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Mag. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Mag. Robert Pichler, Obmann von Wirtschaften am Land und Mag. Thomas Krahofer, Geschäftsführer von efko (v. l. n. R.) fordern mehr Transparenz bei der Herkunft von Essiggurken und faire Bedingungen für die heimische Produktion.

Mehr Indien als Österreich im Gurkenregal

Heimische Gurkenbauern schlagen Alarm: immer mehr ausländische Ware in den Supermarkt-Regalen. Nur jedes achte Essiggurken-Glas kommt klar aus Österreich.

Herkunftskennzeichnung am Essiggurkerl-Glas bleibt die Ausnahme, heimische Gurkerl sind Mangelware: Nur bei jedem achten Glas ist die Herkunft Österreich beim Einkauf klar ablesbar. Das zeigt ein aktueller Store-Check des Vereins Wirtschaften am Land. Land schafft Leben fordert deshalb mehr Transparenz auf dem Etikett.

Im Vorjahr wurden in Österreich durchschnittlich 1,8 Kilogramm Gurkerl pro Kopf konsumiert. Beim Store-Check in Supermärkten und Diskontern dreier Bundesländer war bei 56 von 98 überprüften Produkten nicht ersichtlich, woher die Gurken stammen. Da es sich um verarbeitete Produkte handelt, ist eine Herkunftsangabe auf dem Etikett nicht verpflichtend.

Eigenmarken oft ohne Herkunftsangabe

Besonders bei Eigenmarken fehlt häufig eine klare Kennzeichnung: Von 40 überprüften Eigenmarken-Produkten war nur bei fünf Österreich als Ursprungsland erkennbar, 31 hatten gar keine Herkunftsangabe. Wo Hersteller auf Nachfrage Auskunft gaben, zeigte sich, dass mehr Produkte Gurkerl aus dem Ausland enthalten als aus Österreich – unter anderem aus der Türkei, Polen, Deutschland und bei neun Produkten aus Indien. Maria Fanninger, Gründerin von Land schafft Leben, kritisiert: „Dass wir bei den Eigenmarken mehr indische als klar gekennzeichnete heimische Produkte im Regal vorfinden, sollte uns wachrütteln.“

Heimische Produktion unter Preisdruck

Österreichs Gurkerlbetriebe geraten im internationalen Preiskampf zunehmend unter Druck. Die Produktion ist arbeitsintensiv, gleichzeitig gelten hierzulande höhere Standards etwa bei den Arbeitsbedingungen, was sich im Preis niederschlägt. Fanninger warnt, dass günstige Importware oft unter schlechteren Arbeits- und Sozialstandards produziert wird und heimische Betriebe im schlimmsten Fall aus dem Markt gedrängt werden könnten.

Oberösterreich als Zentrum der Produktion

Rund 90 Prozent der heimischen Einlegegurken werden in Oberösterreich angebaut. Fanninger sieht das Gurkerl nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern auch als Kulturgut. Sie weist zudem darauf hin, dass Angaben wie „hergestellt in Österreich“ oder Österreich-Flaggen auf dem Etikett irreführend sein können, da sie nichts über die tatsächliche Herkunft der Gurken aussagen. Gefordert wird eine eindeutige Kennzeichnung des Ursprungslandes, damit Konsumenten sich bewusst für heimische Produkte entscheiden können.

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geschrieben am

29.07.2026