Österreichische Post wächst mit E-Commerce
Die Österreichische Post hat im ersten Halbjahr 2026 trotz eines schwierigen geopolitischen und wirtschaftlichen Umfelds den Umsatz gesteigert. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 1.544,0 Mio. Euro. Wachstumstreiber war erneut das Geschäft mit E-Commerce und Logistik, während der strukturelle Rückgang des Briefvolumens sowie die Neuausrichtung des Telekom-Geschäfts das Ergebnis belasteten.
Die Division E-Commerce & Logistics steigerte ihren Umsatz um 11,5 Prozent auf 910,9 Mio. Euro. In Österreich legten die Paketmengen um 9 Prozent zu und entwickelten sich damit stärker als der Gesamtmarkt. Zusätzliche Impulse kamen aus dem Fulfillment-Geschäft, insbesondere durch die seit März 2026 vollkonsolidierte euShipments.com.
Demgegenüber ging der Umsatz der Division Brief, Filiale & Services um 7,4 Prozent auf 566,1 Mio. Euro zurück. Der Rückgang spiegelt vor allem den fortschreitenden Strukturwandel im Briefgeschäft wider. Auch die Transformation des Telekom-Geschäfts wirkte sich auf die Entwicklung aus.
Ergebnis unter Vorjahr
Das Ergebnis lag im ersten Halbjahr erwartungsgemäß unter dem Vorjahresniveau. Das EBITDA sank um 5,9 Prozent auf 187,7 Mio. Euro, das EBIT um 22,0 Prozent auf 73,3 Mio. Euro. Neben dem rückläufigen Briefgeschäft belasteten die hohe Wettbewerbsintensität auf internationalen Märkten sowie regulatorische Maßnahmen im türkischen E-Commerce den Konzern. Positiv entwickelte sich hingegen das Bankgeschäft. Das Zinsergebnis der bank99 stieg um 14,9 Prozent auf 37,7 Mio. Euro. Im ersten Halbjahr erzielte die Bank ein EBIT von 4,2 Mio. Euro und erweiterte ihr Angebot im Juli um ein Wertpapierdepotgeschäft.
Ausbau von Paket und Fulfillment
Die Post setzt ihre strategische Neuausrichtung mit Investitionen in neue Geschäftsfelder und internationale Logistik fort. In Österreich wurde im ersten Halbjahr die 3.000. Poststelle eröffnet. Bis Jahresende soll das Netz auf mehr als 3.100 Standorte wachsen. Auch die Nutzung der Poststationen nimmt weiter zu.
International wurde Ende Juli die Übernahme des serbischen Paketdienstleisters D Express unterzeichnet. Im Fulfillment-Geschäft setzt die Post auf euShipments.com mit Sitz in Bulgarien. Damit soll ein integriertes Angebot von Lagerung und Fulfillment über grenzüberschreitende Transporte bis zur Zustellung auf der letzten Meile entstehen.
Auch die neue Mobilfunkmarke YELLLOW entwickelte sich seit dem Start im April positiv und verzeichnete einen guten Kundenhochlauf.
Ausblick bleibt unverändert
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die Österreichische Post weiterhin einen leichten Umsatzanstieg. Im Paketgeschäft wird ein Wachstum im oberen einstelligen Prozentbereich prognostiziert. Gleichzeitig könnten Zölle und Gebühren das grenzüberschreitende E-Commerce-Geschäft im zweiten Halbjahr bremsen.
Im Brief- und Werbegeschäft rechnet das Unternehmen unverändert mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Bereich. Positive Impulse werden unter anderem aus Produkt- und Preisanpassungen sowie dem Ausbau des E-Commerce-Fulfillments erwartet. Ziel bleibt ein operatives Ergebnis in der Bandbreite der vergangenen Jahre.
Die Investitionen sollen 2026 weiterhin zwischen 140 und 160 Mio. Euro liegen. Schwerpunkte sind die Modernisierung und Erweiterung von Logistikstandorten, der Ausbau des Paketautomatennetzes in Südost- und Osteuropa sowie die Elektrifizierung der Zustellflotte.