Online-Retouren erreichen neuen Höchststand
Die Retourquoten im Online-Handel steigen weiter und erreichen 2025 mit 57 % einen neuen Höchstwert. Besonders betroffen ist das Modesegment, in dem mehr als die Hälfte der Käufer zumindest einen Teil ihrer Bestellungen zurücksendet. Hauptursache bleibt die falsche Größe, die von 71 % der Retourenbetroffenen genannt wird.
Jüngere Konsumenten weisen deutlich höhere Rücksendequoten auf als ältere, was vor allem mit einer höheren Bestellfrequenz zusammenhängt. Im internationalen Vergleich liegt Österreich leicht über dem Niveau von Deutschland und der Schweiz, während China deutlich höhere und Italien deutlich niedrigere Rücksendequoten aufweist.
Neben Mode steigen Retouren auch in anderen Warengruppen wie Sportartikel, Möbel und Unterhaltungselektronik, bleiben dort jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau. Weitere zentrale Rücksendegründe sind enttäuschte Qualitätserwartungen, Abweichungen von Produktbeschreibungen sowie Transportschäden. Zudem bestellen knapp ein Fünftel der Konsument:innen gezielt mehrere Varianten zur Auswahl.
Retouren gelten damit zunehmend als integraler Bestandteil des Online-Handelsmodells. Insbesondere kostenlose Rücksendungen senken die Kaufbarrieren, verursachen jedoch erhebliche Kosten entlang der Wertschöpfungskette. Diese werden letztlich von Handel, Industrie und indirekt von allen Konsumenten getragen. Gleichzeitig verstärkt sich der Zielkonflikt zwischen Bequemlichkeit, Preisorientierung und Nachhaltigkeit.