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Dominik Frey, Geschäftsführer bei Leads&Content mit Medien-, Agentur und Marketingerfahrung. Für ihn steht der Mensch im Fokus.

Leads&Content: Stärke im Bereich Social Media

Dominik Frey, Geschäftsführer bei Leads&Content hat umfassende Medien-, Agentur und Marketingerfahrung. Er spezialisiert sich auf Profi-Social Media.

retailreport.at: Mit Leads & Content zeigen Sie Stärke im Bereich Social Media. Wie hat sich Social Media für Unternehmen in den letzten Jahren verändert?

Dominik Frey: Der Trend geht ganz klar in Richtung authentische Kommunikation. Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch TikTok. Die Plattform hat gezeigt, dass nicht perfekt produzierte Hochglanzwerbung funktioniert, sondern echte Einblicke, echte Menschen und echte Geschichten. Mittlerweile sehen wir diesen Trend auf nahezu allen Plattformen – von Instagram über LinkedIn bis hin zu Facebook. Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie nicht nur über ihre Produkte sprechen sollten, sondern auch über ihre Kultur, ihre Werte und vor allem über ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Ich halte das für eine sehr positive Entwicklung. Social Media zwingt Unternehmen gewissermaßen dazu, transparenter und menschlicher zu kommunizieren. Gerade im Handel, wo Vertrauen eine zentrale Rolle spielt, kann das ein enormer Vorteil sein.

Was muss man beachten, um Aufmerksamkeit zu generieren?

Es geht nicht darum, möglichst schnell Aufmerksamkeit um jeden Preis zu erzeugen. Viel wichtiger ist die Frage: Wie kann ich nachhaltige Aufmerksamkeit schaffen? Clickbait oder künstlich erzeugte Empörung mag kurzfristig Klicks bringen, ist aber weder nachhaltig noch seriös. Unternehmen müssen sich überlegen, welche Themen für ihre Zielgruppen wirklich relevant sind.

Authentischer Content ist dabei nach wie vor „King“. Das kann vieles sein: Einblicke hinter die Kulissen eines Unternehmens, Geschichten von Mitarbeitern, Produktvorstellungen, ESG- und Nachhaltigkeitsthemen, Employer Branding usw.
Die eigentliche Kunst besteht darin, diesen Content plattformgerecht aufzubereiten. Ein Video für TikTok funktioniert anders als ein LinkedIn-Posting oder ein Instagram-Reel. Gute Social-Media-Arbeit bedeutet daher immer auch, Content in die jeweilige Plattformlogik zu übersetzen.

Ist Social Media für jedes Unternehmen geeignet?

Social Media ist heute kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein fester Bestandteil jeder modernen Kommunikationsstrategie. Gerade jüngere Zielgruppen nutzen Social Media längst nicht mehr nur zur Unterhaltung, sondern auch als Suchmaschine. Menschen unter 30 suchen häufig zuerst auf TikTok, Instagram oder YouTube nach Informationen – und nicht mehr unbedingt auf Google.
Für Unternehmen bedeutet das: Wer auf Social Media nicht sichtbar ist, existiert für viele Zielgruppen praktisch nicht. Klassische Websites bleiben zwar wichtig, verlieren aber zunehmend ihre Rolle als primärer Einstiegspunkt.

Muss man eine Strategie für Social Media entwickeln?

Absolut. Wie bei allen wichtigen Business-Themen sollte auch Social Media strategisch geplant werden.
Am Anfang stehen grundlegende Fragen wie: Welche Zielgruppen möchte ich erreichen? Auf welchen Plattformen sind diese Zielgruppen aktiv? Welche Ziele verfolge ich – Reichweite, Recruiting, Markenbekanntheit, Leads oder Verkäufe? Welche Themen möchte ich transportieren? Welche Ressourcen stehen intern zur Verfügung?
Ich sage immer: Lieber weniger Kanäle, dafür richtig gut bespielt. Qualität ist deutlich wichtiger als Quantität. Eine gute Strategie sorgt außerdem dafür, dass Social Media nicht nur aus einzelnen Postings besteht, sondern Teil einer klaren Markenkommunikation wird.

Was sehen Sie als zentrale Erfolgsfaktoren für eine gut geführte Social-Media-Kampagne?

Aus unserer Erfahrung gibt es drei zentrale Faktoren.
Erstens, die kreative Idee: Eine Kampagne muss so gestaltet sein, dass Menschen im Feed kurz innehalten und sich den Content tatsächlich ansehen. In einer Welt, in der wir täglich tausende Inhalte sehen, ist das eine große Herausforderung.
Zweitens, die technische Umsetzung: Social-Media-Kampagnen müssen sauber strukturiert und optimiert sein. Themen wie Zielgruppenselektion, Kampagnenstruktur, Creatives und Performance-Monitoring sind entscheidend, um Kennzahlen wie CPC (Cost per Click) oder CPL (Cost per Lead) effizient zu gestalten.
Drittens, ausreichend Werbebudget: Selbst die beste Kampagne kann nicht funktionieren, wenn sie nicht ausreichend ausgespielt wird. Social Media ist heute ein stark datengetriebener Werbekanal – und ohne Budget bleibt viel Potenzial ungenutzt.

Wenn einer dieser drei Faktoren fehlt, wird eine Kampagne in der Regel nicht optimal performen. Deshalb holen sich viele Unternehmen externe Unterstützung durch spezialisierte Agenturen.

Muss ein Unternehmen eine eigene Social-Media-Abteilung haben oder sollte man das auslagern?

Idealerweise gibt es ein internes Social-Media-Team, das sehr nah am Unternehmen arbeitet. Niemand kennt ein Unternehmen besser als die Menschen, die täglich darin arbeiten. Gerade wenn es um authentische Inhalte geht, sind Mitarbeiter vor Ort unschlagbar.
In der Praxis sehen wir allerdings oft hybride Modelle. Unternehmen haben eine interne Social-Media-Verantwortung, arbeiten aber für bestimmte Aufgaben mit Agenturen zusammen. 

Welche Rolle spielt Social Media speziell für den Lebensmittelhandel?

Der Lebensmittelhandel ist eine der Branchen, in der Social Media besonders großes Potenzial hat. Menschen beschäftigen sich täglich mit Themen wie Essen, Einkauf, Nachhaltigkeit oder regionalen Produkten – also genau mit jenen Inhalten, die sich hervorragend für Social Media eignen. Handelsunternehmen können hier beispielsweise Rezepte und Inspiration bieten, regionale Produzenten vorstellen, Einblicke in Filialen geben usw.
Social Media wird damit zu einer Verlängerung des Einkaufserlebnisses!

Welche Fehler machen Handelsunternehmen auf Social Media am häufigsten?

Der häufigste Fehler ist, Social Media nur als digitalen Prospekt zu verstehen. Wenn Unternehmen ausschließlich Angebote oder Aktionen posten, fehlt der emotionale Zugang zur Marke. Erfolgreiche Social-Media-Kommunikation lebt von Storytelling und Mehrwert.
Ein zweiter Fehler ist, Social Media zu stark zu kontrollieren. Authentischer Content entsteht oft dort, wo Menschen im Unternehmen selbst zu Wort kommen.

Welche Rolle spielen Mitarbeiter im Social-Media-Auftritt eines Unternehmens?

Eine sehr große. Menschen interessieren sich immer für Menschen. Gerade im Handel arbeiten viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt mit Kunden zusammen. Wenn diese Menschen auch auf Social Media sichtbar werden, entsteht Nähe und Vertrauen.
Außerdem spielt hier auch das Thema Employer Branding eine wichtige Rolle. In Zeiten von Fachkräftemangel kann Social Media entscheidend sein, um neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Mehr Infos unter Leads&Content

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geschrieben am

06.03.2026