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Einwegpfand in Österreich: WU-Studierende zeigen hohe Akzeptanz und die Schlüsselrolle der Technologie

EWP: Feldforschung zeigt breite Zustimmung

Einwegpfand in Österreich: WU-Studierende zeigen hohe Akzeptanz und die Schlüsselrolle der Technologie.

Studierende des Instituts für Retailing & Data Science an der Wirtschaftsuniversität Wien haben neue Forschungsergebnisse zum österreichischen Einwegpfandsystem präsentiert, das seit Jänner 2025 flächendeckend in Kraft ist. Die Studie entstand in Kooperation mit TOMRA Collection Österreich und der EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH und analysiert Nutzung, Wahrnehmung und Weiterentwicklung des Systems.

Breite Zustimmung, Unterschiede zwischen Generationen

Basis der Untersuchung waren 196 qualitative Face-to-Face-Interviews sowie Feldstudien in Haushalten, Supermärkten und im öffentlichen Raum. Ergänzend wurden in 28 Haushalten Lagerungspraktiken für Pfandgebinde analysiert und die praktische Umsetzung im Handel dokumentiert. Die Stichprobe umfasste vier Generationen – von der Generation Z bis zu den Babyboomern.

Zentrales Ergebnis: Rund 80 Prozent der Befragten bewerten das Einwegpfandsystem positiv. Bereits im ersten Jahr leistet das System einen messbaren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und genießt hohe gesellschaftliche Akzeptanz.

Der Generationenvergleich zeigt jedoch Unterschiede: Ältere Konsumenten fühlen sich besser informiert und beteiligen sich konsequenter am System. Jüngere Generationen empfinden ihren eigenen Beitrag zum Systemerfolg als geringer.

Rückgabeinfrastruktur als Erfolgsfaktor

Als entscheidend für die Rückgabebereitschaft erweist sich die Verfügbarkeit und Erreichbarkeit von Rückgabeautomaten. Eine schnelle und unkomplizierte Rückgabe – insbesondere über Multifeed-Automaten – steigert die wahrgenommene Nutzerfreundlichkeit deutlich. Zudem wünschen sich viele Konsument:innen praktikable Lösungen für die Zwischenlagerung von Pfandgebinden zu Hause sowie zusätzliche Rückgabemöglichkeiten im öffentlichen Raum.

Gleichzeitig zeigt sich ein Informationsbedarf: Viele Befragte wünschen sich klarere Kommunikation darüber, welchen konkreten ökologischen und gesellschaftlichen Nutzen das Pfandsystem bringt.

Praxisrelevante Erkenntnisse für Handel und Systembetreiber

Die Studienergebnisse fließen in die Weiterentwicklung des Systems ein. Monika Fiala, Geschäftsführerin der EWP Recycling Pfand Österreich gGmbH, kündigt an, die Erkenntnisse in die Strategie 2026 zu integrieren. Auch aus Sicht der Technologieanbieter ist Nutzerfreundlichkeit zentral: „Ein funktionierendes Pfandsystem steht und fällt mit zuverlässigen und gut erreichbaren Rückgabeautomaten“, betont Roman Postl, Vice President bei TOMRA.

Aus wissenschaftlicher Perspektive bestätigt die Studie den Nutzen praxisnaher Forschung. „Die Analyse realer Nutzungssituationen zeigt klar, wo das System bereits sehr gut funktioniert und wo gezielte Anpassungen Wirkung entfalten können“, so Institutsleiterin Cordula Cerha.

Empfehlungen: Technologie und zielgruppenspezifische Ansprache

Insgesamt attestiert die Studie dem österreichischen Einwegpfand einen erfolgreichen Start. Um Akzeptanz und Rückgabequoten weiter zu steigern, empfehlen die Studierenden neben dem Ausbau der Infrastruktur eine stärker zielgruppenspezifische Kommunikation. Für jüngere Konsumenten bieten digitale Pfandkonten, Gamification-Ansätze oder Bonus- und Treueprogramme zusätzliche Potenziale.

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geschrieben am

28.01.2026