Direkt zum Inhalt
Markant Infotag 2026 im Palais Niederösterreich in Wien

Markant Info-Tag 2026

Beim 13. Informationstag von Markant Österreich informierte das Unternehmen mehr als 300 Führungskräfte aus Handel und Industrie über die strategischen Schwerpunkte. YouGov lieferte die gewohnt spannende Analyse.

Die Location war neu: aufgrund der Renovierungsarbeiten im Palais Ferstl musste der 13. Markant Info-Tag ins benachbarte Palais Niederösterreich in der Herrengasse ausweichen. Gewohnt professionell stellten Dominik Scheid (Markant AG) und Thomas Zechner (Markant Österreich) die Services den rund 300 Zuhörerinnen und Zuhörern vor.

Digitale Services für effizientere Prozesse

Markant baut sein Dienstleistungsportfolio für Handel und Industrie aus. Im Mittelpunkt stehen die Zentralregulierung, die Qualität von Produktdaten sowie digitale Lösungen für Warenanlieferung, Beschaffung und Marktbeobachtung.

Die enge Zusammenarbeit mit Handels- und Industriepartnern ist für Markant Österreich ein wesentlicher Faktor bei der Weiterentwicklung seiner Services. In der Zentralregulierung kamen 2025 rund 80 Lieferanten hinzu. Insgesamt betreut Markant Österreich 50 Handelspartner mit etwa 4.800 Lieferstellen.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Produkt-Informations-Management m.PIM. 2025 stellte Markant Österreich Produktstammdaten von rund 2.500 Lieferanten für seine Handelspartner bereit. Neue Funktionen wie das Bildbearbeitungstool m.ImageOptimizer und das Marketingtext-Modul m.ProductWizard erweitern das Angebot. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in die Datenqualität, um den steigenden Anforderungen an Produktinformationen gerecht zu werden.

Mit m.Synced betreibt Markant eine GS1-konforme Plattform auf Basis des Global Data Synchronisation Network (GDSN). Sie ermöglicht die internationale Verteilung und den Zugriff auf qualitätsgeprüfte Produktdaten. Rund 250 Unternehmen nutzen das Markant-Datennetzwerk für den internationalen Datenaustausch. Ergänzend bietet Markant EDI-Dienstleistungen für die Integration standardisierter elektronischer Datenformate.

Auch die Warenlogistik wird digital unterstützt: Die Digitale Vorgangs-Akte m.DVA optimiert die Schnittstellen zwischen Lieferanten, Frachtführern und Händlern bei der Warenanlieferung. Innerhalb der Markant Gruppe nutzen rund 4.000 Lieferanten diesen Service. Drei große internationale Spediteure nutzen den Service bereits.

Weitere Anwendungen richten sich an Marktbeobachtung und Beschaffung. Das digitale Produktschaufenster m.ProductSpotlight unterstützt Lieferanten bei der Präsentation ihrer Produkte. Der Markant Partnerpool umfasst eine europaweite Firmendatenbank mit mehr als 23.000 Unternehmen. Der m.RawMaterialMonitor liefert rund 1.500 Unternehmen Informationen zu Rohstoffpreisen und bietet mehr als 1.000 Kostenmodelle als Grundlage für Beschaffungsentscheidungen.

Der Markant Price Monitor erfasste innerhalb von zwölf Monaten rund 1,5 Millionen Aktionen im Food-, Nearfood- und Nonfood-Bereich von etwa 40 Händlern. Die Nutzungsrate des Services für Handel und Industrie stieg im selben Zeitraum um rund 20 Prozent.

Zwischen Sparen und Selbstbelohnung – Wie sich das Kaufverhalten in Österreich neu sortiert

Auf die Zahlen und Daten von Mag. Klara Fichtenbauer (YouGov) warteten schon alle gespannt. Dieser Fixpunkt des Jahres beim Markant Infotag ist eine Art Gradmesser, wo denn die Konsumenten aktuell so stehen. 

Die wirtschaftliche und politische Unsicherheit verändert das Konsumverhalten in Österreich. Laut YouGov erwarten 44 Prozent der Bevölkerung, dass sich ihre Lebenssituation aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage verschlechtert. Nur drei Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Die pessimistische Stimmung wirkt sich unmittelbar auf die Einkaufsentscheidungen aus: Drei Viertel der Österreicher versuchen, nur das Nötigste zu kaufen. Gleichzeitig wollen 61 Prozent das Leben bewusst genießen, weil niemand wisse, was morgen kommt. Sparen und Selbstbelohnung schließen einander damit nicht aus, sondern finden parallel statt.

Mehr Einkäufe, mehr Aktionskäufe

Das veränderte Verhalten zeigt sich auch in den tatsächlichen Einkaufsdaten. Ein durchschnittlicher österreichischer Haushalt geht mittlerweile 236-mal pro Jahr einkaufen – deutlich häufiger als noch vor zwei Jahren. Fast ein Fünftel aller Einkaufsaktivitäten entfällt auf reine Aktions- und Schnäppcheneinkäufe. Der Anteil der Aktionskäufe steigt weiter und liegt in Österreich bei rund 40 Prozent. Damit bleiben Preisaktionen ein wesentlicher Faktor für die Kaufentscheidung.
Bemerkenswert ist, dass die Einkaufshäufigkeit besonders bei finanziell besser gestellten und gut organisierten Haushalten zunimmt. Sie nutzen zusätzliche Einkaufsgelegenheiten, um Preise und Angebote gezielt zu vergleichen. Spontankäufe verlieren dagegen an Bedeutung. Die Konsumenten planen stärker, schreiben Einkaufslisten und entscheiden bewusster, wofür sie Geld ausgeben.

Handelsmarken gewinnen, Premium bleibt gefragt

Auch die Sortimentsstruktur verändert sich. Rund 40 Prozent der Ausgaben entfallen mittlerweile auf Handelsmarken. Diese sind längst nicht mehr nur eine günstige Alternative zu Herstellermarken: Mit Premium-Eigenmarken deckt der Handel zunehmend auch das Qualitätssegment ab.

Die YouGov-Daten zeigen zugleich eine Polarisierung. Haushalte mit knappem Budget bestreiten mehr als ein Drittel ihrer Ausgaben mit Preiseinstiegs-Handelsmarken. Doch auch bei finanziell besser gestellten Haushalten liegt der Anteil bei 23 Prozent. Gleichzeitig bleiben Premiumprodukte selbst für einkommensschwächere Haushalte relevant. Wachstum findet damit sowohl im Preiseinstiegs- als auch im Premiumsegment statt, während die Mitte unter Druck gerät.

Für den Handel bedeutet das, unterschiedliche Bedürfnisse innerhalb der Sortimente abzudecken: günstige Basisprodukte für preisbewusste Käufer ebenso wie hochwertige Produkte, die einen nachvollziehbaren Zusatznutzen bieten.

Gesundheit wichtig, Zahlungsbereitschaft begrenzt

Gesundheit ist ein weiterer wesentlicher Treiber der Kaufentscheidung. 71 Prozent der Befragten geben an, beim Einkauf auf gesunde Produkte zu achten. Rund 41 Prozent sind laut YouGov bereit, dafür mehr zu bezahlen. Bei Bio- und umweltfreundlichen Produkten liegt die zusätzliche Zahlungsbereitschaft hingegen bei knapp 30 Prozent. Seit 2022 ist sie insgesamt eher gesunken, besonders gering fällt sie bei Frischeprodukten aus. Gesundheitsbewusstsein allein garantiert somit noch keinen höheren Absatz. Entscheidend ist, ob Konsumenten den zusätzlichen Nutzen erkennen und den Preis dafür akzeptieren. Der Handel kann diese Entscheidung durch nachvollziehbare Produktinformationen und eine klare Sortimentsgestaltung unterstützen.

Genuss bleibt Teil des Konsums

Trotz Sparbemühungen bleibt der Wunsch nach Genuss bestehen: Neun von zehn Befragten finden es wichtig, sich gelegentlich etwas zu gönnen. Entsprechend gefragt sind Genussprodukte, internationale Spezialitäten sowie Convenience-Angebote, die kulinarische Erlebnisse unkompliziert in den Alltag bringen.
Die zentrale Herausforderung für Handel und Hersteller liegt daher nicht im Gegensatz zwischen Sparen und Gönnen, sondern in der Frage, wann Konsumenten bereit sind, mehr auszugeben. Bei einem Einkauf steht der günstige Grundbedarf im Vordergrund, bei einem anderen zählen Qualität, Bequemlichkeit oder ein besonderes Geschmackserlebnis.

Kategorien

Tags

geschrieben am

23.10.2026