Nahversorgung stärkt die Center-Performance
Verlässliche Frequenz statt reiner Flächengröße: Für erfolgreiche Einkaufszentren gewinnen Lebensmittelhandel, Drogerie und weitere Nahversorgungsangebote an Bedeutung. Der aktuelle Shoppingcenter Performance Report Österreich (SCPRÖ) von ecostra und Handelsverband Österreich zeigt, dass besonders gut bewertete Standorte häufig über starke Lebensmittelanker und ergänzende Anbieter des täglichen Bedarfs verfügen.
Den Spitzenplatz bei den Shopping Malls erreicht 2026 das Neukauf in Spittal an der Drau mit einer Durchschnittsnote von 1,83. Auf Rang zwei folgt das eo Center beziehungsweise eo Park in Oberwart mit 1,84, vor der Varena in Vöcklabruck mit 1,92. Im Neukauf Spittal fungieren unter anderem Billa Plus und dm als Frequenzbringer; in Oberwart übernehmen Interspar, dm und Müller diese Rolle. Die Kombination aus Lebensmittelhandel und ergänzenden Nahversorgern schafft regelmäßige Kundenkontakte und stärkt damit auch die Umsatzchancen weiterer Mieter am Standort.
Für den Handel ist dies ein klarer Hinweis: Die Qualität eines Centers wird nicht allein durch Größe, Bekanntheit oder den Anteil an Mode- und Freizeitangeboten bestimmt. Entscheidend sind aus Sicht der Mieter vielmehr Erreichbarkeit, ein zur Region passender Branchenmix, professionelles Centermanagement und eine stabile Alltagsfrequenz. Gerade in kleineren und regional geprägten Standorten kann ein überzeugendes Nahversorgungskonzept damit die Basis für die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Gesamtstandorts bilden.
Retail Parks mit Vorteil
Bei den Fachmarktzentren und Retail Parks geht der erste Platz an den Shopping Haidäcker Park in Eisenstadt, der eine Durchschnittsnote von 1,50 erreicht. Dahinter folgen das Ziwa Baden mit 1,67 und der Panoramapark Neunkirchen mit 1,71.
Retail Parks werden von ihren Mietern im Durchschnitt weiterhin besser eingeschätzt als Shopping Malls: Ihre Durchschnittsnote lag 2026 bei 2,41, gegenüber 2,59 bei den Shoppingcentern. Dabei ist der Vorjahresvergleich bei beiden Formaten leicht schwächer ausgefallen. Für Retail Parks spricht aus Handelssicht insbesondere ihre Nähe zum täglichen Bedarf, die meist gute Pkw-Erreichbarkeit und die Möglichkeit, Besorgungen effizient zu bündeln.
Grundlage des SCPRÖ sind Bewertungen von 58 Filialunternehmen, die zusammen rund 1.380 Standorte in österreichischen Shopping Malls und Retail Parks beurteilt haben. Insgesamt wurden 117 Center in die Rankings aufgenommen. Auch beim Centermanagement liegt die Rutter-Gruppe erneut vorne. Sie erreichte aus Mietersicht eine Durchschnittsnote von 1,72 und verwies die Auhof Center & Riverside Betriebsgesellschaft sowie SES auf die weiteren Plätze.