Nivea bleibt Beiersdorfs Sorgenkind
Bei Beiersdorf bleibt Nivea die größte Baustelle. Die Marke verzeichnete im dritten Quartal einen organischen Umsatzrückgang von 4,9 Prozent, die Dynamik verbesserte sich aber gegenüber dem zweiten Quartal. Belastet wurde das Ergebnis weiter durch Spannungen im Handel und den Abbau von Lagerbeständen bei Händlern, was die Auslieferungen drückte. Diese temporären Faktoren sollen bis zum Jahresende sukzessive nachlassen.
Als positives Signal wertet der Konzern, dass die Einzelhandelsumsätze von Nivea weltweit weiter wuchsen. Sie spiegeln die zugrunde liegende Nachfrage der Verbraucher wider und gelten als erstes Anzeichen, dass die strategische Neuausrichtung greift. Beiersdorf hatte mit den Halbjahreszahlen einen umfassenden Turnaround-Plan für die Marke angekündigt und konzentriert sich nun auf dessen zweite Phase. Er sieht Innovationen über alle Kategorien hinweg vor, außerdem soll das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis weiter gestärkt und die lokale Relevanz durch stärkere Orientierung an regionalen Bedürfnissen und erfolgreichen regionalen Konzepten ausgebaut werden.
Maßnahmen greifen
Umgesetzt wurde bereits die Einführung von Face+: Nivea brachte damit ein in Schwellenländern erfolgreiches Gesichtspflegekonzept nach Europa und passte es an lokale Bedürfnisse an. Die Limited Edition „Sweet Treats“ in den Kategorien Dusche und Deo setzt auf duftorientierte Produktkonzepte. Zudem erhöht Beiersdorf die Investitionen in die gezielte Ansprache der Verbraucher. Dazu gehört eine fünfjährige Partnerschaft von Nivea Sun mit der Tour de France ab 2027. „Bei Nivea kommt unser Turnaround-Plan gut voran. Wichtige Produkteinführungen wie Face+ in Europa zeigen erste Erfolge“, sagte Konzernchef Vincent Warnery.
Den Konzern trugen im dritten Quartal andere Marken: Das Derma-Geschäft mit Eucerin und Aquaphor wuchs organisch um 10,6 Prozent, La Prairie um 8,5 Prozent und der Bereich Health Care mit Hansaplast und Elastoplast um 5,7 Prozent. Der Industriebereich tesa verlor organisch 4,3 Prozent, weil Engpässe bei Halbleitern das Electronics-Geschäft belasteten. Der Konzernumsatz lag im dritten Quartal bei 2,4 Milliarden Euro, organisch ein Minus von 1,3 Prozent. In den ersten neun Monaten waren es 7,3 Milliarden Euro und ein organisches Minus von 2,8 Prozent. Im Unternehmensbereich Consumer ging der Umsatz im Quartal organisch um 0,7 Prozent zurück, über neun Monate um 2,9 Prozent.
Die Prognose für 2026 bestätigte Beiersdorf. Angesichts des Rückgangs in den ersten neun Monaten und einer anspruchsvolleren Vergleichsbasis im vierten Quartal erwartet das Unternehmen für Consumer weiterhin einen organischen Umsatzrückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern ohne Sondereffekte soll bei mindestens 11,0 Prozent liegen. Für den Konzern wird ebenfalls ein organischer Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich bei einer Rendite von mindestens 11,8 Prozent erwartet.