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Mag. Thomas Krahofer verantwortet nun die Gesamtleitung der efko Gruppe.

efko: Gesprächsbereitschaft im Falle Ardo

Der oberösterreichische Gemüseverarbeiter efko will den heimischen Gemüseanbau absichern. Ob und wie sich das Unternehmen an einer Lösung für die Tiefkühlverarbeitung beteiligt, ist offen.

Nach der angekündigten Schließung des Ardo-Werks in Groß-Enzersdorf bringt sich die efko Gruppe in die Debatte um die Zukunft der Gemüseproduktion im Marchfeld ein. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben bereit, an Gesprächen über eine tragfähige Lösung teilzunehmen. Ein konkretes Engagement ist damit nicht verbunden: Ob und in welcher Form efko aktiv wird, sei derzeit offen, belastbare Aussagen seien nicht möglich, so Geschäftsführer Thomas Krahofer. „Wir sind bereit, uns an Gesprächen über eine tragfähige Lösung zu beteiligen. Ob und in welcher Form daraus ein Engagement von efko entsteht, ist derzeit offen. Dazu sind zum jetzigen Zeitpunkt keine belastbaren Aussagen möglich“, erläutert Krahofer.

Bedeutung für die Landwirtschaft

Die Schließung trifft Beschäftigte und landwirtschaftliche Partnerbetriebe gleichermaßen. Mit dem Wegfall eines verlässlichen Abnehmers steht nicht nur die Planung der Betriebe infrage, auch Wissen, Investitionen und Arbeitsplätze sind gefährdet. Krahofer fordert wirtschaftlich tragfähige Bedingungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Als Belastung für die heimische Produktion nennt efko steigende Kosten für Energie, Personal und Bürokratie.

Eine gemeinsame Verantwortung sieht efko bei Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel, Politik und Konsumenten. Dem Handel schreibt das Unternehmen Beschaffung, Sortimentsgestaltung und nachvollziehbare Herkunftsinformation zu. Zugleich verweist es darauf, dass der Preis bei Kaufentscheidungen eine große Rolle spielt. „Die Verantwortung für heimische Lebensmittel tragen wir gemeinsam. Es geht darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Gemüse und Obst auch in Zukunft in Österreich angebaut, verarbeitet und gekauft werden. Langfristige Partnerschaften und eine starke regionale Verarbeitung sind dafür die Grundlage“, betont Krahofer.

Der Hintergrund: Ardo schließt 2027

Die belgische Ardo-Gruppe hatte am 24. September angekündigt, ihr Werk in Groß-Enzersdorf 2027 zu schließen. Laut Ardo soll die Gemüseproduktion bis Dezember 2026 weiterlaufen. Ab August 2027 will sich das Unternehmen in Österreich auf den Vertrieb konzentrieren. Auf Seiten der Landwirtschaft ist laut Meldungen die Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG) mit rund 500 Mitgliedsbetrieben betroffen, die für Ardo produziert. Die Landwirtschaftskammer Niederösterreich sprach von einem Schlag „mit voller Wucht“ für den Gemüsebau im Marchfeld. Ardo hält nach APA-Berichten an der Schließung fest. 

efko im Überblick

Für efko ist Tiefkühlgemüse bisher kein strategischer Schwerpunkt. Die Gruppe setzt auf unterschiedliche Haltbarmachung von Gemüse und Obst, die Tochter Vitana auf frische, küchenfertige Produkte. Die Gruppe verarbeitet jährlich rund 90.000 Tonnen von 70 Sorten, beschäftigt rund 678 Mitarbeiter und erzielte 2025 einen Umsatz von 197,7 Mio. Euro. 49 Prozent gehören der OÖ Obst- und Gemüseverwertungsgenossenschaft mit 120 Landwirten.

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geschrieben am

09.10.2026