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Christoph Heinzle, CEO Unzer Österreich

Unzer: Immer mehr digitale Wallets

Christoph Heinzle, Leiter E-Commerce der Unzer-Gruppe und Geschäftsführer von Unzer in Österreich, in einem Kommentar über das Zahlungsverhalten in Österreich.

Wer mittags in der Donaustadt einkaufen geht, wird sich die Selbstbedienungskassen mit einer Armada von Geschäftsleuten teilen müssen. Der Einkauf wird innerhalb weniger Sekunden mit dem Handy gezahlt – schnell und unkompliziert. Der Wiener Stadtteil ist dabei bei weitem kein Einzelfall. 

Virtuelles Portemonnaie

In den letzten Jahren haben sich die Zahlungspräferenzen der Österreicher erheblich verändert. Digitale Bezahllösungen, mobile Kartenzahlungen und flexible Finanzierungsmodelle wie „Buy Now, Pay Later“ werden zunehmend selbstverständlich – vor allem, weil sie mehr Flexibilität, Komfort und Sicherheit bieten. Verglichen mit 2020 sind Bargeldtransaktionen 2024 von 50 % auf 42 % gefallen; gleichzeitig ist der Anteil der Kartenzahlungen auf knapp 24% gestiegen. Offline und online finden digitale Zahlungslösungen, wie Kreditkarten, Paypal oder digitale Wallets hohen Anklang und werden immer häufiger genutzt.

Unter digitale Wallets fallen beispielsweise Google Pay, Apple Pay und Blue Code – Zahlungsmittel, die auf einem Smartphone oder anderen mobilen Geräten gespeichert werden. Sie dienen dazu, Zahlungsdaten und andere digitale Dokumente wie Ausweise, Tickets oder Treuekarten sicher zu speichern und zu verwalten, um damit online oder stationär zu bezahlen. Da sie einfach zu benutzen und dank beispielsweise biometrischer Authentifizierung sehr sicher sind, werden sie von jedem dritten Österreicher schon regelmäßig genutzt. Tendenz steigend: bis 2028 werden digitale Wallets ihre Rolle voraussichtlich weiter stärken und 15 % häufiger genutzt werden. 

Online bezahlen wird sicherer und einfacher

Neue Zahlungsmethoden sind das eine, innovative Features das andere. Beispiele wie Link2Pay, der Rechnungskauf mit QR-Code oder Click to Pay zeigen, wie sich Komfort und Sicherheit beim Bezahlen stetig weiterentwickeln. Besonders Click to Pay, eine kartenbasierte Wallet-Zahlungsmethode, wurde gezielt eingeführt, um das Online-Shopping noch einfacher und sicherer zu machen. Verbraucher können damit mit nur einem Klick bezahlen – ganz ohne jedes Mal ihre Kartendaten eingeben zu müssen. So genießen sie die vertrauten Vorteile einer physischen Kreditkarte, kombiniert mit den hohen Sicherheitsstandards digitaler Zahlungen.

Der digitale Marktplatz boomt

Der E-Commerce-Sektor in Österreich ist konstant am Wachsen. Im Jahr 2024 erreichte er einen Umsatz von 16,4 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 13,6 % zu 2020 entspricht. ​ Dies spiegelt das zunehmende Interesse und das Vertrauen der Verbraucher in Online-Shopping wider und verdeutlicht den Wandel hin zu digitalen Einkaufsgewohnheiten. Auch bezüglich des Mediums zeigt sich eine Tendenz: während 2020 nur 10 % der Österreicher:innen über ein mobiles Gerät online geshoppt haben, waren es 2023 schon 40 %. (PPRO. (2023, 7. April). Country report - Austria). ​ Angesichts dieses Booms sollten Händler ihre Strategien anpassen und mobile Shoppingmöglichkeiten optimieren, um die Benutzerfreundlichkeit zu erhöhen und den Kundenwünschen gerecht zu werden. Wer sich dahingehend breiter aufstellt, könnte bis 2028 eine jährliche Wachstumsrate von 9% erwarten. 

"Jetzt kaufen, später zahlen" im Trend

Immer mehr österreichische Online-Shopper entscheiden sich für den Rechnungs- und Ratenkauf, bekannt als "Buy Now, Pay Later" (BNPL). Bereits im Jahr 2024 nutzen 25 % der österreichischen Konsumenten diesen Service, was einem Anstieg von 18 % im Vergleich zu 2023 entspricht. Diese Zahlungsoption bietet nicht nur bei größeren Anschaffungen Vorteile, indem sie die Kosten in Raten aufteilt und somit die finanzielle Belastung verteilt. Auch für alltägliche Einkäufe und Warenkörbe unter 100 Euro ist BNPL die bevorzugte Zahlungsart in Österreich. Konsumenten schätzen die Möglichkeit, bequem per Rechnung zu zahlen, was dazu beiträgt, ihre Kaufkraft zu erhöhen und zugleich den Händlern eine Umsatzsteigerung von durchschnittlich 18 % ermöglicht. 

Österreichs Zahlungslandschaft erlebt durch Digitalisierung und neue Zahlungsmethoden einen bedeutenden Wandel. Wer frühzeitig in digitale Innovationen investiert, wird in der Zukunft gut aufgestellt sein.

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geschrieben am

17.09.2025