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Interspar Geschäftsführer Mag. Johannes Holzleitner im Interview

Interspar punktet bei Preis und Sortiment

Mag. Johannes Holzleitner, Geschäftsführer von Interspar in Österreich und seit 1999 bei Spar, spricht über aktuelle Herausforderungen und die Entwicklungen bei Interspar.

retailreport.at: Marktforschungen sagen, dass Diskonter in Europa und so auch in Österreich an Umsatz gewinnen. Würden Sie sagen, dass Interspar „die Antwort auf die Diskonter ist“, und wenn ja, warum?

Johannes Holzleitner: Wir bewegen uns mit dem Diskont und auch allen anderen Lebensmittelhändlern im Wettbewerb um die Gunst der Kundinnen und Kunden. Mit dem Interspar One-Stop-Shopping-Angebot haben wir für jede Geldbörse und auch für jedes Bedürfnis etwas dabei. Mit unseren super-günstigen rund 1000 S-Budget-Produkten bei Food, Non Food und bei Drogerieartikeln schaffen wir eine wichtige Basis für den Einkauf. Mit dem nachhaltigen Angebot rund um „Too good to go“ und unseren Obst- und Gemüse-Kisterln haben wir nachhaltige On-Top-Lösungen zu günstigen Preisen.
Dazu kommt natürlich die Spar-App: Joker, digitaler Pfandbon und digitales Rabattmarkerlsammeln. Das macht uns als Interspar aus: auf Preis-, Sortiments- und Serviceebene punkten wir! Wir sind eben MEHR als manche andere: mit 50.000 Artikel, davon 20.000 Food-Artikel UND einer kompetenten Beratung können wir das klar behaupten.

Wie hat sich die Interspar in der Spar-Welt in letzter Zeit entwickelt? Womit kämpfen Sie bei einem Format in dieser Größe am meisten?

Das Einkaufsverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten hat sich in den letzten zwei Jahren stark verändert. Sie kaufen sehr bewusst ein und suchen nach Aktionen. Wir spüren an den Umsätzen, dass die Kaufbereitschaft rund um die Auszahlung von Gehalt und Urlaubsgeld stärker wird. Dafür verantwortlich sind die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die Insolvenzen der letzten Monate. Sie machen einerseits Angst und andererseits sind sie reale Einschränkungen im Kaufverhalten. Wenn Arbeitsplätze in Österreich verloren gehen, dann spürt das auch der Handel. Jede verlorene Stelle bedeutet weniger verfügbares Einkommen. Unsere Aktionen und Werbemechanismen zielen genau auf diese Situation ab.

Haben Sie das Jubiläum „55 Jahre Interspar“ genutzt, um die Marke noch weiter zu stärken?

Wir haben unser 55-jähriges Jubiläum grafisch mit Konfetti und Gold gefeiert und damit den Kundinnen und Kunden gezeigt, dass es zusätzliche Aktionen gibt. Auch damit haben wir uns unverwechselbar gemacht. Mit unseren Kompetenz-Foldern unterstreichen wir diese Unverwechselbarkeit. Wir möchten unseren Kunden ein angenehmes und unvergessliches Einkaufserlebnis bieten: mit besten Preisen und bester Qualität – über alle Sortimente hinweg und in Einklang mit allen Teilbereichen des Unternehmens.

Was meinen Sie mit Teilbereichen?

Wir zeigen unsere Kompetenz nicht nur quer durch unsere Märkte mit Lebensmitteln und Non Food- und Drogerie-Produkten. Auch die Interspar-Restaurants werden in die Themenschwerpunkte miteingebunden. Nehmen wir an, es finden die Themen-Wochen rund um „Home of BBQ“ statt, dann wird es neben dem perfekten Grillgut in unseren TANN-Abteilungen auch im Bereich Non Food die passenden Produkte wie Griller oder Pfannen geben. Zusätzlich wird in unseren Interspar-Restaurants auch die Speisekarte auf die Themen-Wochen eingestellt. So bringen wir die Geschäftsfelder zusammen und diese Expertise zeigen wir in unseren Kompetenzfoldern.

Können Sie kurz etwas über die Interspar-Restaurants sagen?

Wir führen bei Interspar und Maximarkt aktuell rund 70 Gastronomiestandorte. Neben den Interspar-Restaurants haben wir zum Beispiel auch Café Cappuccinos in unserem Portfolio. Welches Format das Beste ist, kommt immer auf den Standort an: Wenn rund um einen Interspar ausreichend andere Gastronomie vorhanden ist, dann setzen wir auf unser Café Cappuccino.

Zurück zu den Sortimenten: Wie stellen Sie Sortimente auf, um laufend am Ball zu bleiben?

Zunächst haben wir unsere zentrale Rolle im Non Food II-Bereich ausgebaut. Wir setzen unsere Ressourcen bewusst auf jene Bereiche, die uns differenzieren. Das gilt auch für Sortimente.
2025 haben wir bei Interspar auch den Bereich frisches Brot und Gebäck weiterentwickelt und die Kunden mit Hilfe unserer Interspar-Backstuben in den Märkten noch mehr ins Geschehen eingebunden. Ein Highlight ist das „Pane Gusto Grande“ – ein Sinnbild für frisches italienisches Brot. Dem Duft von frischem Brot & Gebäck kann man sich nicht entziehen.

Und mit der Gastronomisierung des Lebensmittelhandels beschäftigen wir uns seit vielen Jahren. Wir sind aber nicht bei Leberkäse-Semmel, Stelze und Veggie-Schnitzel stehengeblieben, sondern bieten ein vielfältiges Sortiment an To Go-Speisen an. In der Hälfte unserer Interspar-Märkte stellten wir eigene SB-Möbel – mit warmen genussfertigen To-Go Produkten wie Grillhenderl oder auch Burek – neben der Bedienung auf, um rasch zu versorgen.

Das Konzept der Market-Kitchen ist in die Markt-Gastronomie komplett eingebunden.

Und nicht zuletzt schaffen wir über unsere „Genussreisen“ eine Bindung zu den Kundinnen und Kunden, die auch den Lieferanten zugutekommen. On top stehen unsere Online-Winzer-Talks.

Die Summe aus all den Aktivitäten gepaart mit Neuheiten im Interspar-Markt ergibt unser Geschäftsmodell. Es bietet uns viele Möglichkeiten. Unser Grundsatz: Was in der Umsetzung anspruchsvoll ist, passt perfekt zu uns – genau dafür braucht es Profis wie Interspar.

Gibt es zwischen Spar-Märkten und Interspar-Märkten Gemeinsamkeiten?

Wenn Sie die Bedienung, Non Food und Ladengestaltung ansprechen, so sind wir schon sehr unverwechselbar. Das wird auch dem Kunden vermittelt. Alleine unsere Shopping Journey dauert viel länger als in einem klassischen Spar-Markt. Deshalb ist Interspar konzeptiv auch anders. Im Hintergrund gibt es selbstverständlich viele Gemeinsamkeiten.

Welche Entwicklungen von Spar ICS haben Sie in letzter Zeit übernommen?

Wir haben in diesem Jahr bei Interspar mit der Umstellung auf elektronische Shelf-Labels begonnen: 25 Märkte haben nun die technische Innovation, 750.000 Etiketten wurden heuer verbaut und neue Regalschienen installiert. Pro Markt sind das in etwa 30.000 bis 35.000 Etiketten und der Tausch dauert rund 2-3 Tage. 2026 wird der Rollout fortgesetzt.

Die Funktionalität der Spar-App wurde weiterentwickelt. Diese Funktionen werden bei Interspar und Maximarkt gerne genutzt: der digitale Kassenbon für die Garantie von Non Food II-Produkten oder der digitale Pfandbon. Und auch Inventurroboter und Reinigungs-Roboter sind mancherorts im Einsatz.

Wie sehen die Pläne für 2026 aus, nachdem 2025 das Jubiläumsjahr sehr aktiv war?

Ja, 2025 gab es viele Umsetzungen innerhalb der Interspar. Zwei besondere Aktivitäten möchte ich hervorheben: der Interspar in Hallein, den wir um 19 Mio. Euro umgebaut haben und die Inbetriebnahme unserer neuen SIMPEX-Logistikplattform.

2026 wird auch sportlich: wir starten mit einem Umbau in Neu-Rum und Feldkirch-Altenstadt. Unser Maximarkt in Linz wird im Herbst nach dem Umbau neu eröffnet und in Saalfelden ist ein Baustart geplant. 2026 planen wir, insgesamt 5 Standorte zu erneuern.
Wir schaffen die Umbauten bei laufendem Betrieb. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass bei nur einem Interspar am Tag im Durchschnitt 35 Tonnen an Ware bewegt werden. An dieser Stelle gilt mein Dank allen Mitarbeitern, die stets für Interspar in allen Bereichen da sind.

Auf Basis welcher Faktoren wird ein Eurospar zu einem Interspar weiterentwickelt?

Das ist ganz unterschiedlich und hängt von Faktoren wie Umsatz am Standort, Potential, Baulichkeit, Widmung und dem Umbaurhythmus ab. Damit einher gehen mögliche Flächenvergrößerungen. Typisch für uns sind mindestens 3200 m2 – bis 5000 m2 Verkaufsfläche.

Um auch noch die Nachhaltigkeit anzusprechen: welche Maßnahmen setzen Sie hier?

Nachhaltigkeit ist so vieles: sie bildet sich reichhaltig im lokalen und im Bio-Sortiment. Nachhaltigkeit ist aber natürlich auch die Anpassung der Kosten, wie Energie. Durch smarte Einsparungen konnten wir in den letzten fünf Jahren unseren Energieverbrauch um 7% senken und das trotz sechs neuen Märkten. Wir setzen auch auf unsere Mitarbeitenden und fördern diese in ihrer persönlichen Entwicklung.

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geschrieben am

17.12.2025