Diskonter treiben die Fachmarkt-Standorte
Seit dem Jahr 2000 widmet sich die „S+M Dokumentation Fachmarktagglomerationen Österreich“ (FMA) alle zwei Jahre diesem Thema. Insgesamt umfasst die aktuelle Erhebung 300 Standorte, die gemeinsam knapp 8 km² Verkaufsfläche einnehmen; der Marktanteil liegt bei 26,0% des einzelhandelsrelevanten Kaufkraftpotenzials. Besonders stabil zeigen sich jene Formate, die den täglichen Bedarf abdecken — allen voran Lebensmittel- und Drogeriemärkte.
Im Einzelhandel erwirtschaften Fachmarktagglomerationen derzeit rund 18,4 Mrd. €, gesamt sind es 20,1 Mrd. €; gegenüber 2023/24 entspricht das einem Plus von 4% bzw. 5,1%. Die Flächenproduktivität liegt österreichweit bei 3.475 € pro m² im Einzelhandel und 3.415 € pro m² über alle Branchen hinweg. Gerade der Kurzfristbedarf ist dabei der Leistungsträger: In Fachmarktgebieten steht einem Flächenanteil von 17% ein Umsatzanteil von 46% gegenüber.
Besonders stark entwickeln sich die Diskonter. In Fachmarktgebieten liegt ihr Flächenanteil mittlerweile bei 22% nach 15% vor 20 Jahren, in Retail Parks bei 33% nach 31%. Lebensmitteldiskonter sind dabei der wichtigste Wachstumstreiber und prägen das Standortbild zunehmend stärker als klassische Möbel- oder Modeformate. Auch beim Shop-Ranking führen sie klar: Lebensmitteldiskonter stehen an der Spitze der häufigsten Betriebstypen nach Anzahl der Standorte.
Lebensmittelhandel zeigt Stärke
Der Lebensmittelhandel stützt damit nicht nur die Frequenz, sondern auch die Wirtschaftlichkeit der Standorte. Rund 20% der Tiroler Verkaufsflächen in Fachmarktagglomerationen entfallen bereits auf Lebensmittel- und Drogeriemärkte, was dort die Flächenproduktivität nach oben treibt. Wien erreicht im Einzelhandel die zweithöchste Flächenproduktivität Österreichs — vor allem dank kompakter, nahversorgungsorientierter Standorte mit leistungsstarken Lebensmittelhändlern.
Gleichzeitig verschiebt sich der Branchenmix weiter in Richtung täglicher Bedarf. Der Kurzfristbedarf hat sich in Fachmarktgebieten seit 2004/05 von 11% auf 21% nahezu verdoppelt, in Retail Parks von 15% auf 23%. Dagegen verliert die Wohnungseinrichtung deutlich an Gewicht, nicht zuletzt wegen der kika/Leiner-Insolvenz; in Fachmarktgebieten sank ihr Anteil von 44% auf 29%. Der Wandel zeigt: Die Zukunft dieser Handelsstandorte liegt weniger in neuer Fläche als in der Stärke des Lebensmittelhandels und in der Dynamik der Diskonter.