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Mag. Hannes Wuchterl, Geschäftsführer Nah&Frisch

Nah&Frisch: Kaufleute mit schlauer Perspektive

Die Nah&Frisch-Hybridmärkte boomen und geben dem Nahversorger ein wichtiges Werkzeug in die Hand. Ein Gespräch mit Nah&Frisch-Geschäftsführer Hannes Wuchterl.

Fernab vom eigentlichen Kerngeschäft sind Händler derzeit wirklich gefordert. Regularien sprießen aus dem Boden wie Schwammerl in einem guten Herbst. Auch Nah&Frisch-Kaufleute wissen davon ein Lied zu singen. Ihre nächste Herausforderung heißt: Senkung der Mehrwertsteuer auf gewisse Grundnahrungsmittel. „Dieser Ansatz zur vermeintlichen Senkung der Inflation in Österreich stellt sich als komplexer dar, als sich das alle vorgestellt haben“, erklärt Nah&Frisch-Geschäftsführer Mag. Hannes Wuchterl.
So sind etwa Nachkommastellen auf Waagen und Kassen ein Thema. Viele Systeme haben 4,9 % UST nicht vorgesehen und nun muss – auch bei Nah&Frisch-Kaufleuten – nachgerüstet werden. Und welche Überraschung – das kostet Geld, das den Kaufleuten nicht abgegolten wird. Sie müssen diese Kosten also erst erwirtschaften.
„Vor allem im Feinkostbereich werden wir noch einige Herausforderungen erleben, wenn die Semmel etwa reduziert ist und die Wurst aber nicht“, so Wuchterl. Und nicht zuletzt: Für die selbstständigen Kaufleute wird die richtige Einordnung ihrer exzellenten lokalen Sortimente eine echte Herausforderung. 

„Im Grunde genommen brauchen wir die Mehrwertsteuersenkung im Lebensmittelhandel nicht mehr, denn wenn wir die letzten Zahlen zur Inflation ansehen, liegen wir fast wieder bei den gewünschten 2%. Was bleibt sind hohe Kosten für den Lebensmittelhandel“, erklärt der Geschäftsführer. Er stellt sich abschließend auch die Frage: wird das wieder zurückgedreht oder bleibt die Mehrwertsteuersenkung für immer?

Optimistischer Blick

An die Flut an Regularien wird man sich auch als Nah&Frisch-Kaufmann/Kauffrau wohl nie gewöhnen, trotzdem gilt es den Blick positiv nach vorne gerichtet zu lassen. Das gelingt den Kaufleuten zurzeit sehr gut, denn sie haben ja auch viel Gutes zu berichten.

Die Umsetzung des Einwegpfandes ist abgeschlossen und funktioniert gut. „Die Abholung durch die EWP bei händischer Rücknahme verbessert sich zusehends. Trotzdem erkennen wir, dass die Rückgabe an Automaten bei den Konsumenten beliebter ist“, fasst Hannes Wuchterl zusammen. Ein stärkeres Augenmerk auf die Unterstützung der Gemeinden würde er sich noch wünschen, obwohl der Nah&Frisch-Geschäftsführer weiß, dass auch den Gemeinden teilweise die Hände gebunden sind: "Die Gemeindekassen sind leer, auch weil den Gemeinden zusätzliche Aufgaben - wie Kinderbetreuung - übertragen wurden“.

Hybrid ist nicht mehr wegzudenken

Trotz all den Hürden entwickelte sich in den letzten Monaten die Hybrid-Lösung immer mehr. Sie ist mittlerweile für Nah&Frisch-Kaufleute das Werkzeug, um gut überleben zu können. Kundenströme können optimal gesteuert werden und Standorte – auch in touristischen Gebieten – haben die Möglichkeit die maximalen Öffnungszeiten voll auszunützen. Bis Ende des Jahres sollen es 90 Standorte in der Hybrid-Variante sein. „Für uns ist das ein klares Zukunftsmodell, das sich ab Sommer auch erweitern soll: Angeblich soll dann mit Hilfe des Ausweisens durch ID-Austria der Kauf von alkoholischen Getränken vereinfacht werden“, so Wuchterl. Das ist für die Standorte positiv. Aber schon jetzt haben die bereits bestehenden Hybrid-Märkte ein Umsatzplus von 20%.

Aufgrund der guten Zukunftsperspektiven sind auch Unimarkt-Standorte im Zuge des Verschwindens des Namens Unimarkt zu Nah&Frisch gewechselt – „völlig freiwillig und gerne“, wie Hannes Wuchterl mit Stolz bemerkt. Und weitere werden folgen.

Unterstützung durch Werbung

Wesentlich für die Nah&Frisch-Kaufleute ist die werbliche Unterstützung auf nationaler Ebene: so professionell wie nötig und so authentisch wie möglich. „Die Mayerin“ ist nach wie vor die Partnerin mit einer starken Stimme. „Das passt perfekt, denn 60% unserer Kaufleute sind starke Frauen“, so Wuchterl. Unter die Arme gegriffen wird auch beim Auftritt in den sozialen Medien, um auch medienrechtliche Verletzungen zu vermeiden. Mit 150.000 Followern sind die Nah&Frisch-Kaufleute extrem stark aufgestellt. „Unsere Kaufleute sind alle zusammen Influencer, wenn es um die Vorstellung neuer Produkte geht. Das bietet auch Chancen für die Industrie“, erklärt Geschäftsführer Hannes Wuchterl abschließend.

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geschrieben am

25.03.2026