Einführung des Pauschal-Zolls
Am 12. Februar 2026 hat die Europäische Union den Weg für eine neue Abgabe auf Kleinsendungen aus Drittstaaten freigemacht. Ziel ist es, die stark gestiegene Zahl von Billigpaketen – vor allem aus Asien – einzudämmen und für fairere Wettbewerbsbedingungen im europäischen Handel zu sorgen. Für Österreich ist das Thema besonders relevant: Der Onlinehandel boomt, viele Waren kommen direkt aus Fernost.
Drei Euro pro Paket
Ab 1. Juli 2026 wird auf alle Sendungen mit einem Warenwert unter 150 Euro ein Pauschal-Zoll von drei Euro eingehoben. Die Regelung gilt bis 2028, wenn die bisherige 150-Euro-Zollfreigrenze vollständig entfällt. Brüssel verfolgt damit ein klares Ziel: Wettbewerbsverzerrungen durch massenhafte, oft niedrigpreisige Direktimporte sollen reduziert und heimische Händler entlastet werden.
Milliardenpakete setzen Handel unter Druck
Die Dimension ist beträchtlich. Seit 2022 hat sich die Zahl der in die EU eingeführten Kleinpakete jährlich verdoppelt. 2024 wurden 4,6 Milliarden Sendungen registriert, mehr als 90 Prozent davon stammten aus China. Die Folge: erheblicher Preisdruck auf europäische Anbieter, die mit den niedrigen Produktions- und Versandkosten asiatischer Plattformen konkurrieren müssen.
Österreich im Fokus
Für österreichische Konsumenten dürften Onlinebestellungen aus Drittstaaten künftig teurer werden. Besonders betroffen sind Käufer, die regelmäßig günstige Elektronik, Textilien oder Haushaltswaren direkt in Asien ordern.
Gleichzeitig eröffnet die Maßnahme Chancen für den stationären Handel und heimische Webshops. Fällt der Preisvorteil asiatischer Anbieter durch die Pauschalgebühr geringer aus, verbessert sich die Wettbewerbsposition lokaler Händler – etwa im Elektroniksegment, wo Margen zuletzt stark unter Druck geraten sind.
Weitere Schritte geplant
Die EU versteht die Abgabe als ersten Baustein. Künftig sollen Drittstaaten-Plattformen stärker in die Pflicht genommen werden, etwa bei Verpackungs- und Entsorgungsstandards. Branchenexperten gehen davon aus, dass nur ein Bündel an Maßnahmen dauerhaft gleiche Wettbewerbsbedingungen schaffen kann.
Mit dem Drei-Euro-Zoll setzt Brüssel ein Signal gegen die Paketflut. Ob die Maßnahme tatsächlich zu einer spürbaren Entlastung des Handels führt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.