Kaufleute Albrecht setzen auf Adeg-Modell
Mit Jürgen Albrecht wechselt ein profilierter Vorarlberger Kaufmann vom Spar-System in das Adeg Kaufleute-Modell der Rewe Group. Die beiden Standorte in Feldkirch-Tisis und Schwarzach sollen – vorbehaltlich kartellrechtlicher Genehmigungen – ab 1. Jänner 2027 unter Adeg geführt werden. Der Schritt gilt als bemerkenswert, da Albrecht zu den etablierten selbstständigen Kaufleuten im Spar-Umfeld zählt. Ziel der geplanten Zusammenarbeit ist es, die beiden Märkte langfristig weiterzuentwickeln und gleichzeitig ihre regionale Ausrichtung zu stärken. Im Fokus stehen weiterhin Frischekompetenz, regionale Wertschöpfung, individuelle Sortimentsgestaltung sowie persönliche Kundenansprache.
Seit 100 Jahren im Familienbesitz
Der Standort Feldkirch-Tisis wird seit rund 100 Jahren im Familienbesitz geführt und gilt als moderner Nahversorger mit starkem Fokus auf Genuss und Regionalität. Auf über 800 m² Verkaufsfläche sind rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Der zweite Standort in Schwarzach ist als klassischer Nahversorger mit rund 410 m² und etwa 25 Beschäftigten positioniert.
Charakteristisch für beide Märkte ist ein stark differenziertes Sortiment: Neben einem breiten Angebot an Bio-, veganen und glutenfreien Produkten umfasst das Portfolio auch Erzeugnisse von mehr als 300 Kleinstmanufakturen. Ergänzt wird das Angebot durch Serviceleistungen wie frisch zubereitete Speisen, ein eigenes Bistro sowie Kooperationen mit regionalen Bäckern. Mit dem Wechsel zu Adeg will Albrecht diese Positionierung weiterentwickeln, gleichzeitig aber die Eigenständigkeit seiner Märkte bewahren. Das Adeg-Modell bietet dafür den Rahmen: selbstständige Kaufleute steuern ihre Betriebe eigenverantwortlich, profitieren jedoch von zentralen Leistungen in Einkauf, Logistik, IT und Marketing sowie vom Eigenmarkensortiment der Rewe Group.
Adeg ist in Österreich aktuell mit 24 Standorten in Vorarlberg vertreten und setzt gezielt auf regional verankerte Nahversorgerstrukturen. Mit der Integration der beiden Albrecht-Märkte soll die Marktposition in der Region weiter gestärkt werden.
Wettbewerbsrechtlicher Hinweis
Rewe Group beabsichtigt, zwei LEH-Verkaufsflächen in Vorarlberg, in Feldkirch-Tisis und Schwarzach, zu erwerben. Betroffene Geschäftszweige sind der Einzelhandel mit Nahrungs- und Genussmitteln, Getränken und Tabakwaren. Die Frist zur Stellung eines Antrages gemäß § 11 Abs. 1 KartG durch die Amtsparteien auf Prüfung des Zusammenschlusses im kartellgerichtlichen Verfahren endet am 5. August 2026. Jedes Unternehmen, dessen rechtliche oder wirtschaftliche Interessen durch den Zusammenschluss berührt werden, kann binnen 14 Tagen ab dieser Bekanntmachung gegenüber der Bundeswettbewerbsbehörde und/oder dem Bundeskartellanwalt eine schriftliche Äußerung abgeben. Der Einschreiter hat kein Recht auf eine bestimmte Behandlung der Äußerung und erlangt insbesondere keine Parteistellung in einem allfälligen Verfahren vor dem Kartellgericht.
Bis zum Abschluss der wettbewerbsrechtlichen Prüfung durch Bundeswettbewerbsbehörde und Bundeskartellanwalt bleiben beide Standorte unverändert im Spar-System. Die operative Umstellung ist – vorbehaltlich der Genehmigung – für Anfang 2027 vorgesehen.