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ICOP 2025 in Budapest

ICOP 2025 in Budapest

Die 19. Internationalen Konferenz für Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse im Wandel.

Die 19. Internationale Konferenz für Erzeugerorganisationen (ICOP) 2025 in der Nähe von Budapest stand im Zeichen grundlegender Veränderungen der EU-Förderpolitik für Obst und Gemüse ab 2028. Rund 170 Teilnehmer aus 15 europäischen Ländern diskutierten vor allem die geplanten Reformen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die erhebliche wirtschaftliche und strukturelle Auswirkungen auf Erzeugerorganisationen (EOs) erwarten lassen.

Am ersten Konferenztag beleuchteten Markt- und Branchenexperten internationale Trends. Trotz eines grundsätzlich positiven Gesundheitsimages verzeichnet der Obst- und Gemüsekonsum europaweit weiterhin einen Rückgang. Die Branche sieht dringenden Handlungsbedarf, um die Lücke zwischen theoretischer Nachfrage und tatsächlichem Konsum zu schließen.

Für besondere Unruhe sorgten die Ausführungen der Europäischen Kommission am zweiten Tag: Ab 2028 soll das bestehende System der sektoralen Interventionen und der operationellen Programme grundlegend umgebaut werden. Vorgesehen ist die Zusammenführung von erster und zweiter Säule der GAP in einen einzigen Fonds sowie eine verpflichtende Kofinanzierung durch die Mitgliedstaaten – jedoch ohne garantierte Mindestbudgets. Übergangsfristen entfallen vollständig, was laufende Projekte und Mehrjahresplanungen erheblich erschwert. Die Branche befürchtet rechtliche und finanzielle Unsicherheiten sowie eine Schwächung der EOs.

Vertreter der Organisationen und Verbände formulierten daher gemeinsame Forderungen an ihre nationalen Regierungen und die EU-Kommission. Im Zentrum stehen der Erhalt des bisherigen EO-Fördersystems, eine klare Budgetzuteilung für die Periode 2028–2034 sowie das Festhalten am 50/50-Kofinanzierungsprinzip. Zudem wird eine verlässliche Übergangsregelung verlangt.

Weitere Vorträge präsentierten Perspektiven von Ministerien, fusionierten Erzeugerorganisationen und technologischen Anbietern. Innovations- und Digitalisierungslösungen wurden als zentrale Komponenten für eine nachhaltige, wettbewerbsfähige Produktion hervorgehoben. Der dritte Konferenztag bot fachliche Exkursionen zu spezialisierten Obst-, Gemüse- und Pilzbetrieben.

gfa-consulting Geschäftsführer Wolfgang Braunstein hob in seinen abschließenden Worten zur Konferenz hervor, dass die Obst- und Gemüsebranche eine flexible sei, die schon vielen Herausforderungen getrotzt hat. Der Sektor sei jedoch, ob der vielen Unklarheiten, was auf sie tatsächlich zukommt, stark verunsichert und brauche Antworten! „Die Obst- und Gemüsebranche ist ein Überlebenskünstler! Wir sind in der Lage auch den angekündigten Wandel zu überstehen und uns anzupassen! Aber wir müssen wissen, WAS uns tatsächlich erwartet und wie die Rahmenbedingungen gestaltet sein werden, um entsprechend reagieren zu können!“, so Braunstein.

Die 20. ICOP-Jubiläumskonferenz findet vom 18.–20. November 2026 in Österreich statt; der genaue Tagungsort wird noch bekanntgegeben.

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geschrieben am

26.11.2025