Lavazza wächst trotz Krise
Der Umsatz der Lavazzza Gruppe stieg um 15,7 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro. Das EBITDA lag bei 340 Millionen Euro (+8,8 Prozent), der Nettogewinn bei 92 Millionen Euro (2024: 82 Millionen Euro). Gleichzeitig sank die EBITDA-Marge von 9,3 auf 8,8 Prozent. CEO Antonio Baravalle verweist auf eine anhaltend hohe Volatilität im Kaffeemarkt. Extreme Preisschwankungen, geopolitische Spannungen und regulatorische Unsicherheiten erschwerten die Planung weiterhin erheblich.
Viele Themen belasten Branche
Die globale Kaffeeindustrie steht seit Jahren unter Druck. Ursachen sind unter anderem Klimawandel und extreme Wetterereignisse in Anbauregionen, gestörte Lieferketten, steigende Logistikkosten sowie zunehmende Spekulation an Rohstoffbörsen. Zwischen 2021 und Anfang 2025 verteuerten sich Arabica-Bohnen um 230 Prozent, Robusta sogar um 325 Prozent. Die Folgen sind deutlich: Nach einem Rückgang von 3,5 Prozent in den Jahren 2023 und 2024 schrumpfte der globale Kaffeemarkt 2025 um weitere 2,4 Prozent.
Effizienzprogramme stabilisieren Geschäft
Lavazza reagierte mit Kostendisziplin, Optimierung der Lieferkette und einer Straffung des Produktportfolios. Gleichzeitig wurde das Working Capital weiter verbessert. Die Nettofinanzverschuldung reduzierte sich auf minus 432 Millionen Euro (2024: minus 511 Millionen Euro).
Als stabilisierend erwies sich die breite Aufstellung des Unternehmens: Lavazza ist in über 140 Ländern aktiv und deckt verschiedene Vertriebskanäle von Einzelhandel über Gastronomie bis E-Commerce ab. Besonders stark entwickelte sich Nordamerika mit einem Umsatzplus von 26,9 Prozent. In Europa hingegen belasteten rückläufige Volumina und steigende Kosten, etwa in Frankreich und Polen.
Wachstum und Innovation im Fokus
Strategisch setzt Lavazza weiter auf Innovation und Internationalisierung. In China treibt das Unternehmen gemeinsam mit Yum China den Ausbau voran. Zudem wurde 2025 mit „Tablì“ ein neues Single-Serve-System eingeführt, das ohne klassische Kapselhülle auskommt. Für die kommenden Jahre bleibt das Umfeld laut Unternehmensführung unsicher. „Agilität“ sei entscheidend, um auf geopolitische Entwicklungen und volatile Rohstoffmärkte reagieren zu können.
Parallel baut Lavazza sein Engagement in den Bereichen Nachhaltigkeit und Mitarbeiterentwicklung aus. 2025 beschäftigte die Gruppe weltweit mehr als 5.800 Mitarbeitende und führte unter anderem globale Standards für Elternzeit sowie Programme zu Diversität und Gesundheit ein.