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Interzero - Thomas Glatz ist Managing Director in Österreich

Interzero: Alles aus einer Hand

Interzero als Partner für Lizenzierung und Verpackungsstrategie rund um die PPWR. Ein Gespräch mit Interzero-Geschäftsführer Thomas Glatz.

Mit steigenden regulatorischen Anforderungen und wachsenden Erwartungen an nachhaltige Verpackungen stehen Unternehmen in Österreich vor komplexen Herausforderungen. Die erweiterte Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) verpflichtet Hersteller, Importeure und Händler dazu, Verantwortung für Sammlung und Verwertung ihrer Produkte und Verpackungen zu übernehmen.
In diesem Umfeld hat sich Interzero als spezialisierter Dienstleister für Kreislaufwirtschaft, Lizenzierung und Verpackungsoptimierung etabliert.

Und ab 12. August 2026 gelten die meisten Pflichten und Anforderungen der PPWR (sofern nicht anders angegeben). „Deshalb heißt es für Handel und Industrie: Augen auf und rechtzeitig agieren“, sagt Thomas Glatz, Geschäftsführer von Interzero in Österreich. Interzero ist europaweit an bis zu 40 Standorten tätig, beschäftigt rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und erwirtschaftet 1 Mrd. Euro Jahresumsatz. Mit der Expertise von über 80.000 Kunden aus Industrie und Handel bietet Interzero etwas ganz Besonderes: alles aus einer Hand.

Erfahrung in der Lizenzierung und regulatorischen Compliance

Interzero unterstützt Unternehmen bei der Umsetzung gesetzlicher Verpflichtungen im Bereich Verpackungen, Elektrogeräte und Batterien. Dabei übernimmt der Dienstleister sowohl operative Aufgaben – etwa Registrierung und Mengenmeldungen – als auch strategische Beratung zur Einhaltung nationaler und europäischer Vorgaben. „Für Unternehmen generieren wir einen Mehrwert, weil wir alle Informationen und Unterstützungen hier vor Ort aus einer Hand anbieten: One Stop Shop – sozusagen“, erklärt Thomas Glatz. „Wir haben ein Team von Ingenieuren und Spezialisten an der Hand. Seit 20 Jahren sind wir zum Beispiel Europas größter Sortierer bei Leichtverpackungen mit einer Sortierkapazität von 810.000 Tonnen im Jahr“.

Gerade im internationalen Handel gewinnt diese Expertise an Bedeutung. Unternehmen, die Produkte grenzüberschreitend vertreiben, müssen in vielen Ländern unterschiedliche EPR-Regelungen erfüllen. Interzero fungiert hier häufig als Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Regulierung – etwa durch die Stellung eines bevollmächtigten Vertreters oder durch Unterstützung bei der Registrierung und Berichterstattung.

Dieses Wissen ist auch das Um und Auf bei der aktuell viel diskutierten PPWR, die mit 12. August 2026 wirklich in Kraft tritt. „Auch hier können wir Handel und Industrie begleiten. Wir haben die unterschiedlichen Brillen auf: die des Sortierers, des Beraters, die des Verpackungs-Experten, um nur einige zu nennen“, sagt der Geschäftsführer. „Unser Kompetenzzentrum für Recycling-Kunststoffe in Maribor/Lenar unterstützt uns europaweit mit Verpackungsanalysen“.

Sortimentsexpertise und Lösungen „aus einer Hand“: Vereinfachung für Unternehmen

Neben der Lizenzierung bietet Interzero Unternehmen zunehmend integrierte Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Verpackungen und Wertstoffen. Ziel ist es, Unternehmen bei der Transformation von linearen Lieferketten hin zu geschlossenen Materialkreisläufen zu unterstützen. Das Leistungsspektrum reicht von der Analyse von Verpackungssortimenten über Design-for-Recycling-Beratung bis hin zu operativen Recycling- und Logistiklösungen. In Bereichen wie Kunststoffrecycling, Sortierung und Rohstoffvermarktung bündelt Interzero spezialisierte Kompetenzen und bietet Kunden damit 360-Grad-Lösungen aus einer Hand, die Beratung, operative Umsetzung und Materialkreisläufe miteinander verbinden. 
Für Unternehmen bedeutet dieser Ansatz eine Vereinfachung der Prozesse: regulatorische Compliance, Verpackungsoptimierung und Recycling können innerhalb eines integrierten Systems koordiniert werden.

Digitale Werkzeuge für optimales Datenmanagement

Ein wichtiger Bestandteil dieser Beratungsleistungen sind digitale Analyse- und Bewertungsinstrumente. Ein Beispiel dafür ist das Tool „Check for Recycling“, mit dem Unternehmen die Recyclingfähigkeit ihrer Verpackungen bewerten können.
Über eine Online-Eingabemaske geben Nutzer Informationen zu Materialzusammensetzung, Größe und Gewicht der Verpackung ein und erhalten anschließend eine erste Einschätzung zur Recyclingfähigkeit. Die Analyse berücksichtigt unter anderem die Sammel-, Sortier- und Verwertbarkeit der Materialien und ermöglicht so eine schnelle Bewertung des Verpackungsdesigns. 
Ein weiteres Tool zur Digitalisierung des Abfallmanagements und der dahinterstehenden Prozesse ist die Interzero Waste-Management-Plattform.

Kooperation mit OMV: Neue Ansätze im Kunststoffkreislauf

Auch im Bereich technologischer Innovationen arbeitet Interzero mit Industriepartnern zusammen. Ein Beispiel dafür ist ein Joint Venture mit der OMV, ein im Wandel befindliches integriertes Unternehmen für nachhaltige Energie, Kraftstoffe und Chemikalien, Kraftstoffe und Energie mit einer Schlüsselrolle in der Kreislaufwirtschaft.
Gemeinsam bauen beide Unternehmen eine hochautomatisierte Sortieranlage für Kunststoffabfälle im deutschen Walldürn. Die Anlage soll eine Kapazität von bis zu 260.000 Tonnen Kunststoffabfällen pro Jahr erreichen und Rohstoffe für das chemische Recycling liefern. 
Dabei werden insbesondere gemischte Kunststoffabfälle aufbereitet, die bislang zumeist energetisch verwertet oder verbrannt wurden. Die gewonnenen Rohstoffe werden von OMV mittels innovativer und patentierter ReOil® Technologie chemisch recycelt.  Auf diese Weise gehen OMV und Interzero einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung einer geschlossenen Kunststoffkreislaufwirtschaft.

Vorbereitung auf kommende EU-Regulierungen

Mit Blick auf neue europäische Regelwerke – insbesondere die EU-Verpackungsverordnung – steigt der Bedarf an fundierter Beratung weiter. „Unternehmen müssen künftig strengere Anforderungen an Recyclingfähigkeit, Materialeinsatz und Dokumentation erfüllen. Hier ist das Schlagwort Ökomodulierung ein ganz wesentlicher Punkt: je mehr ich recyclingfähige Verpackung einsetze, desto weniger werde ich voraussichtlich an Lizenzierungsgebühren zahlen müssen“, erklärt Thomas Glatz auch den wirtschaftlichen Hintergrund.
Dienstleister wie Interzero entwickeln daher zunehmend integrierte Lösungen, die regulatorische Compliance, Verpackungsdesign und Recyclingtechnologien miteinander verbinden. Für viele Unternehmen wird das Management von Verpackungen damit zu einem strategischen Thema – nicht nur aus regulatorischer Sicht, sondern auch im Kontext von Nachhaltigkeits- und ESG-Zielen.

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geschrieben am

19.03.2026