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Irina Sonnleitner, Geschäftsführerin Eckes-Granini Österreich

Eckes-Granini: starke Weiterentwicklung

Irina Sonnleitner ist seit Beginn des Jahres Geschäftsführerin bei Eckes-Granini in Österreich. retailreport.at hat sie zum ersten Halbjahr befragt.

retailreport.at: Bedeutet die Übernahme der Geschäftsführung von Eckes-Granini in Österreich auch eine richtungsweisende Veränderung für Sie?

Irina Sonnleitner: „Ja, natürlich. Jede neue Aufgabe bringt neue Perspektiven mit sich. Gleichzeitig sehe ich darin weniger einen Richtungswechsel als vielmehr eine Weiterentwicklung. Eckes-Granini verfügt über bekannte Marken, sehr engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine hervorragende Marktposition. Mein Fokus liegt darauf, diesen USP konsequent weiterzuentwickeln, die Organisation noch stärker an den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten auszurichten und neue Wachstumschancen zu erschließen. Wir wollen Relevanz im Alltag der Menschen schaffen, nicht nur im Regal.“

Mit welchen Hürden muss man als Getränkehersteller am österreichischen Markt rechnen?

„Der Markt ist sehr wettbewerbsintensiv. Konsumentinnen und Konsumenten haben eine enorme Auswahl. Die Bedürfnisse haben sich verändert. Es geht nicht mehr nur ums „klassische Durstlöschen“, es geht darum, dass Trinken Teil eines bewussteren Lebensstils wird. Die größte Herausforderung ist daher, dauerhaft relevant zu bleiben. Wer heute nur Erfrischung bietet, wird austauschbar. Getränke müssen einen klaren Mehrwert schaffen – sei es durch Geschmack, Funktionalität, Individualisierung oder Convenience.“

Welche Innovationen werden Sie in naher Zukunft am meisten pushen wollen?

„Wir sehen vor allem drei große Trends: Gesundheit, Funktionalität und alkoholfreie Genussmomente. Entsprechend investieren wir in Produkte, die einen zusätzlichen Nutzen bieten, etwa im Bereich Vitamine, Hydration oder Convenience. Gleichzeitig werden wir die Kompetenzen unserer Marken YO, hohes C und Pago bündeln, markenübergreifend einsetzen und gezielt weiterentwickeln. Innovation bedeutet für uns aber nicht nur neue Produkte auf den Markt zu bringen, sondern echte Konsumentenbedürfnisse besser zu erfüllen.“

Wie ist der Lebensmittelhandel Neuheiten im Getränkebereich gegenüber eingestellt? Es gibt davon ja sehr viele.

„Der Handel ist grundsätzlich offen für Innovationen, aber viel selektiver geworden. Die Regalfläche ist begrenzt, daher muss jede Neuheit einen klaren Mehrwert bieten und das Potenzial haben, zusätzliche Käuferinnen und Käufer in die Kategorie zu bringen. Entscheidend sind ein überzeugendes Konzept, eine starke Marke und die Fähigkeit, Nachfrage am Regal zu erzeugen.“

Ist der Getränkesektor für den LEH immer noch ein lukratives Segment?

„Absolut. Getränke zählen weiterhin zu den wichtigsten Frequenz- und Impulskategorien im Handel. Gleichzeitig verändert sich die Kategorie stark. Wachstum entsteht heute weniger durch mehr Konsum, sondern durch Innovation und die Erschließung neuer Konsumanlässe. Deshalb ist es meines Erachtens für Hersteller und Handel wichtig, gemeinsam an der Weiterentwicklung der Kategorie zu arbeiten.“

Wie sieht es mit der Möglichkeit von Zweit- und vor allem Verbundplatzierungen aus?

„Zweitplatzierungen sind nach wie vor ein sehr wichtiges und wirkungsvolles Instrument, um Sichtbarkeit und Impulskäufe zu steigern. Besonders spannend werden dabei Verbundplatzierungen, weil sie neue Konsumanlässe sichtbar machen können. Sirupe neben Mineralwasser oder alkoholfreie Alternativen in Grillwelten sind dafür ein gutes Beispiel.“

Habe ich eine wichtige Frage vergessen?

„Unser Ziel ist es, mit unseren Marken „mehr als Getränke“ zu verkaufen. Wir möchten die Konsumentinnen und Konsumenten den ganzen Tag hindurch begleiten und durch das ganze Leben. In einer Welt, in der Leitungswasser jederzeit verfügbar ist, müssen wir jeden Tag zeigen, warum unsere Produkte mehr bieten als bloße Flüssigkeitszufuhr.“

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geschrieben am

10.06.2026