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Manner CEO Dieter Messner

Manner: Schnittenfahrt in harten Zeiten

Dieter Messner ist seit einem Jahr CEO im Süßwaren-Unternehmen aus Wien. Die letzten Monate waren herausfordernd.

Man muss schon eine ausgesprochene Resilienz aufweisen können, wenn man aktuell als Süßwarenhersteller Manner gute Laune versprühen möchte. Auch wenn die Farbe der Hauptmarke rosa ist, so sieht die wirtschaftliche Entwicklung nicht so aus. Das ist aber nicht hausgemacht, sondern von vielen äußeren Faktoren beeinflusst, wie uns Manner-CEO Dieter Messner berichtet. Doch zuvor die Zahlen des ersten Halbjahres.

Umsatz und Marge unter Druck

Manner hat im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz trotz eines schwierigen Marktumfelds weitgehend stabil gehalten. Die Umsatzerlöse gingen um 0,9 % auf 138,1 Mio. Euro zurück. Deutlicher fiel der Rückgang bei der Absatzmenge aus: Sie sank um 4,1 % auf 23.614 Tonnen. Die Exportquote blieb mit 60,4 % nahezu unverändert.

Deutlich stärker als der Umsatz geriet die Ertragslage unter Druck. Das Betriebsergebnis (EBIT) verschlechterte sich von 3,9 Mio. auf -0,7 Mio. Euro, das Ergebnis vor Steuern von 2,8 Mio. auf -1,7 Mio. Euro. Unter dem Strich weist Manner einen Periodenverlust von 2,2 Mio. Euro aus, nachdem im ersten Halbjahr 2025 noch ein Gewinn von 2,0 Mio. Euro erzielt worden war.

Entwicklung beeinflusst von außen

Die Hersteller stehen derzeit unter erheblichem Druck: Auf der einen Seite steigen die Kosten – allen voran die Rohstoffkosten –, auf der anderen Seite ist ein Rückgang der Absatzmengen spürbar. „So haben wir das noch nie erlebt“, beschreibt Manner-CEO Dieter Messner die außergewöhnlich herausfordernde Situation am Markt. Genau für solche Phasen hat der Manner-Vorstand den erfahrenen Manager vor etwa einem Jahr ins Unternehmen geholt. „Es geht darum, in einem ikonischen österreichischen Süßwarenunternehmen die richtigen Schritte zu setzen: die Kosten in den Griff zu bekommen, die breite Palette an Zielgruppen zu bedienen, langfristig Absatz und Umsatz zu steigern und Effizienzen zu nutzen“, so Messner. Das Management setzt alles daran, Manner für die Zukunft gut aufzustellen.

Rohstoffkosten belasten

Hauptbelastungsfaktor bleiben die hohen Rohstoffkosten. Besonders Kakao schlägt bei Manner zu Buche. Zwar haben sich die internationalen Kakaopreise seit Jahresbeginn deutlich beruhigt, die niedrigeren Marktpreise wirken sich 2026 aufgrund bestehender Vorwärtsdeckungen jedoch noch nicht entsprechend aus. Zusätzlich stiegen die Personalkosten von 31,7 auf 32,2 Mio. Euro. Auch höhere Verpackungskosten infolge geopolitischer Spannungen belasten die Kostenstruktur. „In diesem besonderen Jahr steigen nahezu alle Rohwaren im Preis. Kakao ist als Kostentreiber in der Süßwarenindustrie hinlänglich bekannt und hat in der Folge zu Preissteigerungen bei fast allen Herstellern geführt – so auch bei Manner. Bei schokolierten Produkten sehen wir mittlerweile einen Absatzrückgang“, sagt Dieter Messner.

Fast alle Rohwaren sind im Preis ebenfalls angestiegen. Bei Haselnüssen kann Manner über diehauseigene Plantage mit der ersten Ernte derzeit nur einen Bruchteil des Bedarfs abdecken.
„Selbstverständlich geben wir nicht alle Kostensteigerungen an unsere Kunden weiter. Wir wägen sehr sorgfältig ab, welche Schritte in dieser außergewöhnlich herausfordernden Marktsituation notwendig und vertretbar sind“, beschreibt Messner die Lage.

Harter Kampf um Marktanteile

Die Situation ist deshalb so prekär, weil Absatz und Umsatz vor allem bei schokolierten Produkten sinken,während die Kosten weiter steigen. „Insgesamt stehen klassische Marken unter Druck. Das betrifft nicht nur Österreich. Der Druck entsteht einerseits durch das Wachstum der Handelsmarken, andererseits durch neue Start-ups, die sich insbesondere im Bereich Functional Food auch im Süßwarensegment zunehmend etablieren. In einem mengenmäßig kaum wachsenden Süßwarenmarkt führt das zu einem intensiven Wettbewerb um Marktanteile. Zusätzlich verschärfen geopolitische Krisen, volatile Rohstoffmärkte und zahlreiche neue regulatorische Anforderungen die Rahmenbedingungen für produzierende Unternehmen.

Auf den einzelnen Märkten zeigt sich ein differenziertes Bild. In Österreich sank der Umsatz von 55,3 auf 54,7 Mio. Euro, das EBIT ging auf 0,7 Mio. Euro zurück. Deutschland entwickelte sich beim Umsatz dagegen positiv: Dieser stieg von 40,0 auf 41,0 Mio. Euro. Besonders das Retail-Marken-Geschäft legte mit 13,0 % zu. Dennoch drehte auch das deutsche Segment beim EBIT von +0,8 Mio. Euro im Vorjahr auf -1,2 Mio. Euro ins Minus. Im Rest der Welt verringerte sich der Umsatz um 3,7 % auf 42,6 Mio. Euro. Das EBIT fiel von 1,5 Mio. Euro auf nahezu null.
„Wir konzentrieren uns nun sehr stark auf den deutschen Markt und stärken dort unsere Hauptmarke Manner“, sagt der CEO. „Das Ziel ist eine Verdoppelung des Umsatzes in Deutschland. Dafür setzen wir auf jene Vertriebskanäle, über die sich große Mengen effizient bewegen lassen – vor allem Lebensmittelhandel und Diskonter. Das unterstützt das für uns notwendige skalierbare Wachstum: Wir wollen dort wachsen, wo zusätzliche Absatzmengen mit bestehenden Strukturen und überschaubarem Mehraufwand möglich sind.“

Strategische Antworten auf den Kostendruck

„Umsatz- und Effizienzsteigerung müssen Hand in Hand gehen. Zukünftige Investitionen in Modernisierung und Automatisierung rechnen sich vor allem bei Mengenartikeln und Hauptmarken. Genau an diesen Stellschrauben müssen wir ansetzen, um die Profitabilität langfristig und nachhaltig zu steigern“, so Messner.

Für die Umsatzsteigerung stehen natürlich auch Produktinnovationen im Vordergrund. Diese sollen vor allem bei den Marken Manner, Casali und Austria Mozartkugeln stattfinden. Die Ansprache jüngerer Zielgruppen ist dabei ebenfalls ein wesentlicher Faktor. „Insgesamt braucht ein erfolgreicher Launch neben dem passenden Produkt auch ausreichend und smart eingesetztes Marketinginvestment. Dann kann man in den Märkten wachsen“, sagt Messner.

Neue Produkte im Überblick

Für das zweite Halbjahr setzt Manner unter anderem auf neue Produkte und eine stärkere Markenaktivierung. Nach dem Start der Manner Wafer Crunchies in Österreich und Deutschland sollen im Herbst unter Casali „Rum-Kokos Black & White“ und „Schoko-Banane Ananas Kiss“ folgen. Auch die Marke Austria Mozartkugeln soll national und international neu vermarktet werden.
Nicht zuletzt setzt sich das Manner-Team mit den Anforderungen bei Verpackungen aufgrund der PPWR auseinander. Dabei wird auch die ikonische Verpackung der Mannerschnitte nicht außer Acht gelassen. „Wir versuchen alle gesetzlichen Anforderungen so umzusetzen, dass sie für alle Sinn machen.“

Neben Verpackungsvorgaben beschäftigen die Branche derzeit auch weitere regulatorische und handelspolitische Fragen. Dazu zählt die aktuelle Diskussion um Preisunterschiede zwischen Österreich und Deutschland und die gerne als Lösung postulierte Aufhebung der territorialen Lieferbeschränkungen. Manner wird in diesem Zusammenhang fälschlicherweise immer wieder als Beispiel herangezogen. Tatsächlich ist das Unternehmen von diesem Thema jedoch überhaupt nicht betroffen: Manner produziert schließlich nur in Österreich und beliefert alle Märkte von hier aus.

„Europa ist für produzierende Unternehmen derzeit kein einfaches Umfeld – geprägt von hoher Regulierung, volatilen Märkten und intensiverem Wettbewerb. Diesen Herausforderungen stellen wir uns mit klarem Fokus auf Effizienz, Markenstärke und nachhaltiges Wachstum“, so Dieter Messner.

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geschrieben am

25.09.2026