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Freuen sich gemeinsam über die erfolgreiche Firstfeier des dm Verteilzentrums Kronstorf (von links): Thomas Köck (dm Österreich Geschäftsführer), Patrick Aichinger (Prokurist und Leiter des internationalen Fachbereichs Logistik), Harald Bauer (Vorsitzender der dm Geschäftsführung), Thomas Stelzer (Oberösterreichischer Landeshauptmann), Markus Achleitner (Oberösterreichischer Wirtschafts-Landesrat), Christian Kolarik (Bürgermeister Kronstorf) und Christoph Lichtenauer (Bürgermeister Hargelsberg).

dm: Neue Generation unter Logistikzentren

Mit einem Investitionsvolumen von 230 Millionen Euro errichtet dm drogerie markt in Kronstorf ein zweites Verteilzentrum für Österreich. Das Projekt gilt als größte Einzelinvestition und ist ein Vorzeige-Projekt in der Logistik.

Mit dem Neubau eines Verteilzentrums im oberösterreichischen Kronstorf erweitert dm drogerie markt seine Logistikkapazitäten in Österreich deutlich. Der neue Standort ergänzt das bestehende Verteilzentrum im benachbarten Enns und verdoppelt künftig die Logistikkapazitäten des Unternehmens. Von Kronstorf aus werden sich Waren in 12 Länder „drehen“. „Es ist die unsichtbare enorme Leistung, die hinter jedem Einkauf steckt“, so dm-Vorsitzender der Geschäftsführung, Harald Bauer.

Größte Einzelinvestition der dm-Geschichte

Das Investitionsvolumen beträgt rund 230 Millionen Euro und stellt die größte Einzelinvestition in der 50-jährigen Geschichte der dm Gruppe Österreich und Verbundene Länder dar. Sämtliche wesentlichen Gewerke und Leistungen wurden nach Unternehmensangaben an Partner aus der Region beziehungsweise an österreichische Unternehmen vergeben – von Planung und Projektkoordination über Holzbau und Betonfertigteile bis hin zu Innenausbau, Elektrik und Intralogistik.

Harald Bauer bezeichnet das Projekt als klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Österreich. Denn: Das Vorhaben hätte sich in einem Nachbarland schneller und kostengünstiger realisieren lassen.
Mit dem neuen Verteilzentrum will dm jedoch die Voraussetzungen schaffen, um dem steigenden Kundenzuspruch gerecht zu werden. Im vergangenen Jahr kauften Kundinnen und Kunden in Österreich insgesamt 375 Millionen Produkte bei dm – ein Plus von mehr als 20 Millionen Stück beziehungsweise 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Standort in 
Enns wird einfach zu klein, um alle Anforderungen zu erfüllen. die beiden Verteilzentren sind 10 km voneinander entfernt und sie werden in Zukunft engmaschig miteinander arbeiten - vor allem auch dann, wenn Enns modernisiert werden soll.

Grund für gute Entwicklung

Als Erfolgsfaktor für die gute Entwicklung nennt Bauer unter anderem die Preisentwicklung bei dm: Die Inflation des dm-Warenkorbs habe 2025 lediglich 0,3 Prozent betragen. Investitionen in die Logistik sind deshalb zugleich Investitionen in Effizienz und Preiswürdigkeit. Durch optimierte Prozesse will dm Ressourcen schaffen, um weiterhin wettbewerbsfähige Preise anbieten zu können. Gleichzeitig sollen ökologische Belastungen reduziert und moderne Arbeitsbedingungen geschaffen werden. Automatisierung komme insbesondere dort zum Einsatz, wo sich offene Stellen zunehmend schwer besetzen lassen oder repetitive Tätigkeiten keine menschlichen Qualitäten erfordern. Fakt ist: es wird ein hochautomatisiertes Verteilzentrum werden.

Ökologisch am letzten Stand

Das neue Verteilzentrum wird konsequent nach ökologischen Kriterien geplant. „Überall, wo das technisch möglich und sinnvoll ist, setzen wir Holz als Baustoff ein“, erklärt dm Österreich Geschäftsführer Thomas Köck. Sämtliche Außenwände sowie große Teile der Dachflächen werden in Holzbauweise ausgeführt. Die Holzriegelfassade reduziert den CO2-Ausstoß gegenüber einer herkömmlichen Paneelbauweise um rund 360 Tonnen beziehungsweise 38 Prozent. Zudem ermöglicht die Konstruktion laut dm eine jährliche Energieeinsparung von rund 22.000 kWh beim Heizen und Kühlen.
Auch beim Energiekonzept setzt dm auf erneuerbare Quellen. Mehr als 4.600 Photovoltaik-Module auf Dachflächen, Freiflächen und Parkdeck sollen jährlich rund 2,3 GWh Strom erzeugen. Für Heizung und Kühlung kommen Wärmepumpen in Kombination mit Betonkernaktivierung zum Einsatz. Der Unternehmensgrundsatz „raus aus Öl und Gas“ werde damit auch am Standort Kronstorf umgesetzt.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Biodiversität und möglichst geringer Bodenversiegelung. Mehr als 26.000 m2 beziehungsweise 30 Prozent der Gesamtfläche bleiben unversiegelt. Weitere knapp 10.000 m2 oder 11 Prozent werden lediglich teilversiegelt ausgeführt. Das rund 31.000 m2 große Dach des Verteilzentrums – etwa 35 Prozent der Gesamtfläche – wird als vollflächiges Gründach gestaltet.

Zusätzlich entsteht am südlichen Ende des Grundstücks ein rund 6.000 m2 großer Öko-Grünpark mit Retentionsfläche, Löschteich und Biotopcharakter nach den Prinzipien des „Nationalpark Garten“. Unterschiedliche Vegetationsbereiche sollen gezielt die Biodiversität fördern und Lebensräume für Insekten und Vogelarten schaffen. Rund um das Gebäude werden zudem mehr als 100 Bäume sowie zahlreiche Sträucher gepflanzt.

Besonders stolz ist dm, dass man die DGNB-Zertifizierung der ÖGNI (Österreichische Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft) in der Bewertungsklasse Gold anvisiert.

Optimierte Transportstrukturen

Auch logistisch soll der neue Standort Effizienz- und Nachhaltigkeitsziele verbinden. Patrick Aichinger, Prokurist und Verantwortlicher für die Logistik der dm Teilgruppe in zwölf Ländern, verweist auf optimierte Transportstrukturen durch die Bündelung identer Quellverkehre. Dadurch sollen Lkw-Auslastung und Tourenplanung verbessert werden, sodass das Wachstum der Transportkilometer deutlich unter dem Mengenwachstum bleiben soll. Zusätzlich setzt dm verstärkt auf Intermodalverkehr und die Verlagerung längerer Strecken auf die Bahn. Die direkte Anbindung an das hochrangige Verkehrsnetz über die B309 sei dabei ein wesentlicher Standortvorteil.
Ausgelegt ist das Verteilzentrum auf rund 2.000 Warenausgangspaletten täglich sowie eine jährliche Kapazität von 385 Millionen Produkten. Nach der Anlaufphase sollen rund 300 Mitarbeitende (FTE) am Standort beschäftigt sein. Menschliche Arbeitskraft und hochautomatisierte Systeme greifen dabei eng ineinander.

Auf 13 Wareneingangsbahnen werden Anlieferungen direkt an die automatische Anlage übergeben. Rund 80 fahrerlose Transportsysteme (AGVs – Automated Guided Vehicles) übernehmen anschließend den innerbetrieblichen Palettentransport zwischen den einzelnen Funktionsbereichen. Die Mitarbeitenden sollen dadurch von reinen Transporttätigkeiten entlastet und stärker auf wertschöpfende Prozesse konzentriert werden können.

Ein Schwerpunkt des Standorts liegt auf Lagerung und Kommissionierung von Kleinteilen. Herzstück der Anlage ist ein Shuttle-Lager mit rund 260.000 Stellplätzen, das über umfangreiche Fördertechnik mit 16 Kommissionier-Stationen im ersten Obergeschoss verbunden ist. Ergänzt wird die Anlage durch fünf Hochregallagergassen mit rund 15.500 Palettenstellplätzen.

Fertigstellung 2027, Inbetriebnahme 2028

Die Fertigstellung des Gebäudes inklusive Innenausbau und Außenanlagen ist für Sommer 2027 geplant. Die technische Ausstattung mit Intralogistik und IT soll bis Ende 2027 abgeschlossen werden. Die Inbetriebnahme des neuen Verteilzentrums ist für Sommer 2028 vorgesehen.
Die Bürgermeister von Kronstorf und Hargelsberg, Christian Kolarik und Christoph Lichtenauer, hoben insbesondere die regionale Wertschöpfung, die neuen Arbeitsplätze sowie die nachhaltige Bauweise hervor. Beide Gemeinden hätten sämtliche Beschlüsse zur Ansiedlung einstimmig gefasst.

dm Verteilzentrum in Kronstorf in Bau

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geschrieben am

18.05.2026