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NielsenIQ veröffentlicht Strukturdaten 2025 für Österreich

NielsenIQ: Strukturdaten 2025 für Österreich

Österreichs Lebensmittel- und Drogeriehandel setzt 2025 insgesamt 32,1 Milliarden Euro um.

Die österreichischen Konsumenten gaben 2025 insgesamt 32,1 Milliarden Euro für Produkte des täglichen Bedarfs im Lebensmittel- und Drogeriefachhandel aus. Das geht aus der aktuellen Strukturdatenerhebung von NielsenIQ hervor. Gegenüber 2024 entspricht dies einem nominalen Umsatzplus von 0,9 Milliarden Euro beziehungsweise 3,1 Prozent. Da die Inflation laut Statistik Austria im selben Zeitraum bei 3,6 Prozent lag, blieb das Branchenwachstum jedoch unter der allgemeinen Teuerungsrate. Inflationsbereinigt verzeichnete der Markt damit einen leichten realen Rückgang.

Lebensmitteleinzelhandel erreicht 29,2 Milliarden Euro Umsatz

Der Lebensmitteleinzelhandel inklusive Diskonter (LEH inkl. H/L) erwirtschaftete 2025 ein Gesamtvolumen von 29,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Umsatzplus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig setzte sich die Konsolidierung im österreichischen Lebensmittelhandel fort:

  • Die Zahl der Standorte sank um 54 Filialen auf insgesamt 5.065 Geschäfte.
  • Die Gesamtverkaufsfläche stieg hingegen leicht um 0,4 Prozent auf 3,56 Millionen m2.
  • Die Flächenproduktivität erhöhte sich um 2,5 Prozent auf rund 8.200 Euro Umsatz pro m2.
  • Absolut entspricht dies einem Plus von rund 200 Euro je Quadratmeter Verkaufsfläche.

Besonders dynamisch entwickelten sich großflächige Verbrauchermärkte mit mehr als 1.000 m2 Verkaufsfläche. Dieses Format legte sowohl bei Umsatz als auch bei der Zahl der Standorte zu und gilt damit weiterhin als Wachstumstreiber im heimischen LEH.

Die Marktteilnehmer

Im Wettbewerb der Handelsgruppen konnte Spar seine Marktführerschaft weiter ausbauen:

  • Marktanteil 2025: 36,3 Prozent
  • Veränderung gegenüber 2024: +0,5 Prozentpunkte

Die Rewe Group (ohne BIPA) erreichte:

  • Marktanteil 2025: 32,4 Prozent
  • Veränderung gegenüber 2024: -0,5 Prozentpunkte

Die Diskonter Hofer und Lidl setzten ihren Wachstumskurs fort:

  • Gemeinsamer Marktanteil 2025: 25,7 Prozent
  • Veränderung gegenüber 2024: +0,5 Prozentpunkte

Besonders auffällig war die Entwicklung von Lidl:

  • Umsatzwachstum 2025: +6,6 Prozent
  • Damit war Lidl Wachstumssieger im österreichischen Lebensmittelhandel.

Die Markant-Gruppe ohne MPreis – bestehend aus Unimarkt und Nah&Frisch – kam auf:

  • Marktanteil 2025: 2,1 Prozent
  • Veränderung gegenüber 2024: -0,3 Prozentpunkte

Als Hauptgrund gelten zahlreiche Standortschließungen bei Unimarkt im Zuge des Rückzugs aus Teilen des österreichischen Lebensmittelmarktes.

Der übrige Lebensmitteleinzelhandel, darunter MPreis sowie nicht-filialisierte Händler, erreichte:

  • Marktanteil 2025: 3,5 Prozent
  • Veränderung gegenüber 2024: -0,2 Prozentpunkte

Selbstständige Kaufleute legen deutlich zu

Überdurchschnittlich entwickelte sich 2025 das Segment der selbstständigen Kaufleute:

  • Umsatzwachstum: +5,0 Prozent
  • Gesamtumsatz: 3,9 Milliarden Euro
  • Anzahl der Standorte: 1.571

Damit entfielen:

  • 31,0 Prozent aller Geschäfte im LEH inkl. Diskont auf selbstständige Kaufleute.
  • Der Marktanteil stieg von 13,1 Prozent im Jahr 2024 auf 13,4 Prozent im Jahr 2025.

Drogeriefachhandel wächst stärker als der LEH

Der österreichische Drogeriefachhandel entwickelte sich 2025 dynamischer als der klassische Lebensmittelhandel:

  • Umsatzwachstum: +3,7 Prozent
  • Gesamtumsatz: 2,8 Milliarden Euro
  • Anzahl der Standorte: 1.044

Damit näherte sich der DFH erstmals der Marke von drei Milliarden Euro Jahresumsatz.

Konsolidierung und Effizienz prägen den Markt

Die aktuelle NielsenIQ-Strukturdatenerhebung zeigt insgesamt einen Markt, der trotz schwacher Konsumdynamik weiter wächst, jedoch zunehmend von Konsolidierung und Effizienzsteigerungen geprägt ist. Während die Zahl der Standorte weiter sinkt, gewinnen großflächige Verbrauchermärkte, Diskonter und leistungsstarke Filialsysteme an Bedeutung. Gleichzeitig bleibt die reale Konsumnachfrage aufgrund der anhaltend hohen Inflation unter Druck.
Die Erhebung basiert auf dem sogenannten „All Commodity“-Umsatz. Dieser umfasst sämtliche Bruttoumsätze inklusive Mehrwertsteuer – sowohl stationäre Verkäufe als auch Onlinebestellungen und Hauszustellungen.

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geschrieben am

20.05.2026