Handelsflächen im Wandel
Mehr als 200 Vertreter aus Handel, Immobilienwirtschaft, Technologie und Politik kamen am 17. September im Reaktor Wien zum zweiten Handelsflächenforum (HFF) des Handelsverbands zusammen. Unter dem Motto „Shops, Stores & Spaces“ ging es um die Entwicklung bestehender Handelsflächen, veränderte Konsumentenerwartungen, Sicherheit, Intralogistik und neue Technologien. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will eröffnete die Veranstaltung, Puls4-Anchorwoman Bianca Ambros moderierte.
Ein Schwerpunkt lag auf der Entwicklung der Innenstädte. Laut Rainer Will zeigt insbesondere das Verhalten jüngerer Konsumenten, dass stationäre Handelsstandorte weiterhin relevant sind: 76 Prozent der Gen Z besuchen mindestens einmal monatlich Einkaufsstraßen in Innenstädten. Bei den Millennials sind es 63 Prozent, bei der Generation X 48 Prozent und bei den Babyboomern 38 Prozent.
Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) betonte in ihrer Keynote die Bedeutung des Handels für die Entwicklung von Städten und Regionen. Neben Frequenz und Versorgung gehe es auch um Aufenthaltsqualität und Lebensqualität. Sie sprach sich unter anderem für einen Abbau bürokratischer Hürden und Erleichterungen für den stationären Handel aus. Mit der Veränderung des Konsumverhaltens beschäftigte sich Marc Schumacher, Gründer des Silent Knowledge Institute. Er stellte die zunehmende Bedeutung von Erfahrungen und Erlebnissen für Konsumenten heraus. Für den stationären Handel bedeute dies, dass Verkaufsflächen stärker als Orte der Interaktion und Markenerfahrung gedacht werden müssten.
Revitalisierung bestehender Flächen
Wie sich bestehende Handelsimmobilien weiterentwickeln lassen, diskutierten Romina Jenei (RegioPlan), Marc Andreas Carls (Takko Fashion), Leo Lugner (Wirtschaftskammer) und Peter Schaider (Auhof Center). Im Retail Talk ging es um die Nutzung vorhandener Flächen und die Herausforderungen durch Raumordnung und regulatorische Vorgaben. Weitere Praxisbeispiele kamen aus den Bereichen Sicherheit und Intralogistik. Birgit Hager (Securitas) und Florian Hellmich (Rewe) präsentierten Sicherheitslösungen. Nicolas Faimann stellte das neue House of Silhouette in Wien vor. Christoph Ecker (Fraunhofer Institut), Manuela Hagenauer (Barcotec), Katja Olivier (Kardex) und Agnes Ehebruster (Transgourmet) beschäftigten sich mit der Intralogistik und deren Bedeutung für effiziente Handelsprozesse.
In einer Innovation Session mit ACSP-Obmann Roman Schwarzenecker präsentierten Eric Weisz (Circly), Valentin Grabner (Respory), Gernot Fleiss-Cianciabella (Avantpark) sowie Eugen Smolsky und David Theni (viralhouse) neue Geschäftsmodelle. Die Themen reichten von KI-gestützter Planung und Kundenanalyse über digitales Parkraummanagement bis zu Social-Media-Content.
Auszeichnungen für Händler und Handelsstandorte
Teil des Forums war auch die Verleihung des Bundespreises „Österreichs Händler des Jahres 2026“. Ausgezeichnet wurden Pölzl, offgridshop.eu, HandyShop.cc und Takko Fashion.
Beim „Award of Excellence 2026“ wurden zudem die leistungsstärksten Shopping Malls und Fachmarktzentren ausgezeichnet. Handelsverband-Präsident Stephan Mayer-Heinisch und Thomas Terlinden von ecostra präsentierten den aktuellen Shoppingcenter Performance Report, der auf Befragungen von Mietern heimischer Einkaufszentren basiert.
Bei den Shopping Malls ging der Award zum zweiten Mal nach 2020 an das Neukauf Spittal an der Drau. Auf den weiteren Plätzen folgten das eo Center Oberwart und die VARENA Vöcklabruck. Als bestes Fachmarktzentrum wurde der Shopping Haidäcker Park Eisenstadt ausgezeichnet.