IGD-Studie: „The Hyper-Connected Store“
Der Bericht „The Hyper-Connected Store“ von IGD zeigt, dass der stationäre Handel neu erfunden, aber nicht ersetzt wird. Trotz weit verbreiteter Prognosen über einen Rückgang werden traditionelle Formate – Supermärkte, Discounter und Convenience Stores – voraussichtlich auch im Jahr 2029 noch 94 % des weltweiten Lebensmittelmarktes halten und dabei rund 8,9 Billionen Euro Umsatz erzielen.
Zwischen 2024 und 2029 sollen stationäre Geschäfte zusätzlich 1,6 Billionen Euro erwirtschaften – ein klarer Beweis dafür, dass der physische Einzelhandel weiterhin unverzichtbar bleibt, sofern er die Transformation aktiv gestaltet.
Der „hypervernetzte Laden“ stellt Technologie in den Mittelpunkt der Weiterentwicklung des Handels. Fortschritte in Automatisierung, KI, Computer Vision und Robotik verbessern bereits heute die Effizienz, senken Personalkosten und heben das Einkaufserlebnis auf ein neues Niveau. IGD identifiziert drei miteinander verknüpfte „Power Zones“ als Erfolgsfaktoren:
- Verbesserte Kundenerlebnisse,
- gestärkte Verkaufsteams und
- optimierte Abläufe
Gemeinsam bilden sie ein digitales Schwungrad, das Profitabilität, Produktivität und Kundenbindung antreibt.
Für Hersteller eröffnen vernetzte Geschäfte Zugang zu Echtzeitdaten über Nachfrage, Bestände und Promotion-Leistung – das ermöglicht schnellere Umsetzungen, weniger Verschwendung und eine stärkere Markenpräsenz am POS. Kunden profitieren von präzisen Preisen, besserer Produkttransparenz, einfacherer Orientierung und reibungsloseren Bezahlprozessen. Gleichzeitig gewinnen Händler durch integrierten Handel (Unified Commerce), der Filialen, E-Commerce, Loyalitätsprogramme und Datenplattformen zu einem nahtlosen Ökosystem verbindet.
Laut IGD geben Omnichannel-Käufer zwei- bis viermal mehr aus als Kunden, die nur über einen Kanal einkaufen – ein deutlicher Beweis für die Bedeutung von Integration.
Der Bericht schließt mit einem Appell an die Unternehmensführung:
- Benennen Sie eine:n Verantwortliche:n für die digitale Transformation der Filialen,
- gestalten Sie Geschäfte konsequent auf Profitabilität aus,
- vereinheitlichen Sie Datenquellen, und
- qualifizieren Sie Führungskräfte in digitaler Kompetenz.
Für die europäische Handelsmarkenbranche ist die Botschaft eindeutig: Zusammenarbeit, Datenaustausch und Innovationskraft werden darüber entscheiden, wer im Zeitalter des hypervernetzten Ladens erfolgreich sein wird.