EWP: Aufgabe erfüllt, Anreize geschaffen
Mit einer Sammelquote von 81,5 Prozent wurde das gesetzliche Ziel von 80 Prozent erreicht. Bis 2027 soll die Quote auf 90 Prozent steigen – und damit die EU-Vorgaben zwei Jahre früher erfüllt werden. Insgesamt wurden 2025 rund zwei Milliarden Einwegpfand-Gebinde aus Kunststoff und Metall in Verkehr gesetzt. Davon wurden 1,4 Milliarden Flaschen und Dosen bis Jahresende retourniert und dem Recycling zugeführt. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Gebindegewichte sowie einer durchschnittlichen Verweildauer von 51 Tagen zwischen Inverkehrsetzung und Rückgabe ergibt sich die Sammelquote von 81,5 Prozent.
Das Pfandsystem stützt sich maßgeblich auf den Lebensmittelhandel. Österreichweit stehen rund 16.300 Rückgabestellen zur Verfügung, darunter mehr als 6.400 Rückgabeautomaten. 98 % aller Pfandgebinde werden über Automaten im Handel retourniert, lediglich zwei Prozent über manuelle Rücknahmestellen wie Bäckereien oder Kantinen. Pro Rückgabe werden im Schnitt 13 Gebinde eingelöst. Von den 1,4 Milliarden retournierten Pfandgebinden entfielen 51 Prozent auf Kunststoffflaschen und 49 Prozent auf Metalldosen.
Hohe Akzeptanz bei Konsumenten
Eine repräsentative Umfrage zeigt eine breite Akzeptanz des Systems: Rund drei Viertel der Konsumenten befürworten das Einwegpfand, 85 % fühlen sich gut informiert. Neun von zehn wissen, dass pfandpflichtige Verpackungen am österreichischen Pfandsymbol erkennbar sind. Als größter Vorteil gilt für rund 75 % der Befragten eine sauberere Umwelt, gefolgt von funktionierender Kreislaufwirtschaft.
Der Erfolg des Einwegpfands ist auch auf die gute Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel zurückzuführen. Die Maßnahmen wurden aus der Wirtschaft heraus entwickelt und nicht aus der Beamtenschaft.
Gesetzliche Vorgaben, geschlossener Materialkreislauf
Durch das Einwegpfand werden PET-Flaschen und Metalldosen erstmals sortenrein gesammelt und in einem geschlossenen Materialkreislauf geführt. Während zuvor nur etwa jede zweite Flasche tatsächlich recycelt wurde, ermöglicht das Pfandsystem nun eine nahezu vollständige Wiederverwertung. Das reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen und stärkt die heimische Rohstoffversorgung.
Zusätzlich erhalten Getränkeproduzenten ein Vorkaufsrecht auf die zurückgegebenen Materialien. Diese können sorten- und farbrein zurückgekauft und wieder eingesetzt werden – ein wesentlicher Vorteil im Hinblick auf die EU-Vorgabe, wonach seit 2025 mindestens 25 % Recyclingkunststoff in PET-Getränkeflaschen enthalten sein müssen.
Lenkungswirkung und Vorbote zur Plastiksteuer
Ein zentrales Element des Systems ist die ökologische Differenzierung der Gebühren: Verpackungen werden nach ihrer Recyclingfähigkeit bewertet. Schwer recycelbare Materialien sind künftig mit höheren Entgelten verbunden. Bereits im ersten Jahr wurden Verpackungsoptimierungen, etwa besser ablösbare Etiketten, beobachtet. Denn: in der PPWR steht drinnen, dass eine Ökomodulation der Produkte vorgenommen werden muss: jedes Produkt im System hat eine Recyclingfähigkeit, die analysiert und eingestuft wurde. Recycling Pfand Österreich ist die 1. Stelle, wo diese Daten lückenlos erhoben wurden und vorhanden sind. „In Zukunft ist das eine Vorgabe der PPWR“, so Monika Fiala, Geschäftsführern von Recycling Pfand Österreich. Bei Recycling Pfand Österreich weiß man um das Material, die Farbe, Klebstoffe des Produkts. Je schlechter die Recyclingfähigkeit ist, desto mehr muss die Industrie Zuschlag zahlen. Und hier tritt der Lenkungseffekt ein: man kann erkennen, dass die Industrie die Zusammensetzungen verbessert und recyclingfähiger macht. Die Recyclingfähigkeit wird mit Sicherheit einen Einfluss auf die Höhe der Plastiksteuer (-abgabe) haben. Mehr weiß man darüber noch nicht.