie Teigwaren im Lebensmittelhandel? Wer ist die Zielgruppe?
Mit den Original Tyroler Teigwaren setzen wir neue Impulse in der Kategorie. Fleckerl und Hörnchen bringen zwei österreichische Klassiker ins Hartweizensegment. Dazu kommt ein bunter Retro-Auftritt, wie es ihn im Teigwarenregal in dieser Form bisher nicht gibt, und der für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt.
Unsere Kernzielgruppe sind jüngere Konsumentinnen und Konsumenten, insbesondere Gen Z und Millennials, die wir stärker für Recheis begeistern wollen. Die vertrauten Nudelformen sprechen gleichzeitig Nudelfans über Generationen hinweg an.
Wie wichtig ist es, ein bestehendes Produkt weiterzuentwickeln, gegenüber einer komplett neuen Produktidee? Auch was die Verpackung betrifft?
Beides ist wichtig. Innovation kann auch bedeuten, Bewährtes weiterzuentwickeln und an veränderte Bedürfnisse anzupassen.
Die Verpackung spielt dabei für uns eine besonders große Rolle. Sie ist unser Kontaktpunkt Nummer eins zu den Konsumenten und muss am Regal für sich sprechen. Als österreichischer Lebensmittelhersteller mit Produktion in Österreich und einem hohen Anteil an heimischer Wertschöpfung haben wir nicht die Werbebudgets großer internationaler Marken. Umso wichtiger ist es, dass die Packung Aufmerksamkeit schafft und unmittelbar vermittelt, wofür Produkt und Marke stehen. Bei den Original Tyroler Teigwaren ist die Verpackung deshalb ein wesentlicher Teil des gesamten Produktkonzepts.
Welche Veränderungen im Koch- und Ernährungsverhalten beobachten Sie aktuell?
Einfache, alltagstaugliche Gerichte sind weiterhin sehr gefragt. Es muss oft schnell gehen, unkompliziert funktionieren und trotzdem gut schmecken. Gleichzeitig sehen wir Ernährungstrends etwa rund um Ballaststoffe, proteinreiche Ernährung oder glutenfreie Produkte. Darauf reagieren wir mit einem breiten Sortiment für unterschiedliche Bedürfnisse und Verwendungsanlässe.
Wie stark beeinflusst der Preis die Kaufentscheidung bei Teigwaren?
Die Preissensibilität ist durch die Krisen der vergangenen Jahre spürbar gestiegen. Gerade bei einem Grundnahrungsmittel wie Teigwaren wird heute genauer auf den Preis geschaut. Gleichzeitig haben österreichische Herkunft und Qualität weiterhin einen hohen Stellenwert. Es geht also nicht nur darum, was eine Packung kostet, sondern auch darum, welcher Wert darin steckt.
Und in einer Packung Recheis Nudeln steckt viel Wert: hochwertige Zutaten und viel heimische Wertschöpfung. Bei Goldmarke, Dinkel, Vollkorn und jetzt auch den Original Tyroler Teigwaren setzen wir beispielsweise auf 100 Prozent österreichische Zutaten.
Unser Anspruch ist, auch in einem preissensibleren Umfeld ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis zu bieten, ohne bei Qualität und Herkunft Abstriche zu machen.
Welche Produkttrends halten Sie für nachhaltig und welche sind eher kurzfristige Erscheinungen?
Nicht jeder Produkttrend schafft es, sich langfristig im Regal zu etablieren. Entscheidend ist, ob sich daraus eine dauerhafte Veränderung im Ernährungsverhalten entwickelt oder die Aufmerksamkeit nach kurzer Zeit wieder abnimmt.
Ein gutes Beispiel ist glutenfrei. Das Thema hat sich längst zu einem relevanten Segment entwickelt. Wir haben unser glutenfreies Sortiment über die Jahre konsequent ausgebaut und sind mittlerweile Marktführer in diesem Bereich. Auch protein- und ballaststoffreiche Ernährung sind Entwicklungen, mit denen wir uns schon länger beschäftigen und für die wir bereits entsprechende Produkte anbieten.
Natürlich gibt es daneben Food-Hypes, die schnell kommen und wieder verschwinden. Für uns geht es darum, früh zu erkennen, welche Entwicklungen Bestand haben und daraus Produkte mit echtem Mehrwert zu entwickeln, die zu Recheis passen.
Gibt es Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Konsumenten bei den Anforderungen an Teigwaren?
Bei den grundlegenden Anforderungen gibt es viele Gemeinsamkeiten: Teigwaren sollen gut schmecken, gelingsicher und einfach zuzubereiten sein. Sie sind vielseitig einsetzbar und die Basis für viele Lieblingsgerichte – das gilt generationenübergreifend. Unterschiede sehen wir eher darin, was ein Produkt darüber hinaus attraktiv macht. Bei jüngeren Konsumenten können beispielsweise ein zeitgemäßer Markenauftritt, Authentizität oder unterschiedliche Ernährungsweisen eine stärkere Rolle spielen.
Genau hier setzen wir mit den Original Tyroler Teigwaren an: Wir verändern nicht das, was eine gute Nudel ausmacht, sondern übersetzen die Stärken von Recheis in ein Produktkonzept, das gezielt eine jüngere Generation anspricht.