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ÖWR Konsumentenstudie: Akzeptanz im Wandel

Einzelhandel stabil im Jahr 2026

Handelsverband & WIFO legen Konjunkturreport vor. Österreichs Einzelhandel zeigt sich im 1. Quartal stabil. Erstmals seit drei Jahren wieder Beschäftigungsplus.

Die österreichische Wirtschaft ist mit einem moderaten Wachstum ins Jahr 2026 gestartet. Laut aktuellem Konjunkturreport des WIFO, der quartalsweise im Auftrag des Handelsverbands erstellt wird, stieg das heimische Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2026 real um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Positive Impulse kamen dabei insbesondere von der Konsumnachfrage der privaten Haushalte.

Auch der österreichische Einzelhandel entwickelte sich im ersten Quartal insgesamt stabil. Die nominellen Umsätze legten im Jänner um 1,9 Prozent, im Februar um 1,1 Prozent und im März erneut um 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Real – also inflationsbereinigt – ergab sich im Jänner ein Plus von 0,8 Prozent, im Februar ein leichter Rückgang von 0,2 Prozent sowie im März eine Stagnation auf Vorjahresniveau.

Während sich insbesondere der Lebensmittelhandel robust zeigte, blieb die Entwicklung im Non-Food-Bereich differenziert. Insgesamt bestätigt sich laut WIFO eine schrittweise Stabilisierung des privaten Konsums nach den wirtschaftlich herausfordernden Vorjahren.

Positiv entwickelte sich auch der Arbeitsmarkt im Handel. Im März 2026 waren im österreichischen Einzelhandel inklusive Kfz-Handel 328.143 unselbständig Beschäftigte tätig. Damit wurde erstmals seit Februar 2023 wieder ein Beschäftigungsanstieg verzeichnet. Gegenüber dem Vorjahr legte die Zahl der Beschäftigten um 0,5 Prozent zu. Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen weiter: Im April konnten 8.453 Stellen nicht zeitnah besetzt werden, was einem Rückgang von 18,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Die Inflation blieb im Frühjahr 2026 weiterhin über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank, lag jedoch deutlich unter den Höchstständen der Jahre 2022 und 2023. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria betrug die Inflation im April 2026 3,3 Prozent. Die Energiepreise stiegen infolge des Iran-Krieges um 10,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das Gesamtjahr rechnet das WIFO mit einer durchschnittlichen Inflation von 2,7 Prozent, nach 3,6 Prozent im Jahr 2025.

Ausblick ist verhalten

Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt allerdings verhalten. Laut WIFO hat sich die Stimmung unter den heimischen Händlern zwischen Februar und April eingetrübt, insbesondere aufgrund schwächerer Erwartungen für die weitere Geschäftsentwicklung. Auch Konsumentinnen und Konsumenten beurteilen ihre finanzielle Situation, das Arbeitsplatzrisiko sowie die Inflationserwartungen pessimistischer als zuletzt.

Trotz der geopolitischen Unsicherheiten fallen die Auswirkungen auf das Konsumverhalten laut WIFO bislang moderater aus als zu Beginn früherer Krisenphasen, etwa nach dem Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges im Februar 2022.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das WIFO ein Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent, für 2027 wird ein Wachstum von 1,3 Prozent prognostiziert. Auch für den Handel wird eine moderate Ausweitung der realen Wertschöpfung erwartet.

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geschrieben am

08.05.2026