dm bereitet eigene Online-Apotheke vor
Wie viele Jahre hat dm drogerie markt versucht rezeptfreie Medikamente verkaufen zu dürfen. Nicht einmal die Anstellung ausgebildeter Pharmazeuten hat daran etwas geändert. Doch die zeit ist auch in Österreich nicht stehen geblieben und trotz - oder besser wegen - des Verbots durch Legislative, waren die Konsumenten findig und kaufen munter über ausländische Online-Apotheken ein. Somit entgeht dem Staat Geld und die Apotheken verdienen durch diese Sperre auch nicht mehr als zuvor.
dm geht nun einen anderen Weg und plant eine Online Apotheke mit den deutschen Kollegen. Die Weiterentwicklung des Sortiments und der Serviceleistungen wird zunehmend international koordiniert. Aktuell bereitet dm – ausgehend von Deutschland – den Start einer vollwertigen unternehmenseigenen Online-Apotheke vor. Diese soll den Kunden künftig den kostengünstigen Bezug rezeptfreier Arzneimittel sowie apothekenexklusiver Kosmetik ermöglichen.
Harald Bauer, dm Geschäftsführer, betont die strategische Bedeutung des Projekts: „Alle Systeme sind so entwickelt, dass sie auf weitere Länder ausgerollt werden können. Angesichts des Apothekenmonopols im stationären Handel kann es auch für Österreich entscheidend sein, OTC-Produkte zumindest online anbieten zu dürfen.“
Apothekenmonopol: Wertschöpfungsverlust für Österreich
Der fehlende Wettbewerb im OTC-Geschäft hat zunehmende volkswirtschaftliche Folgen. 2024 gaben österreichische Haushalte rund 246 Mio. Euro online für Medikamente aus – mit Wachstumsraten jenseits von +30 %. Davon entfielen laut KREUTZER FISCHER & PARTNER etwa 75 % (rund 180 Mio. Euro) auf ausländische Anbieter. Bauer kritisiert die regulatorische Situation deutlich: Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Steuern und Sozialabgaben würden in großem Umfang ins Ausland verlagert. „Während sich die Märkte in Europa weiterentwickeln, wird in Österreich viel Energie für den Erhalt des Status quo aufgewendet. Eine kontrollierte Öffnung wäre im Sinne der Verbraucher und der Wirtschaft sinnvoller.“
Dass dm Apothekenleistungen erfolgreich integrieren kann, zeigt das Beispiel Kroatien: Seit der ersten Shop-in-Shop-Apotheke 2008 hat dm dort ein breit aufgestelltes OTC-Sortiment aufgebaut. Heute umfasst das Angebot in 59 Märkten rund 1.500 Artikel – von rezeptfreien Medikamenten über Medizinprodukte bis zu Dermokosmetik und Nahrungsergänzungsmitteln.
9 Pharmazeuten und 251 pharmazeutisch-technische Assistenten sorgen für fachkundige Beratung. Die Nachfrage hat sich je Standort in zehn Jahren nahezu vervierfacht. Bauer sieht darin einen klaren Beleg für Kompetenz, Preiswürdigkeit und Servicequalität: „Das Vertrauen der Kunden bestätigt unseren Weg.“