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Ostern 2026

Ostern belebt Handel, Küche und Sortiment

Ostern ist für den Handel nicht nur ein Fest der Schokolade, sondern auch ein wichtiger Impuls für Lebensmittel, Backzutaten und Geschenke.

Rund um die Feiertage steigt die Nachfrage nach traditionellen Produkten deutlich an – vom Mehl für Pinze, Reindling und Striezel über Eier bis hin zu Süßwaren und Spielwaren. Besonders sichtbar wird das bei Backzutaten: Im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel inklusive Diskonter wurden laut RollAMA 2025 rund 41.100 Tonnen Mehl verkauft, bei einem durchschnittlichen Preis von 1,18 Euro pro Kilogramm und einem Umsatz von rund 48,4 Millionen Euro. Österreich ist bei Getreide zudem weitgehend selbstversorgt - der Selbstversorgungsgrad liegt bei rund 90 Prozent.

Gerade zu Ostern erlebt das Backen traditioneller Rezepte eine kleine Renaissance. Für Osterpinze, Reindling oder Osterstriezel wird meist feines Weizenmehl glatt oder Universalmehl verwendet, weil diese Sorten luftige Hefeteige besonders gut unterstützen. Auch im Markt zeigt sich die Nachfrage nach klassischen Hefeteigprodukten: Der Absatz von Brioche und Striezel, darunter Osterbrot und Pinze, stieg von 2024 auf 2025 um 11 Prozent von rund 8.500 auf rund 9.400 Tonnen. Weizenmehl dominiert den Markt mit fast 80 Prozent Anteil, gefolgt von Dinkel mit rund 13 Prozent und Roggen mit etwa 7 Prozent. Glattes Mehl kommt auf rund 46 Prozent Marktanteil, Universalmehl auf rund 21 Prozent. Parallel wächst der Bio-Anteil im Mehlmarkt weiter und liegt mittlerweile bei rund 30 Prozent des Umsatzes.

Rund ums Ei

Eier zählen in Österreich zu den Lebensmitteln mit besonders stabiler Nachfrage. Trotz höherer Preise wurden 2025 über den Lebensmitteleinzelhandel rund eine Milliarde Eier verkauft. Das entspricht einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 250 Eiern pro Jahr. Der Markt wächst weiter, gleichzeitig bleibt die Lage bis Ostern angespannt, weil Angebot und Nachfrage in mehreren Segmenten nicht im Gleichgewicht sind. Österreich liegt beim Eigenversorgungsgrad derzeit bei rund 88 bis 90 Prozent, eine Ausweitung der Produktion ist aber im Gang: im kommenden Jahr sollen rund 500.000 Legehennen dazukommen.

Besonders deutlich zeigt sich die Osterwirkung bei verarbeiteten und gefärbten Eiern. Für diese Produkte gibt es keine verpflichtende Kennzeichnung von Haltung und Herkunft, weshalb es hier immer wieder auch zu Importen kommt, um Versorgungslücken zu schließen. Vor allem in Gastronomie und Hotellerie wird auf zusätzliche Bezugsquellen zurückgegriffen, etwa bei gekochten oder gefärbten Eiern. Auch im Handel kam es vereinzelt zu Knappheiten, weshalb nicht immer alle Eierkategorien verfügbar sind. Konsumenten sollten daher bei Bedarf auf andere Eierprodukte ausweichen und beim Einkauf bewusst auf das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel sowie auf Bio-Siegel achten.

Der heimische Handel setzt beim Ei stark auf Qualität und Rückverfolgbarkeit. Das ist auch deshalb relevant, weil sich das Image des Eis in den vergangenen Jahren deutlich verändert hat: Aus der früher oft kritisierten „Cholesterinbombe“ ist längst ein gefragter Proteinlieferant geworden. Parallel dazu steigt die Nachfrage nach Herkunft und Tierwohl. Freiland- und Bioeier gewinnen weiter an Bedeutung, während Bodenhaltung zwar weiterhin die größte Kategorie bleibt, aber anteilsmäßig unter Druck steht.

Auch die Preisentwicklung bleibt ein Thema. Aktuell laufen dazu Verhandlungen, wobei die Handelsseite und die Erzeugung teils unterschiedliche Interessen verfolgen. In der Branche wird zudem kritisiert, dass Handelsketten nicht immer bereit sind, Verträge bei steigenden Kosten anzupassen. Gerade bei Eierpreisen, die stark von Futter-, Energie- und Produktionskosten beeinflusst sind, sorgt das für zusätzliche Spannung entlang der Wertschöpfungskette. Auf europäischer Ebene ist die Produktion insgesamt knapp, weshalb Maßnahmen zur Stabilisierung der Versorgung diskutiert werden.

Ein weiterer Punkt ist die Kennzeichnung: Eine gesetzliche Verpflichtung zur klaren Herkunfts- und Haltungskennzeichnung bei verarbeiteten Eiern fehlt bislang, die EU-Kommission arbeitet jedoch an einem Vorschlag. Für den heimischen Markt bleibt damit entscheidend, dass klare Standards, Herkunftssicherheit und transparente Deklaration für Orientierung sorgen.

Ostern bleibt wichtiger Absatzmarkt

Für den Handel bleibt Ostern damit ein relevantes Absatzfenster. Laut Handelsverband geben die Österreicher:innen heuer im Schnitt rund 150 Euro pro Kopf für Geschenke und das Osterfest aus. Insgesamt rechnet der Handel mit einem Umsatz von über 260 Millionen Euro. Süßigkeiten bleiben dabei die klare Nummer eins unter den Ostergeschenken, gefolgt von gefärbten Eiern und Spielwaren. Auch der Onlinehandel meldet ein lebhaftes Ostergeschäft: Auf shöpping.at dominieren heuer vor allem Spielwaren, Outdoor-Artikel und Markenprodukte wie Lego, Pokémon oder Bruder. Das frühe warme Wetter hat zudem die Nachfrage nach Garten- und Outdoorartikeln spürbar angekurbelt.

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geschrieben am

01.04.2026