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v.l.n.r.: Martin WIDERMANN, Geschäftsführer PROPAK, Monika KÖPPL-TURYNA, Direktorin Eco Austria, Marko Bill SCHUSTER, Fachverbandsobmann PROPAK, Arnold TAUTERMANN-BICHLER, Fachverbandsobmann-Stv. PROPAK

PROPAK Industrie unter Druck

Industrielle Papierverarbeiter in Österreich verzeichneten 2025 ein Umsatzminus von drei Prozent – EcoAustria-Analyse zeigt Handlungsbedarf bei Kosten und Produktivität.

Die österreichische papierverarbeitende Industrie (PROPAK) blickt 2025 auf ein schwieriges Jahr zurück: Der Produktionswert sank um drei Prozent auf 2,23 Milliarden Euro, mengenmäßig fiel der Rückgang mit minus 1,2 Prozent moderater aus. Besonders betroffen waren Non-Packaging-Produkte (–4,4 Prozent), während der Verpackungssektor um 1,9 Prozent zurückging. Rund 80 Prozent der Produkte werden exportiert, auch hier gab es ein leichtes Minus von 0,4 Prozent. Die Beschäftigung blieb stabil, die Zahl der Lehrlinge legte sogar um 2,6 Prozent zu. „Die scheinbar stabile Lage darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass unsere Unternehmen wirtschaftlich zunehmend unter Druck geraten", sagt Marko Bill Schuster, Obmann des Fachverbandes Propak in der Wirtschaftskammer Österreich.

Kosten und Produktivität verlieren an Boden

Eine Studie von EcoAustria im Auftrag von Propak zeigt deutliche Standortnachteile: Zwischen 2017 und 2025 stiegen die Lohnstückkosten in Österreich um rund 37 Prozent, im Euroraum um 27 Prozent, in der Schweiz nur um sechs Prozent. Auch bei der Produktivität fällt Österreich zurück – die reale Arbeitsproduktivität stieg seit 2017 nur um rund vier Prozent, während Polen ein Plus von 25 Prozent, die Slowakei 20 Prozent und Ungarn 17 Prozent verzeichneten. „Gerade für eine stark exportorientierte Industrie ist das ein gravierender Standortnachteil", sagt EcoAustria-Direktorin Monika Köppl-Turyna.

Exportmärkte unter Druck

Wichtigster Absatzmarkt bleibt Deutschland mit Exporten von rund 445,9 Millionen Euro (2024), gefolgt von der Schweiz (219,4 Mio. Euro), Polen (128,9 Mio. Euro), Ungarn (115,2 Mio. Euro) und Tschechien (113,2 Mio. Euro). Der österreichische Marktanteil in Deutschland sank zwischen 2017 und 2024 von 10,3 auf 8,0 Prozent, während Anbieter aus Polen, China, Italien und Spanien an Bedeutung gewannen.

Innovation trotz schwieriger Lage

Die Branche setzt weiter auf recyclingfähige Verpackungen aus Papier und Karton als Kunststoffersatz sowie auf Digitalisierung – etwa QR-Codes, fälschungssichere Hologramm-Etiketten und digitale Bestellprozesse. „Gedruckte Informationen bleiben dort wichtig, wo Rechtssicherheit, Verständlichkeit und barrierefreier Zugang zählen", so Arnold Tautermann-Bichler, stellvertretender Fachverbandsobmann.

Geschäftsführer Martin Widermann betont die Unterstützung der Kreislaufwirtschaft, kritisiert aber die wachsende Regulierungsdichte: Allein die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) bringe neue Berichtspflichten und höhere administrative Kosten, rund zwanzig zugehörige Rechtsakte seien noch offen.

Für 2026 bleibt der Ausblick zurückhaltend, Wachstum wird nicht erwartet. „Die Propak-Industrie steht für nachhaltige Produkte, qualifizierte Arbeitsplätze und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Diese Stärke darf nicht durch Standortnachteile verspielt werden", so Schuster.

Der Fachverband Propak repräsentiert die industriellen Hersteller von Produkten aus Papier und Karton in Österreich: 83 Unternehmen verarbeiten mit rund 8.400 Mitarbeitern jährlich rund 1,01 Mio. Tonnen Papier und Karton.

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geschrieben am

19.06.2026