Markant baut B2B-Plattform weiter aus
Die FMCG-Branche steht unter Druck: Schwaches Wirtschaftswachstum, Inflation und neue gesetzliche Vorgaben erhöhen den Kostendruck entlang der Wertschöpfungskette. Damit gewinnen effiziente Zahlungsservices, verlässliche Produktdaten und optimierte Logistikprozesse an Bedeutung. Markant setzt auf die engere Vernetzung von Handel und Industrie und baut dafür seine B2B-Dienstleistungsplattform kontinuierlich aus.
Umsätze steigen - Bedarf bestätigt
Die Markant Gruppe erzielte 2025 einen internationalen Regulierungsumsatz von 70,2 Mrd. Euro, ein Plus von 4,5 Prozent. Die österreichische Landesgesellschaft steigerte ihren Umsatz um fünf Prozent auf 3,57 Mrd. Euro. 2026 konnte das Geschäft trotz des schwierigen Marktumfelds bislang stabil gehalten werden. „Das Vertrauen in unsere effizienzsteigernden Dienstleistungen ist ein entscheidender langfristiger Erfolgsfaktor“, betont Geschäftsführer Thomas Zechner. Für Klein- und Mittelständische Unternehmen da zu sein, das ist ebenfalls ein erklärtes Ziel. In Österreich verzeichnet man zum Beispiel 1500 Lieferanten als Kunden, von denen rund 500 von Klein- und Kleinststrukturen sind. Gerade für diese ist die Leistungsnutzung sehr hoch und die Kosteneffizienz gegeben.
Wichtig ist das Zielmarktprofil zu erkennen: Dass Lieferanten nur einen Artikel eingeben und abspeichern, das wird in Zukunft nicht mehr genügen. Bei Markant bekommen sie ein Rundum-Paket als One-Stop-Shop.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Bereich Foodservice, dessen Handelspartner ihre Marktanteile ausbauen konnten. Auch der Drogeriefachhandel verzeichnet innerhalb der Markant Gruppe eine positive Entwicklung. Im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel kam mit Gurkerl.at ein neuer Handelspartner hinzu - in Deutschland arbeitet man schon mit Knuspr. Die durch gemeinsame Prozesse erzielten Effizienz- und Einkaufsvorteile sollen sich unter anderem in wettbewerbsfähigen Preisen, attraktiveren Sortimenten und Produktinnovationen niederschlagen.
Regulatorik und Daten als Wachstumsthemen
Neben der Prozessoptimierung rücken gesetzliche Anforderungen stärker in den Mittelpunkt. Markant Österreich hat deshalb einen eigenen Bereich für Sustainability Services eingerichtet. Dieser bündelt Aufgaben rund um Vorgaben wie die EU-Entwaldungsverordnung (EUDR) und die Verpackungsverordnung PPWR und bereitet relevante Informationen für weitere Dienstleistungen auf. Die Zusammenarbeit mit ECR Austria soll dadurch intensiviert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Datenpools m.Synced auf Basis des GS1 Global Data Synchronisation Network (GDSN). Qualitativ hochwertige und standardisierte Produktdaten sind eine wichtige Voraussetzung für effiziente Abläufe zwischen Lieferanten und Handel.
Auch die Öffnung für Kunden außerhalb der Markant Gruppe gewinnt an Bedeutung. „In den letzten drei Jahren haben wir unseren Marktplatz intensiv weiterentwickelt und bieten inzwischen mehr als zehn Dienstleistungen für rund 60.000 Nutzer aus über 20.000 Unternehmen“, erklärt Dominik Scheid, Geschäftsführer der Markant AG. Die Lösungen sollen künftig verstärkt auch Drittkunden zur Verfügung stehen und branchenübergreifende Anwendungen ermöglichen. Drittkunden sind all jene, die Spezialleistungen, wie Cybersicherheit oder Lagerverwaltung etc. bieten.
Europäisches Ökosystem als Ziel
Langfristig will Markant seine Position als Dienstleistungsplattform für die FMCG-Branche weiter ausbauen. Neben der zunehmenden Regulierung prägen vor allem Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz, steigende Anforderungen an die Cyber-Sicherheit und die Frage der digitalen Souveränität die strategische Ausrichtung. Für Markant sind Kooperation und Vernetzung zentrale Voraussetzungen, um diesen Herausforderungen zu begegnen.
Die Plattform soll sich zu einem europaweiten Ökosystem entwickeln, das digitale und physische Leistungen verbindet und Handel, Industrie sowie spezialisierte Dienstleister zusammenführt. Dafür sind weitere Investitionen, der Ausbau des Leistungsangebots und die Erschließung neuer Märkte vorgesehen. Seit 1. September 2026 verstärkt Mark Michaelis die Geschäftsführung der Markant AG und verantwortet den Bereich Dienstleistungen.
Von Österreich aus betreut Markant auch Ungarn, Kroatien und Slowenien mit seinen Kerndienstleistungen. In diesen Ländern stieg der Regulierungsumsatz 2025 um rund 50 Prozent auf etwa 360 Mio. Euro. Weitere Dienstleistungen erbringt die österreichische Landesgesellschaft zudem in Italien und Serbien.