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JKU: Einzelhandelsklima stabilisiert sich – Aufschwung bleibt aus

JKU: Einzelhandelsklima stabilisiert sich

Die Stimmung im österreichischen Einzelhandel zeigt im ersten Halbjahr 2026 eine stabile Seitwärtsbewegung. Trotz leichter Entspannung ist eine nachhaltige Erholung weiterhin nicht in Sicht.

Die aktuelle Halbjahresanalyse des Instituts für Handel, Absatz und Marketing (IHaM) bestätigt eine fortgesetzte Stabilisierung des Einzelhandelsklimas, allerdings auf weiterhin negativem Niveau. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen der Handelsmanager:innen liegt im ersten Halbjahr 2026 bei -6 Prozentpunkten und entspricht damit dem EU-Durchschnitt. Bereits im Jahr 2025 hatte sich eine leichte Entspannung abgezeichnet. Im zweiten Halbjahr lag der Wert in Österreich mit -4 Prozentpunkten erstmals seit 2013 leicht über dem EU-Schnitt. Diese Entwicklung setzt sich nun in Form einer stabilen, aber verhaltenen Seitwärtsbewegung fort. Der letzte positive Stimmungswert datiert weiterhin aus dem zweiten Halbjahr 2021.

Im europäischen Vergleich bleibt Österreich dennoch im Hinterfeld: Im Ranking der 25 untersuchten EU-Länder belegt der heimische Einzelhandel nur Platz 21 und hat sich damit gegenüber dem zweiten Halbjahr 2025 weiter verschlechtert. Während in 16 Ländern bereits ein positives Einzelhandelsklima verzeichnet wird, zählen neben Schweden (+23 Prozentpunkte) auch Tschechien, Slowenien und Italien zu den dynamischsten Märkten. Allerdings wird der EU-Durchschnitt durch die schwache Entwicklung in Deutschland (-28 Prozentpunkte) und Frankreich (-15 Prozentpunkte) deutlich nach unten verzerrt. In beiden Ländern fällt die Stimmung im Einzelhandel noch pessimistischer aus als in Österreich.

Insgesamt überwiegen weiterhin die negativen Einschätzungen der Branche. Die aktuellen Daten sprechen laut IHaM weniger für einen beginnenden Aufschwung als vielmehr für eine Bodenbildung (Seitwärtstrend). Externe Faktoren wie geopolitische Unsicherheiten wirken zusätzlich dämpfend auf die Entwicklung.

Auch der Ausblick bleibt verhalten: Für das dritte Quartal 2026 erwarten die befragten Handelsmanager keine spürbare Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Konsumzurückhaltung und anhaltende Unsicherheiten verhindern bislang stärkere Impulse für den Einzelhandel. Das Einzelhandelsklima gilt dabei als wichtiger Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung, da Händler Veränderungen im Konsumverhalten frühzeitig wahrnehmen. Entsprechend bleibt die Branche trotz erster Stabilisierungssignale weiterhin unter Druck.

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geschrieben am

10.07.2026