EU verhängt Strafe gegen Temu
Die Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro verhängte die EU-Kommission am 28. Mai 2026. Temu habe es versäumt, die Risiken durch illegale und gefährliche Produkte auf seiner Plattform angemessen zu bewerten und zu bekämpfen, so die Begründung. Temu kritisierte die Strafe als unverhältnismäßig. Temu verweist auf bereits umgesetzte Verbesserungen seit Einleitung der Untersuchung im Oktober 2024. Die Kommission sagt aber, dass sowohl die ursprüngliche Risikobewertung von 2024 als auch die aktuellen Stellungnahmen des Händlers in die Entscheidung eingeflossen seien. Die Behörde macht zudem Druck: Bleiben die Mängel bestehen, drohen tägliche Zwangsgelder. Parallel prüfen die Regulierer, ob Temu den Zugang zu Daten blockiert, die Forschern nach EU-Recht zustehen.
„Es ist erfreulich, dass die EU-Kommission nun entschlossen handelt und damit einen wichtigen Schritt für mehr Fairness und gleiche Wettbewerbsbedingungen im europäischen Handel setzt“, begrüßt Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel in der WKÖ. „Damit zeigt sich, dass man die zahlreichen Warnungen und Appelle von uns sowie auch anderer europäischer Handelsvertretungen gehört hat und die EU nun ins Tun kommt“, so Trefelik. Und weiter: „Diese Entscheidung ist ein deutliches Signal, dass Verstöße gegen europäische Regeln und Wettbewerbsstandards nicht länger toleriert werden. Denn auch wer von außen nach Europa hereinliefert, muss sich an europäische Regeln halten – genauso wie es alle heimischen Händlerinnen und Händler auch tun“.
„Die Entscheidung der EU ist ein wichtiges Signal für fairen Wettbewerb, Produktsicherheit und den Schutz europäischer Konsumentinnen und Konsumenten. Wer in Europa Geschäfte machen will, muss sich auch an europäische Regeln halten, unabhängig vom Unternehmenssitz“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Denn: „Es kann nicht sein, dass österreichische Händler strengste Vorschriften auf Punkt und Beistrich erfüllen, während Fernost-Plattformen mit zweifelhaften und potenziell gesundheitsgefährdenden Produkten den Markt fluten. Die EU-Kommission zeigt heute erfreulicherweise klare Kante. Daran sollte sich auch die Bundesregierung orientieren und ihre unsinnige nationale Paketabgabe kübeln. Die Antwort auf den Druck durch globale Plattformen kann nicht sein, die eigenen Unternehmen zusätzlich zu belasten, sondern für fairen Wettbewerb zu sorgen.“