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Jonathan Scheck, Team Lead Packaging Consulting bei Interzero in Köln, sieht in der PPWR nicht nur regulatorischen Druck, sondern einen tiefgreifenden Wandel entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Interzero: Rollen und Pflichten bei PPWR

Jonathan Scheck, Team Lead Packaging Consulting bei Interzero in Köln, sieht in der PPWR nicht nur regulatorischen Druck, sondern einen tiefgreifenden Wandel entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Seit vier Jahren arbeitet Jonathan Scheck bei Interzero im Bereich Packaging Consulting. Somit ist er international für alle Anfragen rund um die PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) gerüstet. Das Team, das er leitet, beschäftigt sich seit langem mit dem brisanten Thema, das die Verpackungswirtschaft grundlegend verändern wird. Im Zentrum stehen Design-for-Recycling, knappe Rezyklate und neue Anforderungen an Hersteller und Handel. Seine zentrale Botschaft: Die Anforderungen an Verpackungen werden künftig deutlich umfassender und technischer – Datenmanagement ist das Um und Auf.

Was kommt auf die Branche zu?

Während Verpackungen bisher häufig primär nach Marketing-, Kosten- oder Produktschutzkriterien entwickelt worden sind, rückt nun die Recyclingfähigkeit in den Fokus. Im Mittelpunkt der Umsetzungen stehen Packmittelhersteller, Händler mit ihren Eigenmarken und Markenartikel-Hersteller. „Wobei es aktuell einen Trend gibt, dass Händler die Anforderungen gerne an die Industrie auslagern. Die Hersteller müssen daher besonders gewappnet sein“, so Scheck. Verpackungen, die nicht recyclingfähig sind, werden mittelfristig vom europäischen Markt verschwinden, so verlangt es die PPWR. Deshalb ist es so wichtig, sich als betroffenes Unternehmen gut mit dem Thema PPWR auseinanderzusetzen. „Man kann die Kosten und den Aufwand eindämmern, indem man die Anforderungen der PPWR kennt und versteht“, sagt der Experte. Grundsätzlich geht es darum, seine Rolle am Markt zu kennen und die daraus entstehenden Pflichten ernst zu nehmen und umzusetzen. „Die Unternehmen müssen sich dessen bewusst sein“. Ob Hersteller, Importeur oder Vertreiber: Die PPWR weist jeder Rolle eigene Pflichten zu. Die meisten Lebensmittelunternehmen haben mehr als eine Rolle gleichzeitig.
Große internationale Unternehmen haben der Erfahrung nach in den meisten Fällen eine eigene Abteilung, die sich mit dem Thema intensiv beschäftigt. Spannend und herausfordernd wird es für die KMU in Europa. “Die Anforderungen sind klar definiert, aber die Dokumentation kann herausfordernd sein. In unserem Team bieten wir Unternehmen Orientierung und Unterstützung bei der Umsetzung“, so Scheck.

Interzero unterstützt mit dem Wissen in allen Bereichen

Grundsätzlich muss jedes Verpackungsmaterial bewertet werden. Die meisten im Supermarkt verwendeten Materialien sind in ihrer Recyclingfähigkeit klar definiert: Kunststoff, Papier, Aluminium und Glas sind in ihrer Recyclingfähigkeit bekannt. Drei zentrale Anforderungen sind ab August in Kraft: Grenzwerte für Schwermetalle in Verpackungen generell und für PFAS in Verpackungen mit Lebensmittelkontakt; eine unterzeichnete Konformitätserklärung pro Verpackungstyp; EPR-Registrierung in jedem Mitgliedstaat, in dem verkauft wird. „Das bedeutet abermals, dass die Unternehmen ihre Rolle definieren müssen: sind sie Importeur, Erzeuger oder Hersteller“, vertieft Jonathan Scheck das Thema nochmals.

Interzero ist hier in der Lage, bei allen Fragen zu unterstützen. Da die Anfragen aus allen Ländern – EU und Drittstatten – kommen, ist die Expertise sehr groß. „Wir machen hier keinen Unterschied und behandeln alle Anfragen gleich. Bei uns gilt: es gibt keine Länder-, sondern nur Unternehmensbezüge. Große Unternehmen begleiten wir schon lange in der

Umsetzung ihrer Verpackungsvorschriften. Denn die PPWR umfasst mehr als nur die Recyclingfähigkeit“, beschreibt Scheck die tägliche Arbeit. Für ihn ist das vollständige Erfassen aller Verpackungsdaten die große Basis für die Umsetzung der EU-Richtlinie. Nach Einschätzung von Scheck betrifft die PPWR praktisch alle Bereiche der Verpackungsindustrie. Eine unternehmenseigene Datengrundlage über die eingesetzten Verpackungen kann die umfangreichen Berichtspflichten der PPWR erheblich vereinfachen. Neben Design-for-Recycling-Vorgaben umfasst die Verordnung unter anderem:

  • verpflichtende Recyclingfähigkeitsklassen,
  • Mindestquoten für Rezyklate,
  • Vorgaben zur Reduktion von Verpackungsmüll,
  • strengere Kennzeichnungssysteme,
  • Einschränkungen bestimmter Einwegverpackungen,
  • sowie harmonisierte Regelungen innerhalb der EU.

Anforderungen, die Verpackungen in Europa in den kommenden Jahren erfüllen müssen und die von den Unternehmen in einer Konformitätserklärung bestätigt werden müssen. Zur Erstellung dieser Dokumente kann Interzero mit eigens entwickelter Software “Check for Recycling” unterstützen.

Besonders kritisch sieht der Verpackungsexperte Verpackungen, die in der Praxis Probleme in Sortierung oder Aufbereitung verursachen. Mehrschichtverbunde, problematische Etiketten, dunkle Kunststoffe oder ungeeignete Materialkombinationen würden bestehende Recyclingprozesse teilweise massiv erschweren.

Design for Recycling ist der Schlüssel

Schecks zentrale Forderung lautet daher: „Design for Recycling ist der Schlüssel.“ Recyclingfähigkeit müsse bereits in der Entwicklungsphase von Verpackungen mitgedacht werden. Fehler im Verpackungsdesign könnten von Recyclinganlagen später kaum mehr kompensiert werden. In diesem Zusammenhang verweist Scheck auch auf die zunehmende Bedeutung standardisierter Bewertungsmethoden. Tools wie Interzeros „Check for Recycling“ sollen Unternehmen dabei unterstützen, Verpackungen bereits vor Markteinführung auf ihre Recyclingfähigkeit zu analysieren und zu optimieren. Voraussetzung ist immer, dass Industrie, Handel und Recyclingwirtschaft enger zusammenarbeiten.

Für Unternehmen werde es künftig entscheidend sein, Verpackungen nicht mehr isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines funktionierenden Stoffkreislaufs. Genau darin sieht Jonathan Scheck die eigentliche Dimension der neuen EU-Verordnung: „Die PPWR verändert nicht nur Verpackungen – sie verändert das gesamte Denken entlang der Wertschöpfungskette.“ Die PPWR tangiert so viele Aspekte in den Unternehmen. Und da Interzero international bei Sammlung, Sortierung und Bewertung von Verpackungen führend ist, sieht man sich als zentraler und kompetenter Partner in der Umsetzung.

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geschrieben am

20.05.2026