Medien: Rewe prüft Einstieg bei MPreis?
Beim Tiroler Lebensmittelhändler MPreis kommt angeblich Bewegung in die seit Monaten laufende Investorensuche, wenn man einigen Wirtschaftsmedien folgt. Die Rewe Group soll nach Recherchen der „Lebensmittel Zeitung“ Gespräche über eine Minderheitsbeteiligung von rund 25 Prozent führen. Auch das „manager magazin“ berichtet unter Berufung auf die LZ über die Verhandlungen. Sowohl Rewe als auch MPreis äußern sich logischerweise zu den laufenden Gesprächen nicht. MPreis beschäftigt sich derzeit mit der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens und prüft dabei unterschiedliche Optionen für die zukünftige Ausrichtung.
Von Seiten der BWB heißt es: „Bei der BWB wurde weder eine Fusion angemeldet, noch wurde ein vorgelagertes Pränotifikationsverfahren eingeleitet. Die angekündigte Beteiligung von Rewe an MPreis betrifft einen bereits stark konzentrierten Markt. Bei einer Anmeldung wird die BWB das Vorhaben daher detailliert prüfen und insbesondere mögliche Auswirkungen auf den Wettbewerb, die Lieferantinnen bzw. Lieferanten, die Auswahl, und die Preise für Konsumentinnen und Konsumenten untersuchen. Sobald die Unternehmen im Rahmen eines Pränotifikationsgespräches an die BWB herantreten oder eine Fusion angemeldet wird, kann die BWB eine Prüfung starten.“
Damit bleibt der mögliche Einstieg vorerst ein Bericht und Gerücht und kein abgeschlossenes Geschäft. Offen ist zudem, ob Rewe tatsächlich den Zuschlag erhält oder ob andere Lösungen verfolgt werden.
Investorensuche unter finanziellem Druck
MPreis hatte im März öffentlich gemacht, nach strategischen Partnern beziehungsweise Investoren zu suchen. Das Unternehmen befindet sich nach mehreren Verlustjahren in einer Restrukturierungsphase und wird dabei nach Medienberichten von PwC beraten.
Ein Einstieg könnte für Rewe vor allem aus regionalstrategischer Sicht interessant sein. MPreis ist in Tirol stark verankert und verfügt dort über rund 270 Filialen. In diesem Bundesland liegt Rewe mit seiner Billa-Organisation hinter MPreis und Marktführer Spar auf dem dritten Rang. Eine Beteiligung könnte Rewe daher einen besseren Zugang zum Tiroler Markt und zu einer etablierten regionalen Marke verschaffen.
Für MPreis wiederum könnte eine Partnerschaft mit dem Kölner Handelskonzern Vorteile bei Einkauf, Logistik und Finanzierung bringen. Die größere Einkaufsorganisation von Rewe könnte zudem dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit des Tiroler Händlers zu verbessern. Laut „manager magazin“ dürfte eine mögliche Vereinbarung allerdings voraussetzen, dass der Einfluss der Eigentümerfamilie Mölk auf das operative Geschäft begrenzt wird. Ob dies mit den Vorstellungen der Gesellschafter vereinbar wäre, ist derzeit offen.
Auch andere Szenarien möglich
Neben einer Minderheitsbeteiligung stehen offenbar weitere Optionen im Raum. Wettbewerber spekulieren laut „manager magazin“ über eine Aufteilung der rund 270 MPreis-Filialen auf mehrere Händler. Auch eine Kooperation oder eine andere Form strategischer Partnerschaft ist denkbar.
Für den österreichischen Lebensmittelhandel hätte ein Einstieg von Rewe erhebliche Bedeutung. MPreis zählt zu den wichtigsten selbstständigen regionalen Händlern des Landes. Eine Beteiligung würde die Kräfteverhältnisse im Tiroler Lebensmitteleinzelhandel verändern und könnte den ohnehin hohen Konzentrationsdruck in der Branche weiter verstärken.
Quellenlage: Die Informationen zum möglichen Rewe-Einstieg beruhen auf Recherchen der „Lebensmittel Zeitung“, über die das „manager magazin“ berichtet. Die Investorensuche und Gespräche mit potenziellen Partnern wurden von MPreis bereits im März gegenüber der APA bestätigt; konkrete Namen nannte das Unternehmen nicht.