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Tankstelle der Zukunft

Tankstelle der Zukunft

Die Tankstelle der Zukunft wird zum Convenience-Hub.

Die klassische Tankstelle befindet sich mitten im strukturellen Wandel. Sinkende Kraftstoffumsätze, verändertes Mobilitätsverhalten und neue Konsumerwartungen setzen das bisherige Geschäftsmodell zunehmend unter Druck. Der Verkauf fossiler Kraftstoffe ging zwischen 2022 und 2024 um 1,5 Prozent zurück, bei Diesel sogar um 6,6 Prozent. Gleichzeitig verliert das Tanken selbst an Bedeutung als Hauptbesuchsgrund: Nur noch rund ein Viertel der Kunden fährt primär wegen Kraftstoffs zur Tankstelle.

Vor diesem Hintergrund entwickelt sich der Shop immer stärker zum wirtschaftlichen Zentrum der Tankstelle. Nach aktuellen Branchenanalysen erwirtschaften Tankstellen-Shops in Deutschland bereits rund 30 Prozent des Gesamtumsatzes, gleichzeitig aber etwa 40 Prozent des Gewinns. Damit wird der Convenience-Bereich zur entscheidenden Stellschraube für Frequenz, Kundenbindung und Wertschöpfung.

Im Mittelpunkt steht künftig ein deutlich „konsumigeres“ Konzept. Tankstellen sollen sich zu multifunktionalen Mobilitäts- und Serviceplattformen entwickeln, die Nahversorgung, Convenience, To-go-Angebote und Gastronomie miteinander verbinden. Entscheidend dabei ist eine standortspezifische Ausrichtung: Während Autobahnstandorte andere Bedürfnisse bedienen als urbane oder ländliche Tankstellen, müssen Sortiment, Services und Customer Journey jeweils individuell angepasst werden.

Wie diese Transformation konkret aussehen kann, zeigen der Ladenbau-Spezialist Wanzl und die Transformationsberatung Aumann Partners in ihrem gemeinsamen Whitepaper „Die Zukunft der Tankstelle“. Darin identifizieren die Unternehmen fünf zentrale Handlungsfelder für Betreiber: die strategische Neuausrichtung des Geschäftsmodells mit Fokus auf den Shop, den Aufbau von Handelskompetenzen wie Category Management und Sortimentssteuerung, klare Positionierungen zwischen Nahversorgung und Convenience, die Optimierung von Flächen und Prozessen sowie den verstärkten Einsatz digitaler Technologien zur Effizienzsteigerung und Kundenbindung.

Besonders relevant sei dabei, dass viele Tankstellenbetreiber traditionell nicht über umfassende Handelskompetenz verfügen. Gefragt seien künftig Know-how im Category Management, moderne Ladenplanung, digitale Bezahlsysteme sowie ein professioneller Ladenbau. Genau an diesem Punkt setzen Wanzl und Aumann Partners an: Während Aumann Partners die strategische Transformation begleitet – von Standortanalysen bis zur Organisationsentwicklung –, liefert Wanzl die passenden Ladenbau- und Technologielösungen.

Möglichkeiten aufgezeigt

Auf der UNITI expo 2026 in Stuttgart präsentierte Wanzl konkrete Konzepte für die Tankstelle von morgen. Im Fokus standen modulare Shopformate, digitale Zugangssysteme und automatisierte Prozesse. Gezeigt wurden unter anderem intelligente Zutrittslösungen wie „GalaxyPort Pro“, cloudbasierte Steuerungssysteme über „wanzl connect®“ sowie modulare Ladenbaukonzepte wie das Regalsystem „wire tech 100“, Backwarenmöbel „BakeOff“ und der Self-Checkout-Tisch „Genesis“.
Stefan Huemer, Vice President Digital & Access Solutions bei Wanzl, sieht die Branche bereits mitten im Wandel: Entscheidend sei nun, Shop, Prozesse und Technologien ganzheitlich zu denken und konsequent an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten.

umdasch The Store Makers mit Lösungen

Auch umdasch The Store Makers positioniert sich als wichtiger Partner für die Neugestaltung moderner Tankstellenshops. Das Unternehmen stellte auf der UNITI expo 2026 praxisnahe Lösungen für Betreiber und Energieunternehmen vor. Im Mittelpunkt standen funktionaler Ladenbau, modulare Möbellösungen sowie digitale Anwendungen für den laufenden Betrieb.

Am Messestand simulierte umdasch einen modernen Tankstellenshop mit digitalen Preis- und Content-Updates, Retail-Media-Integration sowie modularen Self-Checkout-Lösungen. Ergänzt wurde das Konzept durch flexible Regalsysteme und neue Bakery-Lösungen inklusive Hot-Plate-Angeboten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei umdasch auf der Digitalisierung der Betriebsabläufe. Mit der „umdasch eXperience Platform“ präsentierte das Unternehmen eine Lösung für Asset- und Touchpoint-Management im Tankstellenumfeld. Ziel ist es, Hardware, Software, Content Management und Supportprozesse zentral zu steuern und dadurch Effizienz sowie Betriebssicherheit zu erhöhen.

Für Bernd Albl, Managing Director umdasch Digital Solutions, steigen die Anforderungen an Tankstellen und Convenience-Shops sowohl hinsichtlich Effizienz als auch beim Einkaufserlebnis kontinuierlich an. Betreiber müssten zunehmend flexibel auf Marktveränderungen reagieren können.

Der deutsche Tankstellenmarkt zählt für umdasch inzwischen zu den strategischen Wachstumsmärkten. Das Unternehmen begleitet bereits mehrere Rollout-Projekte und setzt dabei auf einen ganzheitlichen Ansatz – von der Planung und Fertigung bis zu digitalen Services im laufenden Betrieb.

Die Branche steht damit vor einem grundlegenden Paradigmenwechsel: Die Tankstelle der Zukunft verkauft nicht mehr primär Kraftstoff, sondern entwickelt sich zum hybriden Convenience- und Service-Standort mit hoher Aufenthaltsqualität, digital unterstützten Prozessen und individuell zugeschnittenen Shopkonzepten. Der wirtschaftliche Erfolg wird künftig weniger an der Zapfsäule entschieden als vielmehr im Shop.

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geschrieben am

08.05.2026