BWB: Mehr Verfahren und digitale Ausrichtung
Im Tätigkeitsbericht 2025, der im Nationalrat präsentiert und einstimmig angenommen wurde, verweist die BWB auf insgesamt 19 eingeleitete Verfahren beim Kartellgericht. Geldbußen in Höhe von 81,74 Mio. Euro wurden verhängt, zudem fanden Hausdurchsuchungen an 15 Standorten statt. Die Ermittlungen erstreckten sich unter anderem auf die Bauwirtschaft, Energie, Lebensmittel, Immobilien sowie den Tankstellenmarkt.
Auch die Zusammenschlusskontrolle blieb auf hohem Niveau: 374 nationale sowie 330 europäische Fusionen wurden geprüft, in zwei Fällen erfolgte eine vertiefte Untersuchung. Darüber hinaus bearbeitete die Behörde 229 Beschwerden zu irreführenden Geschäftspraktiken.
Inhaltlich stand das Berichtsjahr unter dem Leitmotiv „Kontinuität und Dynamik“. Generaldirektorin Natalie Harsdorf betont die Notwendigkeit, bewährte Wettbewerbsregeln konsequent durchzusetzen und gleichzeitig auf neue Herausforderungen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz zu reagieren.
Entsprechend baute die BWB ihre digitalen Kompetenzen weiter aus. Mit dem neu geschaffenen Referat für Markt- und Kartellscreening sollen Wettbewerbsverstöße künftig noch gezielter identifiziert werden. Parallel dazu wurde die Abteilung für Forensik, Datenanalyse und KI personell verstärkt.
Neben der Rechtsdurchsetzung setzte die Behörde weiterhin auf Beratung und Prävention. Unternehmen wurden bei kartellrechtlichen Fragestellungen unterstützt, zudem brachte sich die BWB aktiv in Gesetzgebungsprozesse ein – etwa im Energie-, Vergabe- und Medienrecht.
Auch international intensivierte die Behörde ihre Aktivitäten. Generaldirektorin Harsdorf übernahm unter anderem den Vorsitz einer OECD-Arbeitsgruppe und engagiert sich weiterhin in zentralen europäischen und globalen Wettbewerbsnetzwerken.
Zum Jahresende 2025 beschäftigte die BWB 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und setzte mehrere organisatorische Weiterentwicklungen um, insbesondere im Bereich digitaler Analysekompetenzen.